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Kiel Stolz der Marine wird fast komplett ersetzt
Kiel Stolz der Marine wird fast komplett ersetzt
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22:27 26.01.2017
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Weiter aus Kiel auf den Weltmeeren als "Botschafterin Deutschlands" unterwegs: die "Gorch Fock". Quelle: Frank Behling (Archiv)
Berlin/Kiel

Erleichterung über das Bekenntnis zur „Gorch Fock“, aber auch Schock über die Kostensteigerung: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich am Donnerstag in einer Pressekonferenz zu einer umfangreichen Sanierung des Segelschulschiffs bekannt. „Die ,Gorch Fock’ ist weit mehr als ein Segelschiff. Sie ist unverzichtbar in der seemännischen Tradition, sie hat eine lange Ausbildungsgeschichte hinter sich, und sie ist vor allem Botschafterin auf den Weltmeeren“, sagte von der Leyen in Berlin. Wenig später wurde bekannt, dass das Verteidigungsministerium für die Sanierung des Segelschulschiffes bis Anfang nächsten Jahres bis zu 75 Millionen Euro investieren muss. Bislang war von maximal 35 Millionen Euro die Rede.

Die extreme Kostensteigerung ist das Ergebnis einer Expertise, wie es sie noch nie in der Geschichte der 1958 in Dienst gestellten „Gorch Fock“ gab: Es wurde eine „100-prozentige schiffbauliche Untersuchung“ gemacht. Das sei notwendig gewesen, um wirklich alle Ecken des Schiffes zu prüfen, sagte der Bundestagsabgeordnete und Verteidigungsexperte Ingo Gädechens (CDU). Auch für ihn ist das Ergebnis ein Schock. „Damit hat hier keiner gerechnet. Ich bin von 35 Millionen Euro ausgegangen“, sagte der Abgeordnete. Als er von ersten Gerüchten über die ausufernden Kosten erfuhr, sei er über Weihnachten selbst nach Bremerhaven zum Schiff gefahren. „Mit der ,Gorch Fock’ ist es wie mit einem alten, sanierungsbedürftigen Haus“, sagte von der Leyen. „Wir wollten erst Weniges reparieren, dann haben wir hinter die Planken geguckt, und dann stellt man fest, dass sie grundsaniert werden muss. Bis auf den Kiel muss fast alles ersetzt werden.“

Pläne für Ersatzschiff wurden verworfen

Noch im Dezember hatte der stellvertretende Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Rainer Brinkmann, die Möglichkeit ins Spiel gebracht, ein Ersatzschiff für die Ausbildung der Marinesoldaten zu chartern. Doch es gab zu starke Gegenargumente. „Es gibt auf der Welt nur ein Schiff, das nach einem Umbau für diese Aufgabe in Deutschland überhaupt in Frage kommt“, sagt Gädechens. Bei diesem Charterschiff hätten aufgrund der Sicherheitsvorgaben auch noch erhebliche Umbauten vorgenommen werden müssen. Die Betrachtung der Charterlösung für sieben Jahre sowie der parallel folgende Neubau eines Schiffes hätten Kosten von mehr als 200 Millionen Euro ergeben. Deshalb sei die Entscheidung am Ende für die „Gorch Fock“ gefallen. Wann genau ein Nachfolgeschiff gebaut werden soll, ist vorerst noch unklar.

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