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Kiel Schulneubau für Neumeimersdorf
Kiel Schulneubau für Neumeimersdorf
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19:27 07.03.2014
Von Martin Geist
Das Grundstück im Vordergrund sollte eigentlich die Erweiterung der Johanna-Mestorf-Schule aufnehmen. Für den jetzt ins Auge gefassten Neubau ist es aber zu klein. Quelle: mag: Martin Geist
Kiel

Neumeimersdorf sei einfach ein „besonderer Stadtteil“, warb Schulamtsleiterin Renate Treutel in der Sitzung des Ortsbeirats um Verständnis dafür, dass die früheren Prognosen stark daneben lagen. Niemand könne seriös voraussagen, ob in die Häuser der Neubaugebiete noch gar nicht geborene oder schon auf Kindergarten- oder Schulplätze angewiesene Kinder einziehen würden. Fakt ist jedenfalls, dass der Bedarf an Hortbetreuung für die Kinder der Johanna-Mestorf-Schule schon jetzt nur notdürftig mit zusätzlichen Containern gedeckt werden kann. Und ebenso unumstößlich stehen die Verantwortlichen der Stadt vor der Erkenntnis, dass die bereits vorgesehene Erweiterung der Schule um einen Klassenzug nicht ausreichen wird.

 Nun wolle man die „Situation beim Schopfe packen“, kündigte Renate Treutel eine ganz große Lösung an. Statt des Anbaus, für den im vergangenen Jahr schon ein angrenzendes Grundstück gekauft wurde, soll ein Neubau für eine dreizügige Schule her. Zudem sind Räume für sechs weitere Kindergartengruppen geplant, und auch an Platz für die Jugendarbeit sowie eine Sporthalle soll gedacht werden.

 Treutel versicherte, dass bei diesem Prozess keineswegs wieder zu zögerlich vorgegangen werde: „Wir denken im Augenblick sehr großzügig.“ Und auch flexibel will man sein. Es sollen multifunktionale Räume entstehen, die für die Schule, Kinderbetreuung, aber auch die Jugend und den Stadtteil insgesamt genutzt werden können. So will sich die Stadt dafür wappnen, dass sich die Bedürfnisse womöglich in einigen Jahren erneut in heute nicht absehbare Richtungen ändern.

 Zusätzlich schlägt der Ortsbeirat vor, an eine weiterführende Schule für Kinder ab der fünften Klasse zu denken. Im Gespräch ist dazu eine gemeinsame Sitzung mit der Stadtteilvertretung in Wellsee, die ebenfalls über eine Unterversorgung des Kieler Südens in diesem Bereich klagt.

 Zur zeitlichen Schiene der ins Auge gefassten Neubauten äußerte sich Gaby Wiesmann-Liese von der städtischen Immobilienwirtschaft aus gutem Grund zurückhaltend. Schließlich gibt es derzeit noch nicht einmal ein Grundstück, auf dem für die Bildung gebaggert werden könnte. Und auch den voraussichtlichen Platzbedarf errechnen die Fachleute der Verwaltung gerade erst. Klar ist aber für Renate Treutel, dass ein Neubau bereits 2015 illusorisch und erst in fünf Jahren zu spät wäre. „Hier brennt’s“, bekräftigte sie, dass die Eilbedürftigkeit der Sache erkannt worden sei.

 So oder so sind für die nächsten paar Jahre jedenfalls Übergangslösungen gefragt. Und auch daran arbeitet die Stadt. Unter anderem mit einem weiteren Container und einem Ausbau der Küche soll Platz geschaffen werden, damit nach den Sommerferien 90 zusätzliche Schulkinder betreut und verköstigt werden können.

 Der Ortsbeirat war von der neuen Planungssituation völlig überrascht und will die Ideen nach den Worte seines Vorsitzenden Normen Mohr (SPD) „erstmal sacken lassen“. In der nächsten Sitzung voraussichtlich Ende April wird sich das Gremium dann ausgiebig mit Ergänzungs- und Änderungsvorschlägen befassen.