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Kiel So wirbt Kiel für Olympia 2024
Kiel So wirbt Kiel für Olympia 2024
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01:22 16.11.2014
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
In Schilksee soll für Olympia am Ende der Nordmole ein Pavillion gebaut werden und so ein „Boulevard bis hinaus aufs Meer“ entstehen. Quelle: Visualisierung: Monokrom, Hamburg
Kiel

Nach der kürzlichen Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) steht fest, dass – sollte Deutschland den Zuschlag erhalten – die Spiele 2024 nach Hamburg oder Berlin gehen sollen. Fällt die Wahl auf Hamburg, bewerben sich Kiel und Lübeck für die Austragung der Segelwettbewerbe. „Wir können nicht früh genug signalisieren, dass an Kiel kein Weg vorbei führt“, hatte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer bereits während der Kieler Woche gesagt und eine „unschlagbare Olympiakampagne“ angekündigt, „die alle anderen potenziellen Mitbewerber von vornherein verschreckt“.

Auf einer Broschüre, die am Freitag auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht werden soll, präsentiert Kiel seine Vorstellungen. Das Konzept erhält auch Hamburgs Innensenator, bevor er nach Lübeck weiterfährt. Olympia-Erfahrung, Bundesstützpunkt des Deutschen Seglerverbandes und mit der Kieler Woche Gastgeberin für den weltgrößten Segelwettbewerb – diese Trümpfe zählt die Stadt vor allem dann auf, wenn sie das bewährte Segelrevier Schilksee anpreist. Aber die Entwicklung des ehemaligen Marineflieger-Areals in Holtenau habe, so Kämpfer, Raum für die Vision von einem zweiten Olympia-Quartier geschaffen – „nicht als gegen Schilksee gerichtet, sondern um zu zeigen, dass Alternativen denkbar sind“. Die Planung der Regattabahnen für Olympia 2024/2028 trägt die Kieler Handschrift, mit der sich die Kieler Woche höchsten internationalen Ruf erworben hat. „Wir sind bei unserer Konzeption von drei grundsätzlichen Kriterien ausgegangen: kurze Wege, faire Bedingungen, optimale Medialisierung“, sagt Nikolaus Rickers, Geschäftsführer der gemeinsamen Kieler-Woche-Agentur von Kieler Yacht-Club und Stadt Kiel.

Im Zweikampf zwischen Berlin und Hamburg wird es am 16. März 2015 eine Vorauswahl geben. Dann bewertet das DOSB-Präsidium, wer das beste Konzept aufweist. Fünf Tage später entscheidet die DOSB-Vollversammlung in Frankfurt, ob Berlin oder Hamburg sich beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) um die Austragung der Sommerspiele 2024 bewerben wird. Erhält Berlin den Zuschlag, ist die Entscheidung über den Standort der Segelspiele praktisch gefallen, da die Bundeshauptstadt beim IOC mit Rostock ins Rennen gehen will. Gewinnt Hamburg, wird es spannend. „Dann wird der DOSB eng mit Hamburg zusammenarbeiten und im Rahmen eines Gesamtkonzepts festlegen, ob Kiel oder Lübeck der bessere Partner sein werden“, erklärte DOSB-Sprecher Christian Klaue auf Anfrage.

Von Martina Drexler, Gerhard Müller und Ralf Abratis

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Das ist erlaubt. Und riskant, wie das Beispiel der letzten Bewerbung von 2003 zeigt. Die damalige Wahl, Leipzig und Rostock ins Rennen um die Sommerspiele 2012 zu schicken, basierte auf Emotionen, politischer Einflussnahme und einer nie aufgeklärten Intrige, der Kiel und Hamburg zum Opfer fielen.

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