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Kiel „Verurteilen sie mich doch einfach!“
Kiel „Verurteilen sie mich doch einfach!“
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21:12 04.07.2016
Von Thomas Geyer
Der Prozess gegen die Serieneinbrecher begann mit einer eher genervten Reaktion eines der Angeklagten. Quelle: dpa
Kiel

Die 21 und 27 Jahre alten Angeklagten sind mutmaßliche Komplizen jenes Heranwachsenden, der im Dezember bei einem spektakulären Hubschraubereinsatz im Stadtteil Friedrichsort festgenommen worden war. Wie berichtet wurde der 20-Jährige vor zwei Wochen unmittelbar nach seiner Verurteilung durch ein Kieler Jugendschöffengericht in seine Heimat abgeschoben. Erste Verständigungsversuche im Prozess gegen seine älteren Landsleute liefen ins Leere: Zu weit auseinander klaffen die Vorstellungen der Staatsanwaltschaft, die Freiheitsstrafen bis zu dreieinhalb Jahre fordert, und der Verteidigung, die als Gegenleistung für Geständnisse auf Bewährung besteht.

Die 1. Große Strafkammer hat bereits Farbe bekannt: Sollten sich die Vorwürfe erhärten, komme Bewährung schon wegen ihrer Vielzahl nicht in Betracht. Auch die Höhe des Schadens spreche für Freiheitsstrafen über zwei Jahre.

Allein beim vorweihnachtlichen Einbruch in ein Haus in Tarp fielen den Tätern Bargeld und Schmuck im Wert von 23500 Euro in die Hände. Die Tat betrifft nur den jüngeren Angeklagten, der mit unbekannten Mittätern eingestiegen sein soll. Zwei Tage vor Heiligabend fanden sie Goldbarren, Sammlermünzen, Brillantringe, Uhren und schwere Goldpanzerketten. Nun drücken die hohen Werte die Straferwartung nach oben. In den meisten anderen Häusern fiel die Beute weit bescheidender aus. Oft blieb es auch nur beim Versuch. So wurde das Duo, das laut Anklage von einer Flüchtlingsunterkunft bei Preetz zu den Diebestouren aufbrach, von Nachbarn gestört, als es am 28. Dezember in Jevenstedt in einen Wintergarten eingebrochen war. Die Täter flüchteten. Und passierten ungeschoren eine Polizeikontrolle, die noch nichts von dem frischen Einbruch wusste.

Zweimal vom Tatort vertrieben

Kurz vor ihrer Festnahme standen die Einbrecher am 7. Januar in einem Haus in Kiel-Pries plötzlich vor zwei großen Hunden. Rückzug war auch angesagt, als sie in einer Ferienhaussiedlung in Löptin plötzlich eine Bewohnerin mit ihren Taschenlampen anstrahlten. Die geschockte Zeugin schrie laut nach der Polizei und konnte die Eindringlinge vertreiben.

Gestern kam der Prozess mit zweistündiger Verzögerung in Gang, weil den Angeklagten nur eine Übersetzung der Tatvorwürfe in einem nordalbanischen Dialekt vorlag. Der Ältere stammte aus dem Süden und benötigte laut Verteidiger unbedingt eine eigene Übersetzung. Der 27-Jährige, der sich die Tatvorwürfe von einem Mitgefangenen längst übersetzen ließ, schien eher genervt vom sprachwissenschaftlichen Exkurs. „Stimmt sowieso nicht, was da drin steht!“, ließ er die Dolmetscherin übersetzen. „Verurteilen sie mich doch einfach und lassen mich in Ruhe!“

Wie weiht man einen neuen Spielplatz ein? Natürlich mit einem tollen Fest. Das lockte trotz regnerischen Wetters Klein und Groß auf den Hof der Mettenhofer Göteburg – einer Wohnanlage der Wohnungsbaugenossenschaft Vonovia. Mieter und Eltern hatten 20000 Euro für die Sanierung durch Spenden eingeworben.

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