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Kiel Die Stegmentoren stehen bereit
Kiel Die Stegmentoren stehen bereit
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07:52 24.06.2015
Von Ingrid Haese
Der Erhalt der Seebadeanstalt Holtenau liegt ihnen besonders am Herzen: Käthe Baade (links) und Ralf Mothil (rechts) sowie die Stiftung Lighthouse Foundation mit ihrem Sprecher Jörg Grabo (Mitte). Quelle: ih:Ingrid Haese
Kiel

Angelegt wurde die Badeanstalt 1907 auf Initiative von dem Wasserbauinspektor Johannes Lütjohann. Von Landseite aus ist sie über die Holtenauer Reede zu erreichen. Die auf Pfähle errichtete Konstruktion gestaltet sich heute L-förmig. Sie besteht aus einem Steg mit in das Wasser führenden Treppen sowie aus einem überdachten Steg, auf dem sich der Trakt mit Umkleidekabine, Seminarraum sowie Aufenthaltsbereich für Rettungsschwimmer und Stegmentoren befindet. Letztere gehören dem Freundeskreis Seebadeanstalt Holtenau an, der sich im Sommer 2012 mit anfangs fünf Aktiven gebildet hatte. Die inzwischen 50-köpfige Gruppe hat eine Art Patenschaft übernommen. Während des Badebetriebes stehen jeweils zwei Stegmentoren den Gästen als Ansprechpartner zur Verfügung und kontrollieren zum Beispiel, ob auf der Anlage alles in Ordnung ist. Koordinatorin ist die Holtenauerin Käthe Baade, die den Freundeskreis mitinitiiert hat.

 „Als wir im August 2012 Eröffnung feierten, durften wir nicht auf den Steg, weil noch nicht alle Baumaßnahmen abgeschlossen waren, die eigentliche Eröffnung hatten wir dann im November 2012“, erinnert sich Käthe Baade. Sie organisiert unter anderem den Einsatz der rund 30 Stegmentoren. „Wir führen auch ein Logbuch, tragen ein, was so passiert ist“, ergänzt Ralf Mothil, der sich ebenfalls im Freundeskreis engagiert. Für die Gruppe begann die Saison 2015 am 9. Mai mit dem „Frühjahrsputz“. „Der Freundeskreis hat alles saubergemacht, ein Malerbetrieb hat gratis die Malerarbeiten übernommen, ein Helfer hat eine neue Badetreppe ins Wasser gebaut“, fasst Ralf Mothil zusammen.

 Eigentümerin der Seebadeanstalt Holtenau ist die Hamburger Stiftung Lighthouse Foundation, die die Anlage für 300000 Euro vom Vorbesitzer, dem Kieler Schiffbauingenieur Michael Schmelter, kaufte. „Es gab Überlegungen, die Seebadeanstalt als Gästehaus zu nutzen, als wir 2009 von diesen Plänen hörten, wollten wir etwas tun, denn das Konzept gefiel uns nicht, deshalb boten wir der Stadt an, daraus wieder eine öffentliche Badeanstalt zu machen“, erläutert Jörg Grabo, Sprecher der Lighthouse Foundation. In die Sanierung und Renovierung der Seebadeanstalt investierte die Stiftung, die ihr Kieler Büro in der Kanalstraße 67a hat, 200000 Euro. Die jährlichen Unterhaltungskosten – ohne Investitionen – liegen bei 10000 Euro.

 In der Saison 2014 zählte die Lighthouse Foundation 8000 Besucher. Stiftung und Freundeskreis stehen im ständigen Austausch, öffnen die Seebadeanstalt zum Beispiel für Aktionen wie den Tag am Kai oder den Lebendigen Adventskalender. Zurzeit erhalten zudem Flüchtlinge, die in einer ehemaligen Kaserne auf dem MFG5-Gelände leben, im Seminarraum Deutschunterricht. Käthe Baade, eine pensionierte Lehrerin, gehört mit zum ehrenamtlich arbeiteten Team.

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