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Kiel Ruhige See für die Kapitäne
Kiel Ruhige See für die Kapitäne
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15:32 27.11.2008
Gaarden

Hörn-Koordinator Hans-Heinrich Hansen bekräftigte im Gaardener Ortsbeirat, dass die Stadt anstrebe, für etwa 1,9 Millionen Euro einen "sehr attraktiven Hafen" am südlichen Bahnhofskai einzurichten und der Museumshafen-Verein weitere 300000 Euro aus eigenen Mitteln investieren würde. Die Stadt ist dabei für alles zuständig, was sich im Wasser abspielt, der Verein für die Baulichkeiten an Land.

Zögerlich voran geht die Sache des Geldes wegen. 60 Prozent Landeszuschüsse aus Töpfen der Tourismusförderung und damit ein verbleibender Eigenanteil von nur noch 800000 Euro winken dem Kieler Kämmerer, wenn er ein das komplette Stadtgebiet umfassendes kulturell-touristisches Gesamtkonzept vorlegen kann. Weil es dieses Konzept bisher nicht gab, konnte auch mit dem Traditionshafen nichts passieren.

Bis zum Jahresende soll das Papier nun auf dem Tisch liegen, kündigte Hansen an. Doch für Klaus Hetmanek, den Vorsitzenden des Museumshafens, ist das immer noch zu vage. "Wir brauchen Planungssicherheit", betonte er und verwies darauf, dass es ihm und seinen Mitstreitern nicht zuzumuten sei, viel Arbeit und Geld in den Standort Germaniabecken zu investieren, um am Ende womöglich feststellen zu müssen, dass alles "wie eine Pusteblume" vom Winde neuer Überlegungen im Rathaus verweht sei.

Die von Hetmanek gehegte Befürchtung, dass der Museumshafen eines absehbaren Tages mir nichts, dir nichts das Germaniabecken räumen muss, wies Hansen jedoch als unbegründet zurück. Weder im Rathaus noch sonst irgendwo habe jemand Interesse daran, die pittoresken Veteranen der Meere aus der Hörn zu treiben, versicherte er. Das einzige Problem, das die Stadt auf lange Sicht sehe, hänge mit der zunehmenden Bebauung der Flächen an Land zusammen. Je mehr Gebäude und Anlagen auf dem Hörn-Gelände stehen, desto weniger Platz haben laut Hansen die Kapitäne des Museumshafens, um Reparaturen und andere Arbeiten auszuführen, für die fester Boden unter den Füßen nötig ist.

Hetmanek reagierte auf diese Klarstellung ebenso überrascht wie erfreut. In dieser vergleichsweise undramatischen Auslegung sei der Sachverhalt bei seinem Verein nie angekommen, sagte er und zeigte sich erleichtert, dass die Freunde der historischen Schiffe offenbar wenigstens frei von akutem Umsiedlungsdruck ihrer Passion nachgehen können.

Klar ist dennoch, dass es langsam aber sicher enger wird an der Hörn. Die Bauarbeiten an den Germania-Arkaden gehen nach Angaben von Hansen planmäßig voran und sollen bis September 2009 "im Wesentlichen" abgeschlossen sein. Einen Bezug streben die Investoren für Ende 2009 an. Auch das Science-Center erhebt sich Schritt für Schritt aus dem Stadium puren Wunschdenkens. Der Bauantrag ist gestellt, mit einer Genehmigung rechnet der Hörn-Koordinator alsbald.

Derweil wird der Bau eines neuen Museumshafens auch im Fall einer Zusage von Fördermitteln einige Zeit in Anspruch nehmen. Um das Projekt im engen Haushalt unterzubringen, soll es über mehrere Etappen gestreckt werden. Die Traditionsschipper werden also wohl noch so manchen "Tag der offenen Luke" im Germaniabecken feiern müssen. Beziehungsweise dürfen.

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