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Kiel Macht LNG Landstrom überflüssig?
Kiel Macht LNG Landstrom überflüssig?
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07:00 08.08.2018
Von Frank Behling
Ein Kreuzfahrtschiff wird mit Flüssigerdgas (LNG) betankt. Ab 2019 soll dieser Treibstoff auch in Kiel zum Einsatz kommen. Ob die Schiffe dann noch Landstrom nutzen, ist fraglich. Quelle: Frank Behling
Kiel

„Wir möchten unseren Führungsanspruch in nachhaltiger Schifffahrt weiter untermauern und neue Standards bei Betrieb, Emissionsvermeidung und Kosteneffizienz setzen“, sagt Niclas Mårtensson, Vorstand der Stena Line. Mit einem gewaltigen Neubauprogramm will die Reederei ihre Flotte zeitnah erneuern. Das Ziel sind Schiffe mit möglichst wenig Emissionen – dabei stehen auch Motoren mit der Eignung für LNG auf der Agenda.

Schon gleich nach der Bestellung der beiden jüngsten Fähren keimten Gerüchte auf, ob diese Schiffe 2022 auf der Route Kiel-Göteborg zum Einsatz kommen könnten. „Wo die neuen Fähren eingesetzt werden, haben wir noch nicht entschieden, wir spielen gerade verschiedene Szenarien durch“, sagt Mårtensson.

Kommt es ganz nachhaltig, bräuchten die Stena-Fähren langfristig keinen Landstromanschluss – beispielsweise bei einer Kombination mit Batterien für die Hafenliegezeit. Beim Seehafen Kiel will man die Entwicklung nicht kommentieren. Hafensprecher Ulf Jahnke verweist darauf, dass die angelaufenen Planungen für die Landstromanschlüsse weitergehen. Die Kosten in Kiel liegen allein für drei Liegeplätze bei neun Millionen Euro. Ob sich diese Investitionen angesichts der Zunahme an LNG-Schiffen je lohnen werden, steht in den Sternen. Selbst wenn Stena später den Anschluss nicht in Anspruch nehmen sollte, wird die Versorgung der Kreuzfahrtschiffe auf jeden Fall anlaufen, so Jahnke.

"Sauberer als Diesel und Schweröl"

„Wir setzen in Zukunft auf LNG und Landstrom. Nur die Kombination ermöglicht einen möglichst nachhaltigen Schiffsbetrieb“, sagt Hansjörg Kunze, Sprecher der Reederei Aida Cruises (Rostock). Für 2022 plant die Reederei den Einsatz von Batterien an Bord, wie Kunze bestätigt. Dann wird das erste Schiff in der Lage sein, sogar ohne Verbrennungsmotor in einen Hafen ein- und auszulaufen.

„Die Landstromanschlüsse machen grundsätzlich Sinn – auch bei LNG. Das ist ein fossiler Treibstoff, der zwar deutlich sauberer als Diesel und Schweröl ist, gleichwohl wird CO2 ausgestoßen“, sagt Daniel Rieger vom Naturschutzbund Deutschland. Als Anreiz schlägt er Gebührenregelungen vor. „Wenn Landstrom gleich in die Hafengebühren inkludiert wird, gibt es keinen Grund, ihn nicht zu nehmen“, so Rieger.

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