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Kiel Willkommen in Kiel, Ihr Erstis!
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17:13 14.10.2019
Von Marc R. Hofmann
Uni-Präsident Lutz Kipp bei Erstsemesterbegrüßung an der Christian-Albrechts-Universität. Quelle: Frank Peter
Kiel

"Kiel ist die schönste Stadt der Welt", sagt Uni-Präsident Prof. Lutz Kipp selbstbewusst auf Englisch bei der Begrüßung der Erstsemester an der Christian-Albrechts-Universität (CAU). Kurzes Gelächter kommt auf, das jedoch schnell in ein herzhaftes Klatschen umschlägt.

Mehr als 7000 neue Studenten in Kiel

Bis auf den letzten Platz gefüllt ist das Audimax. 1400 Studenten sitzen hier. Knapp 5400 Studierende starten in dieser Woche an der CAU, rund 430 von ihnen kommen aus dem Ausland. Beliebtestes  Fach an der größten Uni in Schleswig-Holstein ist Deutsch (689 Studienanfänger), gefolgt von Geschichte (627).

Neu beginnen in Kiel in diesen Tagen auch 145 Studenten an der Muthesius-Kunsthochschule. An der Fachhochschule begann das Semester bereits im September mit gut 1500 Uni-Frischlingen.

Überschaubare Großstadt: Tinder unnötig

"Wir sind vielleicht nicht die schönste Stadt der Welt, aber eine Großstadt, die noch überschaubar ist", fasst Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) die Qualitäten der Förde-Stadt mit 250.000 Einwohnern zusammen. "Hier treffen sie sich immer zweimal, auch ohne eine Dating-App wie Tinder", fährt er zur Freude der jungen Studenten fort.

"In Kiel leben 35.000 Studenten. Sie prägen den Sound dieser Stadt", sagt der Oberbürgermeister und wirbt für Kiel. "Wir spielen gut Handball, mittlerweile auch Fußball und sind mit San Francisco verpartnert. Und wir waren nicht die, die gefragt haben", sagt er stolz.

Kieler Instrumente erkunden die Rückseite des Mondes

"Sie haben eine gute Wahl getroffen", bestätigt auch Uni-Präsident Kipp. Die 1665 gegründete CAU gehöre zu den besten Universitäten in der Bundesrepublik. "Erst Anfang dieses Jahres ist eine Sonde mit in Kiel entwickelten Instrumenten erstmals auf der Rückseite des Mondes gelandet", sagt Lutz Kipp.

Uni unterstützt Unternehmensgründer

Weitere Vorzüge der Universität seien ihr eigener Inkubator zur Förderung von Studenten und Wissenschaftlern, die ein Unternehmen gründen wollen, sagt der Uni-Präsident. Die Gründer von Orthodrone, einem Start-up zur Überwachung von Küstenerosion mit Drohnen, seien derzeit mit Unterstützung der Universität im Silicon Valley in den USA.

Um in den Genuss dieser Chancen zu kommen, müssen die Studenten jedoch auch Prüfungen bestehen. Studiendekan Prof. Axel Scheidig von der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät sagt: "Prüfen ist für niemanden angenehm, auch nicht für den Prüfer."

Forschung anschaulich präsentiert

Angenehmer ist da die Science-Show zum Abschluss der Erstsemester-Begrüßung. Jaqueline Lindemeyer, selbst Studentin im Master Biochemie, präsentiert auf anschauliche Weise, was ihr Fach ausmacht: "Niemand ist eine Insel, auch nicht die Rippenqualle", sagt sie und zeigt eine Vergrößerung des eigentlich nur wenige Zentimeter großen Tiers. Denn auf jedem Organismus befindet sich noch eine Vielzahl weiterer Lebewesen. "Bakterien haften sich an die Qualle und geben chemische Signale an, die weitere Bakterien anlocken." Fast wie Urlauber, die eine Postkarte schrieben, erklärt sie.

Die Studenten klatschen ausgiebig, bevor sie den Saal verlassen. In vielen von ihnen scheint das Feuer für die Wissenschaft entfacht. Am Asta-Stand im Foyer erhalten sie Stoffbeutel, mit der "Moin"-Aufschrift. So eingenordet verlassen sie ihre erste Veranstaltung im Audimax.

Was sich Studenten vom Studium erwarten

Was sie sich von ihrem Studium erwarten, erzählen Annika, Simon, Lea und Benno stellvertretend für ihre Kommilitonen.

Annika Mathe (19) ist zum Studium aus Quedlinburg in Sachsen-Anhalt nach Kiel gekommen. Sie sagt: "Geophysik wird sonst nur noch in Hamburg angeboten." Das breite Angebot des Studiengangs in Kiel habe sie jedoch überzeugt, an die Förde zu kommen.

Simon Jürgensen (18) aus Gettorf studiert Informatik. "Ich wollte vor allem in der Region bleiben", sagt er. Er kann sich jedoch vorstellen, bald in die Stadt zu ziehen.

Lea Toschke (23) wohnt bereits in Kiel: "Ich studiere jetzt nebenher Wirtschaftschemie", sagt sie. Die 23-Jährige kann sich eine Zukunft in der Pharmabranche vorstellen und arbeitet bereits bei dem Kieler Unternehmen KVP, das Arzneimittel für Tiere herstellt.

Benno Worm (17) aus Heikendorf studiert ebenfalls Wirtschaftschemie. Zur Immatrikulation mussten noch einmal seine Eltern unterschreiben, mit 18 möchte der junge Mann in die Stadt ziehen. "Denn als Segler will ich hier bleiben", sagt er.

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