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Kiel Auf dem E-Roller durch Kiel
Kiel Auf dem E-Roller durch Kiel
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19:51 25.06.2019
Von Martin Geist
René Andersson, Bernd Hübner und Thomas Kahle (von links) von der World of Energy Germany haben eine eindrucksvolle E-Rollerflotte aufgebaut. Quelle: Martin Geist
Kiel

Per Smartphone-App den nächsten Roller finden und freischalten, Helm auf und lautlos losbrausen: So einfach funktioniert das Roller-Sharing. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, verweist Initiator René Andersson, gemeinsam mit Thomas Kahle Geschäftsführer von WOE Germany, auf die Klimadiskussion, aber auch auf die Probleme mit schadstoffbelasteter Luft in Kiel. Die Elektroroller aus dem Hause Niu sind lokal emissionsfrei unterwegs, geben kein nerviges Motorenknattern von sich und begeistern durch Beschleunigung.

Reichweite: Roller schaffen 70 Kilometer

Die Reichweite der Roller beträgt etwa 70 Kilometer, doch das muss die Nutzer nicht interessieren. Sobald der Ladezustand kritisch wird, verschwindet das Fahrzeug in der App automatisch aus der Liste der verfügbaren Roller. Dann rückt ein Mitarbeiter des Service-Teams aus und tauscht den schlappen Akku gegen einen frisch geladenen. Auch ums Thema Helm muss sich niemand einen Kopf machen, denn der findet sich in zweierlei Größen in der Gepäckbox hinter der Sitzbank.

Pro Minute kostet der Öko-Roller-Spaß 23 Cent. Wird zum Beispiel für einen kurzen Einkauf eine Pause eingelegt, wechselt der Zähler in den Parkmodus mit 12 Cent pro Minute. Die Anmeldung kostet eine einmalige Gebühr von 19 Euro, enthalten sind darin 30 Freiminuten. „Damit ist das Rollern oftmals günstiger als ein Busticket“, betont Thomas Kahle.

Genutzt werden kann das Roller-Sharing ab sofort über eine Android-App, in wenigen Tagen folgt eine iOS-Version für Apple-Geräte. Wer damit fahren will, muss mindestens 16 Jahre alt sein und einen Führerschein fürs Auto oder für Roller und Co. (Klasse AM) haben. Nach der Fahrt können die Roller im Prinzip überall in Kiel und Kronshagen abgestellt werden. Das natürlich immer nur dort, wo es auch erlaubt ist. „Free Floating“ nennt sich das Prinzip in der Fachsprache.

Neben der WOE Germany ist an dem Roller-to-Go-Projekt Zweiradspezialist Bernd Hübner mit seiner Firma Wimi als angeschlossener Niu-Händler und auch als Werkstattpartner beteiligt. Die Olympic Auto GmbH stellt E-Transporter für den Akkutausch und andere Aufgaben zur Verfügung, leistet aber auch den elektrotechnischen Support.

Start-up sprach mit Regionalverbund Kielregion

Entwickelt hat das Start-up sein Konzept in engem Dialog mit dem Regionalverbund Kielregion. „Unser Angebot ist ein Beitrag zum Masterplan Mobilität der Kielregion, und wir fanden in der Entwicklungsphase immer ein offenes Ohr bei den Verantwortlichen“, betont Thomas Kahle.

Entspannt reagieren die Leute von WOE Germany auf die Pläne eines weiteren Start-ups, das unter dem Label Wofii in einigen Wochen mit zunächst zehn E-Rollern an den Start gehen will (wir berichteten). „Da geht es um dieselbe Sache, und wir sind grundsätzlich offen für Kooperationen mit allen, die im Bereich der E-Mobilität unterwegs sind“, sagt Geschäftsführer Kahle.

Wenn alles so läuft wie erhofft, ist das Roller-Sharing nur der erste unternehmerische Schritt von World of Energy. In der nächsten Stufe will die Firma nach demselben flexiblen Verfahren auch Autos verleihen. Elektrische selbstverständlich.

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