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Kiel Wissen, was sich wirklich zuträgt
Kiel Wissen, was sich wirklich zuträgt
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22:03 02.02.2016
Von Martina Drexler
Die Kieler Polizei wird mit den Eutiner Kollegen in diesem Jahr das Sicherheitskonzept für die Kieler Woche auch vor dem Hintergrund der Ereignisse in der Silvesternacht in Köln erarbeiten. Man werde in der Fläche präsenter sein, erklärte die Kieler Polizeidirektion. Quelle: Arne Dedert/ dpa
Kiel

Anlass für den rot-grün-blauen Vorstoß waren die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln. Laut den vergangenen Kriminalstatistiken blieben die Zahlen der Straftaten in Silvesternächten oder bei Volksfesten relativ konstant und zeigten keine Auffälligkeiten. „Wir wollen wissen, was sich in Kiel bei Großveranstaltungen und Volksfesten wirklich zuträgt. Dabei interessieren uns insbesondere die sachlichen Erkenntnisse der Polizei und des Frauennotrufs zu Übergriffen auf Frauen und zu besonderen Deliktsformen, beispielsweise sogenanntes ‚Antanzen‘“, begründen die Innenpolitiker Falk Stadelmann (SPD), Dagmar Hirdes (Grüne) und Marcel Schmidt (SSW) den Antrag, den auch die CDU unterstützt. Zustimmung fand die Forderung auch bei der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Helga Rausch, die vorschlug, noch weitere Frauenberatungsstellen zur Einschätzung der Lage einzubeziehen. Solche Einrichtungen könnten Hinweise auf das Ausmaß etwa des Phänomens „Antanzen“ geben, da sie dieses Phänomen schon länger kennen und wüssten, wie viele Vorfälle gar nicht angezeigt würden. Auch Dagmar Hirdes hofft, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und auch die Anzeigenbereitschaft zu erhöhen – wenn der Bericht der Polizei, der Stadt und des Frauennotrufs Rückschlüsse zulasse.

Sicherheit bei der Kieler Woche

Wann der Bericht vorliegt, konnte die Polizei noch nicht sagen. Es sei noch zu früh, in Abstimmung mit der Stadt ein Sicherheitskonzept etwa für die künftige Kieler Woche herauszugeben, erklärten Thomas Bauchrowitz, Leiter der Polizeidirektion Kiel, und Frank Matthiesen, Leiter des Führungsstabes. Man sei auch in Gesprächen mit der Feuerwehr und wolle abwarten, welche Erkenntnisse jetzt die Kollegen in den Karnevalshochburgen mit eventuellen Bombendrohungen und Belästigungen von Frauen sammelten. Nur eins steht für die Polizei schon jetzt fest: Sie hofft auf die Zusammenarbeit mit den Bürgern. „Wir werden mehr in der Fläche sein, können aber nicht überall sein,“ sagte Matthiesen und kündigte an, dass die Polizei der Bevölkerung „relativ deutliche Verhaltensregeln“ mit auf den Weg in den Festtrubel geben will.

Marcel Schmidt (SSW), selbst Polizist, baut sehr auf die Auswertung der Statistiken mit dem Fokus Übergriffe auf Frauen, Raub- und Diebstahlsdelikte, nicht nur, um wertvolle Rückschlüsse auf bestimmte Brennpunkte ziehen zu können, sondern auch, um „geistigen Brandstiftern mit Fakten das Wasser abzugraben.“ In dieselbe Kerbe schlug Stadelmann (SPD), als er die Befürchtung von Stefan Rudau (Linke) zurückwies, die Intention des Antrags könne falsch verstanden werden. Es gehe um eine Versachlichung der Debatte. Der Antrag kam bei Enthaltung der Linken einstimmig durch.

Abläufe straffen und Zeit gewinnen

Der Wirbel um den Kieler Flüchtlingserlass oder Berichte über Übergriffe in der Wik waren weder im Ausschuss noch im Polizeibeirat Thema. Aber der Begriff „subjektive oder gefühlte Sicherheit“ fiel in der Debatte über die Kieler Polizeireform allenthalben. Bauchrowitz wie Matthiesen beteuerten wie bereits vor besorgten Anwohnern im Ortsbeirat Elmschenhagen, dass keine Stelle gestrichen wird und die in den Stadtteilen bekannten Polizeibeamten bleiben. Man wolle die Abläufe straffen und damit Arbeitszeit gewinnen, um eine bessere Erreichbarkeit zu gewährleisten.

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