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Kiel Längere Güterzüge für den Seehafen
Kiel Längere Güterzüge für den Seehafen
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18:02 07.11.2019
Von Frank Behling
Der Kieler Rangierbahnhof hat jetzt ein auf 750 Meter verlängertes Einfahrgleis. Dadurch wird die Schienenanbindung des Hafens verbessert. Quelle: Frank Behling
Kiel

"Am Begriff Sofortmaßnahmen müssen wir angesichts der Dauer für die Planung dieses Projekts noch arbeiten", sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer bei der Eröffnung des Gleises. Vor über fünf Jahren war der Antrag vom Seehafen Kiel zur Erweiterung des Einfahrgleises gestellt worden. Auslöser des Booms beim Schienenverkehr war damals die Stena Line.

Mit der Stena Line begann das Wachstum

Als 2011 die Kapazitäten der Stena-Frachtlinie von Lübeck nach Kiel wechselten, wuchs schlagartig auch der Umschlag im kombinierten Ladungsverkehr. Lastwagen und Container werden seitdem am Schwedenkai auf die Schiene gesetzt. Von den Terminals kommen die Güterwaggons nach Meimersdorf und werden dort für die Übergabe ins Netz der Deutschen Bahn zusammengestellt.

Das Problem: Die Gleise im Rangierbahnhof Meimersdorf waren nur für Züge mit einer Länge von 535 Metern ausgelegt. Für internationale Blockzüge rund 200 Meter zu kurz. Deshalb wurde im Frühjahr 2014 der Entschluss zur Verlängerung des Einfahrgleises gefasst.

Fünfeinhalb Jahre später wurde jetzt  gefeiert. Im Rahmen einer Feierstunde eröffnete die Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG für die Länder Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, Manuela Herbort, gemeinsam mit Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Stadtpräsident Hans-Werner Tovar und Seehafen-Geschäftsführer Dirk Claus am Donnerstag das neue Einfahrgleis.

Mehr Bahn für den Klimaschutz

"Das neue Einfahrgleis ermöglicht ab sofort größere Zuglängen und stärkt somit die Wettbewerbsfähigkeit der Hinterlandverkehre auf der Schiene", so Herbort. Auch sie merkte an, dass die Planungsdauer leider sehr lang sei. Für den Klimaschutz sei es aber wichtig, die Infrastruktur für den Schienengüterverkehr zügig auszubauen. "Die Verlagerung der Verkehre auf die Züge entlasten auch den Theodor-Heuss-Ring und sorgen für eine Steigerung der Akzeptanz des Hafens", so Kämpfer.

Der Kieler Hafen rechnet bereits für das kommende Jahr mit einer Steigerung von 25 Prozent im kombinierten Ladungsverkehr. "Bei dem Beginn der Planung sind wir von 35000 Ladungseinheiten pro Jahr ausgegangen. Ich bin zuversichtlich, dass wir diese Mengen schon im kommenden Jahr erreichen werden", sagte Kiels Seehafen-Chef Dirk Claus.

Neuer Zug nach Luxemburg ab 2020

Zu den bestehenden Verbindungen der Kombiverkehr KG, über die Kiel an das nationale und europäische Netz bis Italien und in die Türkei angebunden ist, kommt ab Januar ein neuer 690 Meter-Direktzug der CFL Cargo nach Bettemburg in Luxemburg.

Das Gleis in Meimersdorf gehört zu 17 Schienenprojekten, die im Rahmen des Sofortprogramms Seehafen-Hinterlandverkehr II des Bundes von der Deutschen Bahn umgesetzt wurden. Damit konnte das Projekt mit fünf Jahren Planung sogar noch bevorzugt umgesetzt werden. "Wenn wir die Verkehrswende wirklich wollen, muss das in Zukunft schneller gehen", sagte Ulf Kämpfer.

Kosten von knapp 8 Millionen Euro

Um mit längeren Güterzügen in den Rangierbahnhof einfahren zu können, wurde Gleis 9 verlängert, elektrifiziert und mit einer neuen Weiche versehen. Es ist jetzt außerdem über eine Weiche an die Trasse zum Kieler Ostuferhafen angeschlossen. Insgesamt wurden knapp acht Millionen Euro investiert.

Am Kieler Rangierbahnhof in Meimersdorf treffen die Kombizüge aus Hamburg-Billwerder sowie die Direktzüge aus Italien ein. Mit drei Rangierloks erfolgt dort die  Aufteilung der Züge und der Weitertransport zum Schwedenkai, Norwegenkai und in den Ostuferhafen. Außerdem werden am Rangierbahnhof Sonderzüge, Waggongruppen und Einzelwagenverkehre angenommen. 

Ob die Kapazitäten aber langfristig ausreichen, muss sich zeigen. Die für den Ausbau prognostizierten Güter-Mengen werden bereits 2020 erreicht. Die Color Line und die Reederei DFDS haben inzwischen zusätzlich zur Stena Line ihre Frachtkapazitäten ausgebaut. 

Um dem Wachstum mehr Rangierplatz zu verschaffen, starten nächste Woche auch die Arbeiten zum Bau eines dritten Rangiergleises vor dem Bahnhofskai.  

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