Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Selbst die „Queen Mary 2“ hat hier Platz
Kiel Selbst die „Queen Mary 2“ hat hier Platz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:03 10.03.2012
Neuer Liegeplatz für Kreuzfahrer Quelle: Visualisierung: J. Nitschke
Kiel

Montag beginnt in Miami die wichtigste Messe für die Kreuzfahrtindustrie. Bei der „Cruise Miami“ trifft sich alles, was in der Branche Rang und Namen hat. Stark vertreten ist auch wieder die Landeshauptstadt. Dabei haben die Kieler einiges im Gepäck. Der Seehafen will sich für die Abfertigung noch größerer Luxusliner mit einem neuen Liegeplatz rüsten.

 Woran es in Kiel im Sommer mangelt, sind die Liegeplätze. Schon 2011 war während der Wochenenden am Kreuzfahrtterminal Ostseekai zwischen Mai und September kaum ein Platz frei. Auch in diesem Jahr ist die Auslastung des Ostseekais im Sommer mehr als gedeckt. „Wenn Kiel in der oberen Liga der Kreuzfahrthäfen mitspielen will, brauchen wir Liegeplätze“, sagt Jens Broder Knudsen von der Maklerei Sartori & Berger. Das Unternehmen hat den Aufstieg Kiels zu einem der führenden deutschen Kreuzfahrthäfen von Anfang an begleitet.Auch der seit 1997 bestehende Norwegenkai ist keine Lösung – er ist inzwischen genauso überlastet wie der 2007 eingeweihte Ostseekai. So soll es 2013 neben den drei Plätzen im Stadthafen einen vierten Liegeplatz im Ostuferhafen geben. Dort können danach auch die größten in Europa eingesetzten Kreuzfahrtschiffe abgefertigt werden. Selbst die „Queen Mary 2“ hätte dort Platz genug. Der Liegeplatz wird heute für Container- und Papierumschlag genutzt. Diese Kaianlage war bis in die 80er Jahre der Dietrichsdorfer Teil der Großwerft HDW. Heute gehören Kai und Hallen zum Seehafen. Sie sollen so umgestaltet werden, dass in der Saison 2013 dort auch Kreuzfahrtschiffe mit einer Länge von bis zu 395 Metern bei einem Tiefgang von über zehn Metern festmachen können. Eine der beiden dort stehenden Hallen soll im Winter in ein Abfertigungsgebäude mit einer Grundfläche von 3000 Quadratmetern umgerüstet werden.

Insgesamt sollen in den Umbau nach Auskunft des Seehafens fast 4,6 Millionen Euro investiert werden. Davon sind fast zwei Millionen Euro ausschließlich für die Bedürfnisse der Kreuzfahrtreeder vorgesehen. Direkt am Terminal werden 400 Langzeitparkplätze für Passagiere und Stellplätze für Reisebusse geschaffen. Nach den Worten von Seehafen-Chef Dirk Claus ist der neue Liegeplatz durchaus mit Anlagen in Kopenhagen vergleichbar. Die dänische Hauptstadt ist mit fast 380 Schiffsanläufen in diesem Jahr die Nummer eins in Nordeuropa. In Kiel werden in diesem Jahr 138 Schiffsbesuche erwartet.

 Um international noch besser wahrgenommen zu werden, wird sich der Seehafen Kiel ab Montag in Miami erstmals unter einem neuen Logo präsentieren. Das blauweiße Seehafensymbol hat ausgedient. Dirk Claus hat von der Hamburger Agentur Mutabor einen neuen Markenauftritt mitsamt Logo entwerfen lassen. Das Logo besteht aus fünf Segelbooten, die durch ihre Anordnung einen Stern bilden. Das vor 15 Jahren nach der Umwandlung aus den Hafen- und Verkehrsbetrieben entstandene Hafenlogo soll schnellstmöglich durch den Stern mit den Worten Port of Kiel ersetzt werden. Das Leitbild des Hafens lautet zukünftig „First Trade – First Travel“. Damit, so Hafenchef Claus, wolle man allen Kunden einen erstklassigen und zudem sehr persönlichen Service bieten. Möglichen Kritikern der englischen Bezeichnungen trat Claus im Vorwege entgegen: „Der Kieler Seehafen ist im internationalen Umfeld tätig. Es ist daher folgerichtig, die englische Bezeichnung Port of Kiel im Logo zu führen.“