Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Seehafen Kiel erhält Landstromanlage
Kiel Seehafen Kiel erhält Landstromanlage
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:22 30.03.2018
Von Karen Schwenke
Der Seehafen Kiel will noch in diesem Jahr eine erste Landstromanlage errichten. Quelle: Frank Behling
Anzeige
Kiel

Gut fünf Wochen vor der Kommunalwahl stellten Hafenchef Dirk Claus und Oberbürgermeister Ulf Kämpfer ein Umweltschutzpapier unter dem Namen „Blue Port Kiel“ vor. Darin enthalten drei kostenintensive Maßnahmen, die der Ratsversammlung am 17. Mai zusammen mit dem gesamten Konzept zum Beschluss vorgelegt werden. Demnach wollen die Hafenbetreiber die Infrastruktur für Landstrom am Norwegenkai noch in diesem Jahr schaffen (Kosten rund 1,4 Millionen Euro), die Anlage für Stena Line am Schwedenkai ist für 2019 geplant (Kosten rund 2,5 Millionen Euro). Um den Schadstoffausstoß in Kiel zur verringern will man zudem mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagern. Hierfür sind der Bau eines dritten Rangiergleises am Bahnhofskai und die Verlängerung des Einfahrtgleises am hafeneigenen Bahnhof in Meimersdorf geplant – beides soll 2019 fertiggestellt sein.

"Keine Lösung für Schadstoff-Probleme am Theodor-Heuss-Ring"

Das Konzept „Blue Port Kiel“ beschreibt neben der Reduzierung von Emissionen und der Verlagerung von Hinterlandtransporten auf die Schiene auch Strategien zur Energieeffizienz. „Wir wollen im Hafen insgesamt mehr Klimaschutz und weniger Abgase“, so Kämpfer. Hingegen sei das Konzept ungeeignet die Problematik am Theodor-Heuss-Ring zu lösen, sagte er in Hinblick auf die schwelende Debatte um hohe Stickoxidwerte an vielbefahrenen Straßen.

Anzeige

"Bundesregierung hat Versprechen gebrochen"

In Zukunft soll der Schadstoffausstoß der Schiffe während der Hafenliegezeiten sowohl durch Landstrom als auch durch die Versorgung der Kreuzfahrtschiffe mit Flüssigerdgas (LNG) reduziert werden. Eine erste LNG-Versorgung sei für das Frühjahr 2019 geplant, wenn die „Aidaprima“ in Kiel stationiert sei. Zudem will sich Kämpfer für konkurrenzfähige Landstrompreise einsetzen: "Ich kämpfe für eine Reduzierung der EEG-Umlage", sagte er und kritisierte die mangelnde Unterstützung für Landstrom durch den Bund: "Ich muss das gegebene Versprechen der Bundesregierung, dass Landstrom unproblematisch läuft, als gebrochen ansehen“.

Niklas Wieczorek 29.03.2018
Niklas Wieczorek 29.03.2018
Kristiane Backheuer 29.03.2018