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Kiel Wo könnte man am besten überleben?
Kiel Wo könnte man am besten überleben?
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11:21 17.09.2018
Von Kristiane Backheuer
„Die Holtenauer pulsiert“: Beim großen Aktionstag am kommenden Dienstag soll auf die „Woche der Wiederbelebung“ aufmerksam gemacht werden und darauf, wie einfach es für jeden Einzelnen ist, im Notfall zu helfen. Mit dabei sind unter anderem (v.li.) Marten Freund (Schlemmermarkt Freund), Silke Aumann (Aumann Authentics), Jessika Popp (Institut für Rettungs- und Notfallmedizin), Andrea Hake (vom Verein „Die Holtenauer“), Andrea Hartmann (KN) und Einar Rubin (Kiwi).
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 „Aber erst einmal machen wir einen Schritt nach dem anderen.“ Vor rund eineinhalb Jahren haben die Kieler Nachrichten gemeinsam mit dem UKSH die Aktion „KN hilft Leben retten“ initiiert, bei der sich Laien in zweistündigen Kursen kostenlos zu Lebensrettern ausbilden lassen können. Jetzt werden die Geschäftsleute der Holtenauer Straße aktiv. Startschuss ist ein großer Aktionstag zur bundesweiten „Woche der Wiederbelebung“ am kommenden Dienstag. Die komplette Holtenauer wird dabei zur Informations-Meile.

Am Aktionstag ziehen alle an einem Strang und wollen zeigen: Jeder kann helfen, wenn ein Mensch in der unmittelbaren Umgebung einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand erleidet. So wird zwischen der Bäckerei Günther und Schuh Heinrich ein großes Infozelt aufgebaut, in dem sich UKSH und Kieler Nachrichten mit der Aktion „KN hilft Leben retten“ präsentieren. In einem Pavillon vor dem Bekleidungsgeschäft Witte klären UKSH und der Arbeiter-Samariter-Bund auf. Der Malteser Hilfsdienst, das Deutsche Rote Kreuz und die DLRG werden entlang der Straße an Messeständen vertreten sein. Mehrere Rettungswagen sollen schon von Weitem sichtbar machen, dass es hier um einen besonderen Tag geht, der ganz viel Aufmerksamkeit verdient. Von 14 bis 15.30 Uhr können die Wagen dann auf dem Parkplatz von Schlemmermarkt Freund besichtigt werden. Dazu gibt es eine Verlosungsaktion von 30 Plätzen für „KN hilft Leben retten“.

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„Unsere Mitglieder waren sofort von der Idee des Aktionstages begeistert“, sagt Andrea Hake vom Verein „Die Holtenauer“, in dem 150 Geschäftsleute vereint sind. „Das ist eine tolle Möglichkeit, dieses Thema in die Öffentlichkeit zu tragen.“

Mit im Boot sitzt auch die Kieler Wirtschaftsförderung „Kiwi“, die die Koordination übernommen und ein Logo entworfen hat. Zwei Hände, die ein Herz formen und bereit sind für eine Herzdruckmassage. Dazu eine aktive Herzlinie und die Worte „Die Holtenauer pulsiert“. „Als Dachmarke haben wir uns das Logo mit den Worten ,Kiel pulsiert’ überlegt“, erklärt Yvonne Smith von der Kiwi. „Wir hoffen, dass nach der Holtenauer Straße noch viele andere mitmachen werden.“

Der Aktionstag ist dabei die Auftaktveranstaltung für eine Kiel-weite Bewegung. Denn je mehr Menschen wissen, was bei einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand zu tun ist, desto mehr Menschen können überleben. 70000 sind jedes Jahr in Deutschland vom plötzlichen Herzstillstand betroffen. Bisher können rund 5000 davon gerettet werden. Die Zahl könnte deutlich höher sein, wenn mehr Menschen wüssten, wie eine Herzdruckmassage funktioniert, so Jessika Popp. Noch am Dienstag selbst werden sich 30 Firmeninhaber und Mitarbeiter der Holtenauer vom Institut für Rettungs- und Notfallmedizin schulen lassen. Ein Aufkleber mit dem Hände-Logo soll dann schon von draußen an der Geschäftstür signalisieren, dass es hier Helfer gibt. „So machen wir die Holtenauer zu einer sicheren Einkaufsstraße“, freut sich Marten Freund von Schlemmermarkt Freund, der sich sofort zur Schulung angemeldet hat. „Auch ich hatte schon einmal einen Herzstillstand. Eine Wespe hatte mich gestochen, und ich wusste nicht, dass ich hochgradig allergisch bin. Zum Glück war ein Arzt anwesend. So ein Glück hat aber nicht jeder.“ Die Holtenauer Geschäftsleute helfen nun dem Glück auf die Sprünge.

Der Aktionstag zur „Woche der Wiederbelebung“ findet am Dienstag, 18. September, von 10 bis 16 Uhr in der Holtenauer Straße statt. Die Aktion „KN hilft Leben retten“ kann man zudem mit Spenden unterstützen. Hilfskonto DE05 2105 0170 1400 262000 bei der Förde Sparkasse. Zugleich können Unternehmen mit einer Mail an leben-retten@kieler-nachrichten.de zum Partner werden, um Schulungen (Kosten 1700 Euro) zu finanzieren.

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