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Kiel Geduldsprobe für alle Pendler
Kiel Geduldsprobe für alle Pendler
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07:05 20.01.2015
Von Günter Schellhase
Autofahrer können sich auf einen neuen Straßenbelag auf der B76 freuen. Ab dem 2. Februar wird der erste Abschnitt zwischen dem Wiener Kreisel in Elmschenhagen bis kurz vor die Ausfahrt zum Gewerbegebiet Schwentinental saniert. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Je Fahrtrichtung steht zunächst dann nur eine Spur mit Tempo 50 zur Verfügung. Ab April bis Ende November regelt eine Wechselstreifenanlage den Verkehr auf drei Spuren.

Die B 76 ist ein einziger Flickenteppich und am Ende: Die Schnellstraße wurde 1975 eingeweiht und ist den heutigen Belastungen nicht mehr gewachsen. „Damals fuhren täglich 20.500 Fahrzeuge auf der Straße, aktuell sind es mit 46000 mehr als doppelt so viele“, sagte Matthias Forster, stellvertretender LBV-Leiter der Niederlassung Rendsburg. Um in der Zukunft Ruhe zu haben, wird die Fahrbahn komplett abgetragen und neu aufgebaut. Insgesamt 65 Zentimeter stark werden die neuen Spuren. Auf einen etwa 20 Zentimeter dicken Frostschutz aus Kies kommt eine 20 Zentimeter dicke sogenannte schwache Betontragschicht. Darauf werden drei Lagen Asphalt aufgebracht. Jetzt hat die Straße mit Asphalt und Tragschicht nur eine Stärke von 37 Zentimetern.

 Wer zwischen Kiel und Preetz pendelt, kann nicht auf eine Umleitung hoffen. „Es steht keine geeignete Strecke im Verkehrsnetz zur Verfügung“, sagte Forster. Besonders eng wird es ab Februar bis Mitte April. Um die Entwässerungskanäle im Mittelstreifen und an den Seiten zu sanieren, werden in jeder Richtung Überholspur und Standstreifen gesperrt. In der Zeit ist nur Tempo 50 erlaubt. Ende April beginnen dann die Hauptarbeiten in Richtung Preetz. „Der Verkehr wird auf drei Spuren mit Tempo 60 auf die Fahrtrichtung Kiel gelegt“, erklärte Forster. Ab Juni/Juli werden die Spuren Richtung Kiel saniert. Der LBV hat beim Bund eine Verkehrswechselstreifenanlage beantragt, die auch bereits genehmigt wurde. Nach Aussage von Forster bisher einmalig in Norddeutschland.

 Ab 4 Uhr morgens stellen Mitarbeiter Baken so, dass der Berufsverkehr auf zwei Spuren nach Kiel fließen kann. Ab 11 Uhr wird auf zwei Spuren Richtung Preetz umgestellt – dieser Vorgang dauert etwa eine Stunde. Grüne und rote Kreuze über den Fahrbahnen signalisieren die jeweils zu befahrenen Trassen. Die Fahrstreifen sind durch Gleitwände abgetrennt, so dass nicht überholt werden kann. Rettungsdienste können im Notfall über die Preetzer Chaussee zur Unfallstelle kommen. Über die mögliche Staulänge bei einem Zwischenfall konnte LBV-Mann Forster keine Aussage machen: „Dazu fehlen uns Vergleichswerte.“

 Insgesamt 15 Brücken gibt es auf den acht Kilometern, davon sieben über die B76. Die anderen acht, über die die Schnellstraße führt, werden gleich mit saniert. „Im ersten Abschnitt haben wir mit dem Klosterwegbach und der L52 in Richtung Wellingdorf zwei, die einen neuen Belag und Schutzplanken erhalten“, so Forster. Ende November sollen die ersten zwei Kilometer fertig sein. Im Winter kann nicht gebaut werden, weil bei Kälte der Asphalt nicht hält und kein Platz zum Schneeräumen ist. In der Zeit plant der LBV die nächsten Bauabschnitte (siehe Grafik). 2018 sollen die acht Kilometer fertig sein und dann 40 Jahre halten.

 40 Millionen Euro kostet die Sanierung, die der Bund ebenso zahlt wie die 1,5 Millionen Euro, die für die Verkehrswechselstreifenanlage im Jahr anfallen. Am heftigsten setzen den Straßen schwere Lkw zu, von denen künftig immer mehr über die Straßen rollen werden. Nach dem Schwerlastanteil, auf der B76 etwa zehn Prozent, wird die notwendige Dicke des Belags berechnet.

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