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Kiel Durch Kunst Kinderrechte vermitteln
Kiel Durch Kunst Kinderrechte vermitteln
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15:16 18.08.2019
Von Steffen Müller
Ruth Skibowski, Kulturpädagogin VHS-Kunstschule, Rotraud Apetz vom Amt für Kultur und Weiterbildung sowie Kulturdezernentin Renate Treutel (v.l.) haben das Programm für die Schul-Kultur-Wochen vorgestellt. Quelle: Sven Janssen
Kiel

Bislang wurde jedes Jahr gewechselt: Mal waren die Grundschulen aus Kiel und der Umgebung an der Reihen, mal waren es die weiterführenden Schulen, für die Führungen, Workshops oder Mitmach-Aktionen an der Volkshochschule, der Kunst-VHS, den städtischen Museen, der Musikschule, der Stadtbücherei und dem Theater Kiel organisiert wurden.

Teilhabe für alle Kinder ermöglichen

Dass nun alle Jahrgangsstufen gleichzeitig die Möglichkeit bekommen, sich mit den unterschiedlichsten kulturellen Angeboten zu beschäftigen, begründet Bildungsdezernentin Renate Treutel, die in Personalunion auch noch Jugend- und Kulturstadträtin ist, mit der Wichtigkeit des Themas. "Die Bildungschancen hängt immer noch von Herkunft und dem sozialen Status ab. Das wollen wir aufbrechen."

Zuschüsse von Bund und Land gefordert

Die kulturelle Bildung sei mittlerweile ein wichtiges politisches Feld geworden und es sei das Ziel der Stadt, Kindern und Jugendlichen – so früh es geht – den Zugang zu Kultur zu ermöglichen. Um das zu schaffen, wünscht sich Treutel mehr finanzielle Unterstützung der Stadt von Land und Bund. Für die Schul-Kultur-Wochen erhält die Stadt keine Zuschüsse, sondern zahlt alle Künstler aus der eigenen Tasche.

Ehemaliger Obdachloser erzählt

Und für die Aktionswochen wurden einige Künstler, Autoren oder Fotografen engagiert, die sich gemeinsam mit den Schülern mit dem Themenkomplex "30 Jahre UN-Kinderrechtskonventionen" befassen. So beschäftigt sich Dominik Bloh mit dem Recht auf eine Wohnung. Als Jugendlicher wurde der Hamburger von seinen Eltern zuhause rausgeschmissen und lebte viele Jahre auf der Straße. In einer Lesung aus seinem Buch "Unter Palmen aus Stahl" schildert Bloh seine Erlebnisse und spricht mit den Schülern ab der 7. Klasse über das Recht auf eine Wohnung.

Die UN-Kinderrechtskonventionen

Am 30. November 1989 nahm die UN-Generalversammlung das Übereinkommen über die Rechte des Kindes, kurz UN-Kinderrechtskonvention, an. Die 54 Artikel lassen sich in zehn Grundrechte zusammenfassen, darunter fallen unter anderem das Recht auf Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung, das Recht auf Bildung, auf eine Familie, elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause sowie das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung. Tatsächlich dienen die Kinderrechtskonvention eher als Richtlinie. Klagen vor Gericht können Kinder nur, wenn das nationale Gesetze hergeben.

Programm mit Mitmach-Aktionen

Für Rotraud Apetz vom Amt für Kultur und Weiterbildung war es bei der Zusammenstellung des Programms wichtig, dass die Schüler selbst aktiv werden. Die Kinder können beispielsweise Comics zeichnen, Knet-Relief-Bilder herstellen oder Stop-Motion-Filme zum Thema Kinderrechte drehen.

Erste Schulen hätten schon ihr Interesse angekündigt, berichtet Ruth Skibowski, Kulturpädagogin an der VHS-Kunstschule. Eine Anmeldung bei den beteiligten Häusern ist aber erst ab Montag möglich. Das komplette Angebot gibt es auf der Homepage der Schul-Kultur-Wochen.

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