Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Kreuzfahrer müssen umparken
Kiel Kreuzfahrer müssen umparken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 02.05.2014
Von Frank Behling
Der Ostseekai ist immer noch eine Baustelle. Quelle: FB
Kiel

Die Reparatur sollte eigentlich bis zum 10. Mai erledigt sein. Denn dann werden erstmals drei große Traumschiffe in Kiel erwartet: die „Aidacara“, die „MSC Musica“ und die „Delphin“. Die 294 Meter lange „MSC Musica“ bekommt den Liegeplatz 28 am Ostseekai. Die „Delphin“ geht an den Norwegenkai. Die „Aidacara“ sollte eigentlich am Liegeplatz 27 des Ostseekais festmachen. Dort muss allerdings noch tüchtig gebaggert werden. „Die Arbeiten dauern eben. Das ist nicht unsere Schuld. Die ganze Sache ist wohl auch sehr komplex“, sagt einer der Arbeiter am Bauzaun.

 Inzwischen gibt es erste Gerüchte, wonach der Ostseekai selbst zur Kieler Woche noch eine Baustelle sein könnte. Die Arbeiten sind nicht so weit fortgeschritten, wie es die Planungen vorsehen. Als Ausweichplatz hat der Seehafen Kiel deshalb den Sartorikai zwischen Schifffahrtsmuseum und Schwedenkai ausgewählt. Die Anlage wird in Absprache mit der Wasserschutzpolizei in der nächsten Woche geräumt und so eingezäunt, dass sie dem ISPS-Code für sichere Hafenanlagen entspricht. Eine entsprechende Zertifizierung des Sartorikais durch die Behörde für Hafenanlagensicherheit des Landes Schleswig-Holstein liegt bereits vor.

 Die Abfertigung der „Aidacara“ wird laut der Liste des Seehafens zunächst bis zum 12. Juni vom Ostseekai zum Sartorikai verlegt. „Für uns ist das kein Problem, wir kennen den Anleger“, sagt Aida-Sprecherin Kathrin Heitmann. Man sei außerdem ständig mit dem Seehafen im Kontakt und werde laufend über die Lage in Kiel informiert, erklärt die Sprecherin weiter.

 „Der Liegeplatz am Sartorikai erfüllt für ein Schiff dieser Größe alle Anforderungen“, betont auch Hafenkapitän Michael Schmidt. Die 193 Meter lange „Aidacara“ ist das bislang größte Schiff, das dort festmacht. Für die Öffentlichkeit wird der Kai während der Abfertigungen gesperrt, da jeder Quadratmeter für die Abfertigung der Passagiere und der Ausrüstung benötigt wird. Der Seehafen Kiel will im Laufe der nächsten Woche über die Verzögerungen informieren. Der Sartorikai wurde bislang als Liegeplatz für Segler und Traditionsschiffe genutzt, darunter auch die Kieler Hansekogge. Die müssen jetzt umziehen.

 Die Reparatur des Ostseekais sollte nach einer ersten Schätzung im Januar bis zu zwei Millionen Euro kosten. Dabei sollen in mehreren Reihen 20 Meter lange Stahlpfähle versenkt und mit Stahldrähten mit der Spundwand verbunden werden. Ziel ist es, der Spundwand damit einen besseren Halt zu geben. Die mehrere Hundert Tonnen schwere Konstruktion soll eigentlich durch 92 Stahlträger gehalten werden. Wie berichtet, sind diese Pfähle inzwischen stark beschädigt und teilweise gerissen.