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Kiel Stadt Kiel will wieder Olympische Spiele
Kiel Stadt Kiel will wieder Olympische Spiele
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16:27 15.02.2020
Von Niklas Wieczorek
Die Entwürfe für den Olympia-Hafen in Schilksee lagen bereits vor: 2015 scheiterte eine Bewerbung von Kiel daran, dass der Bürgerentscheid im Hauptstandort Hamburg verloren ging. Quelle: Behnisch Architekten
Kiel

Auf mögliche olympische Segelwettkämpfe in der Kieler Förde angesprochen, sagt Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD): "Eine aussichtsreiche deutsche Bewerbung ohne Kiel ist für mich nicht denkbar." Das ist ein mehr als deutliches Armheben der Landeshauptstadt. Gemeinsam mit Sportdezernent Gerwin Stöcken (ebenfalls SPD) erinnert Kämpfer: "Das tolle und zukunftsweisende Konzept für die Segelwettbewerbe aus dem Jahr 2015, mit dem wir damals Hamburg und den DOSB überzeugt hatten, liegt griffbereit in der Schublade."

65 Prozent stimmten in Kiel für Olympia

2015 ging es um die Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024. Hamburg hatte damals bereits ein konkretes Konzept, wollte sich bewerben und mit einem Bürgerentscheid die Bewohner der Hansestadt hinter sich bringen. In Kiel hätten die Segelwettbewerbe starten sollen – auch für die Landeshauptstadt lagen Planungen für die Modernisierung des Sporthafens in Schilksee vor. Doch während der Bürgerentscheid in Kiel mit 65 Prozent positiv für die Olympia-Bewerbung ausfiel, scheiterte das Unterfangen am Hauptort Hamburg mit 51,6 Prozent gegen die Spiele. Entsetzen in Kiel.

Obwohl auch in der aktuellen Debatte um die Spiele 2032 kurzfristig wieder auf Hamburg und auch Berlin geschaut wurde, fiel diese Woche dennoch eine Vorentscheidung vom Deutschen Olympischen Sportbund: Denkbar wäre ausschließlich eine Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region. Und die Spekulationen über den Segel-Standort konnten beginnen. "Hier wurde schon zweimal um olympische Medaillen gesegelt und gerne wären wir mit Hamburg ins Rennen um Olympia 2024 gegangen", blicken Stöcken und Kämpfer auf 1936 (Hauptort Berlin) und 1972 (Hauptort München) zurück. Beide Male segelten die olympischen Boote in Kiel.

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Jetzt wieder 2032? Konkret ist das noch nicht. "Eine erneute Bewerbung will gut überlegt sein", dämpft Kämpfer vorschnelle Erwartungen, "noch so ein Fiasko wie 2015 brauchen wir nicht." Es gelte auch abzuwarten, wie die Vorzeichen vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ausfallen: "Nach wie vor kamen nur die großen Weltstädte zum Zug", mahnt Kämpfer. Außerdem sollten Kategorien wie Nachhaltigkeit stärker in den Fokus rücken. Nichtsdestotrotz: In Kiel gebe es einen spürbaren olympischen Geist, wie der Entscheid 2015 gezeigt habe. An der Stadt führe kein Weg vorbei, "wenn Kiel seine Hausaufgaben macht".

Kiel-Schilksee soll modernisiert werden

Einige will die Stadt unabhängig von Olympia erledigen: "Wir bauen unter Gerwin Stöcken gerade eine Taskforce zur Weiterentwicklung des Standorts Schilksee auf", sagt Kämpfer. Zur Modernisierung müssen dort einige Dinge passieren – auch für die jährlichen Segelwettbewerbe der Kieler Woche und den Olympia-Stützpunkt. Derzeit liefen bereits vorbereitende Gespräche, so Kämpfer, im März soll dann ein Treffen mit dem für Sport zuständigen Landesinnenministerium folgen: "Das Land steht bereit, das auch zu unterstützen", sagt Kämpfer. Für die umfangreichen Maßnahmen der möglichen Bewerbung für 2024 hatte das Land damals zwei Millionen Euro bereitgestellt, die trotz negativen Entscheids in Hamburg flossen, so Kämpfer. Doch das Geld sei inzwischen aufgebracht. Im Laufe des Jahres 2020 soll es nun eine neue Strategie geben.

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Ob Olympische Spiele als Ziel darin ebenfalls eine Rolle spielen, entscheidet sich auch mit dem weiteren Verlauf in der Rhein-Ruhr-Region. Die ersten Initiativen dort sind längst nicht konkret genug – auch Kämpfer sei noch nicht kontaktiert worden, gibt er zu. An anderen möglichen Standorten wie Rostock-Warnemünde und Lübeck-Travemünde wird aber ebenfalls bereits geredet. Ob Kiel wie vor fünf Jahren die besten Chancen hat, muss sich dann zeigen. Das Feuer jedoch beginnt langsam wieder zu lodern.

Lesen Sie noch einmal alles zur Olympia-Bewerbung für 2024 hier.

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