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Kiel Strand ist für Hunde weiter tabu
Kiel Strand ist für Hunde weiter tabu
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06:45 23.08.2016
Von Karina Dreyer
Meike Marten und Lupo staunten nicht schlecht, als sie das Schild mit der Verlängerung des Hundeverbotes am Strand entdeckten. Quelle: Karina Dreyer
Kiel

Gemäß einer Änderung im Landesnaturschutzgesetz dürfen Hunde erst ab 1. November wieder an den Badestrand. Das empört viele Hundehalter.

 In Kiel gibt es einen ausgewiesenen Hundestrand, der den Haltern und ihren Tieren ermöglicht, ans und ins Wasser zu kommen. Aber so richtig glücklich sind nur die wenigsten Hundebesitzer mit dem steinigen Strandabschnitt am Rande von Schilksee. „Wir warten jedes Jahr ungeduldig auf den Herbst, damit wir einen langen Spaziergang am Strand machen können und dabei nicht eingeschränkt werden“, beschreibt Hundehalterin Nicole Stonus. Verständnis für die Einschränkung hat sie nicht: „Im Oktober herrscht doch hier eh kein reger Badebetrieb mehr.“

 Doch genau um den geht es: „Mit der Gesetzesänderung möchte das Land den Gemeinden die Möglichkeit einräumen, das Verbot von Hunden und Pferden am Strand bis zum 31. Oktober auszudehnen“, heißt es in einer Begründung vonseiten der SPD-Landtagsfraktion. Es sei jedoch keine Pflicht, denn zwischen April und Oktober können die Gemeinden in ihren Strandsatzungen selbst festlegen, wie lange das Verbot gelten soll. Lediglich dort, wo es eine solche Satzung nicht gibt, würde das Gesetz greifen und das Verbot automatisch gelten. „Einige Kommunen wollen gerne die Nachsaison besser nutzen und dafür werben, dass mehr Besucher, insbesondere Familien mit kleinen Kindern und Strandsportbegeisterte, in dieser Zeit in den Seebädern Urlaub machen“, erläutert der SPD-Abgeordnete Lars Winter, der als Mitglied im Arbeitskreis Umwelt an der Erarbeitung der Gesetzesänderung mitgewirkt hat.

Lange Spaziergänge am Strand sind unmöglich

 Bei den Hundehaltern sorgt das für Unverständnis. „Die Verlängerung ist für die Hundebesitzer ein schwerer Schlag. Es gibt ja nicht viele Möglichkeiten, den Hunden die Nord- und Ostsee näherzubringen, und lange Spaziergänge am Strand sind unmöglich“, meint Sönke Ohm.

 Auch ein Hundehalter habe das Recht, sich mit seinem Hund am Strand zu vergnügen, findet Karen-Marie Kopmann. Dem Touristen sei das herbstliche Wetter meist zu kalt, aber für Hund und Halter sei es gerade richtig. „Das Ziehen der Zeit nach hinten ist nur wieder ein Gängeln vom Hundehalter. Unsere Steuergelder finanzieren auch die Pflege des Strandes. Darüber sollte man mal nachdenken“, findet sie. Wolfgang Mann liebt es, mit Dobermann-Hündin Marli schwimmen zu gehen. „Das ist für mich Lebensqualität“, erklärt der Rentner.

 „Viele Hundehalter nehmen gerade im Oktober Urlaub, um den Strand mit Hund genießen zu können“, meint Meike Marten. „Ich frage mich, warum auf alle Rücksicht genommen wird, nur nicht auf die Hundehalter“, ärgert sie sich. Und außerdem verfüge Kiel ohnehin über den schlechtesten Hundestrand im Land. Den schlechten Zustand, in dem manche Hundestrände seien, bemängelt auch Birte Hinrichs. „Der Stadt Kiel würde ein hundefreundlicher Ruf bei den Urlaubern sicherlich gut tun.“

Warnschild am Schilkseer Strand

 Viele Hundehalter sind nach eigenen Angaben bereits angepöbelt und sogar bedroht worden. Am Schilkseer Strand hing jüngst ein Warnschild, auf dem stand, dass Hunde dort „ihr blaues Wunder erleben könnten“. Einige befürchten, dass jemand das für Kinder und Hunde giftige Blaukorn auslegt.

 Das Positive an der Gesetzesänderung ist, das sie auch Ausnahmen zulässt, wenn sich die Gemeinden selbst um eine Sondernutzung bemühen. Zwar wurden an den Kieler Stränden schon Schilder aufgestellt, die auf die Verlängerung der Verbotszeit hinweisen. Doch bei der Stadt Kiel hieß es, dass sich das Hundeverbot am Strand bis 1. Oktober bewährt habe. Derzeit werde geprüft, inwiefern das Beibehalten des bisherigen Datums rechtlich möglich ist. „Hierfür wird es eine Abstimmung zwischen dem Amt für Sportförderung, das im Besitz der Sondernutzungserlaubnis für den Strand ist, und dem Umweltschutzamt geben“, erklärte Arne Ivers vom städtischen Presseamt.

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