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Kiel Grauer Himmel, aber sonnige Gemüter
Kiel Grauer Himmel, aber sonnige Gemüter
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19:46 13.06.2016
Von Martin Geist
„Katzheide: Ja!“, sagten sich Kirstin Warschau, Uwe Hagge, Klaus Molzahn und Ulrich Hühn (v. li.) und sprangen beherzt ins 23 Grad warme Wasser. Quelle: Martin Geist
Kiel

Im lange Zeit holperigen Beteiligungsverfahren zur Zukunft des Freibads stehen die Zeichen deutlich auf Entspannung: „Das ist ein freudiger Anlass. Daran haben sehr viele Leute Anteil – auch die Stadt Kiel.“ Mit diesen Worten formulierte Kirstin Warschau vom Katzheide-Verein bei einer Pressekonferenz zum Saisonstart gleich zu Beginn unüberhörbar, dass nach vielen Wochen voller Misstrauen konstruktives Miteinander im Mittelpunkt steht.

Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die sich bereits am 20. Mai beim sogenannten Auswertungsspaziergang zum vorangegangenen Ideen-Workshop angedeutet hatte. Kommunalpolitiker und Verwaltungskräfte hatten dabei deutlich gemacht, dass niemandem eine Lösung übergestülpt werden solle und bekräftigten die Bereitschaft, ohne Einschränkungen über alle Ideen zu diskutieren. SPD-Ratsherr Peter Kokocinski räumte zudem auch am Montag noch einmal ein, dass der Auftakt der Bürgerbeteiligung „nicht ganz optimal“ gelaufen sei und man sich deswegen „an die eigene Nase fassen“ müsse. Damit spielte er ebenfalls darauf an, dass viele Teilnehmer den Eindruck bekamen, sie dürften allenfalls über vorgegebene Varianten mitreden.

Es wurde auch geschwommen

Indes wurde am Tag der Saision-Eröffnung nicht nur geredet, sondern trotz der unfreundlichen Bedingungen auch geschwommen. Gleich nach der Öffnung um 13 Uhr zogen etwa zehn Erwachsene ihre Bahnen durchs 50-Meter-Becken, darunter mehrere Frauen und Männer von „Katzheide: Ja!“ Die zeigten sich rundweg zufrieden mit der Premiere. „Wenn man sich bewegt, ist es wunderbar“, meinte Pastor Uwe Hagge, einer der drei Vertretungsberechtigten, die vor einem Jahr das Bürgerbegehren vorantrieben, das etwa 10000 Unterschriften brachte und damit entscheidend zum weiteren Bestand des von der Schließung bedrohten Freibades beitrug.

Diese große Zahl von Unterschriften, so verwies SPD-Ratsherr Torsten Stagars auf die Lernfähigkeit der Kieler Volksvertreter, sei ein „ganz deutliches Zeichen“ gewesen und werde von der Ratsmehrheit entsprechend ernst genommen. Als „hervorragend“ pries der sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion das derzeit laufende Beteiligungsverfahren. Ausdrücklich forderte er die Jugend, die am 2. Juli zu Wort kommen soll, zum Mitmachen auf. Schließlich zeichne sich der Nachwuchs nach aller Erfahrung durch besonderen Ideenreichtum aus.

Öffnungszeiten "nicht in Stein gemeißelt"

Keine gute Idee ist es nach Meinung von Uwe Hagge, das Sommerbad an Wochenenden schon um 18 Uhr zu schließen. „Wie kommt man auf so etwas?“, fragte er sich und erhielt von Stagars zur Antwort, dass diese Regelung nicht in Stein gemeißelt sei. Wenn bei schönem Wetter entsprechend viel los sein sollte, wolle die Kieler Bäder GmbH flexibel reagieren und länger offen lassen, zitierte er deren Chef Frank Löser. Offiziell jedenfalls warten jetzt in Katzheide wieder das Nichtschwimmer-, das Schwimmer- und das Planschbecken auf kleine und große Badefans.

Öffnungszeiten

Montags, mittwochs und freitags 13 bis 20 Uhr, dienstags und donnerstags 13 bis 21 Uhr, sonnabends und sonntags 10 bis 18 Uhr.  Der Eintritt für Erwachsene kostet 3,30 Euro, für Kinder und Jugendliche 1,80 Euro.

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Deutlich harmonischer als der Planungsworkshop drei Wochen zuvor verlief am Freitagabend der Auswertungsspaziergang zur Katzheide-Zukunft. Wegen des regnerischen Wetters fand er zwar weitgehend in der Sozialkirche neben dem Schwimmbad statt, doch die Botschaften kamen auch so rüber.

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