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Kiel 41-Jähriger schweigt zu Prozessbeginn
Kiel 41-Jähriger schweigt zu Prozessbeginn
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14:32 05.03.2020
Ein 41-Jähriger soll sich mehrfach an einem Mädchen aus der Nachbarschaft vergangen haben. Quelle: Christian Charisius
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Kiel

Ein 41-Jähriger muss sich seit Donnerstag wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs vor dem Kieler Landgericht verantworten. Die Anklage legt dem Mann mindestens neun Fälle verbotenen Geschlechtsverkehrs mit einem anfangs elf Jahre alten Mädchen zur Last. Die Taten fanden demnach zwischen 2011 und Ende 2012 statt - in der Wohnung des Angeklagten nahe Kiel und in einem abgelegenen Waldstück auf dem Rücksitz seines Autos.

Der verheiratete Angeklagte, selbst Vater eines Kindes, schwieg zu Prozessbeginn. Im Vorfeld des Prozesses hatte er der heute 19-Jährigen 5000 Euro Schmerzensgeld gezahlt. Sein Verteidiger sprach von einer zwar verbotenen, aber einvernehmlichen Liebesbeziehung, die einen minder schweren Fall begründe. Seinen Vorschlag, den 41-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe von maximal zwei Jahren zu verurteilen, lehnten die anderen Prozessbeteiligten jedoch in einem Verständigungsgespräch mit der Jugendkammer ab.

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Angeklagte war Nachbar

Die junge Frau ist Nebenklägerin. Ihre Rechtsanwältin sprach am Rande des Prozesses von einem «klassischen Abhängigkeitsverhältnis». Der Angeklagte war demnach Nachbar. Er habe sich das Vertrauen des Kindes mit viel Aufmerksamkeit erschlichen. Sie habe zunächst für ihn geschwärmt. Als sie sich schließlich lösen wollte, habe er sie kontrolliert und mit freizügigen Bildern von ihr unter Druck gesetzt. Freundschaften zu Gleichaltrigen habe er unterbunden und sie gestalkt.

Der Fall flog auf, als die besorgten Eltern den Kontakt zu dem 22 Jahre älteren Mann verbieten wollten. Als das nicht gelang, ging der Vater schließlich 2015 zur Polizei. Die junge Frau soll kommende Woche unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen werden. Bis Ende März sind noch vier Verhandlungstage festgesetzt.

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Von RND/lno

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