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Kiel Sicherheitsprüfung braucht keine Werftzeit
Kiel Sicherheitsprüfung braucht keine Werftzeit
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09:00 21.11.2012
Von Frank Behling
Für den Austausch der Rettungsinseln auf der Wasserseite ging der Schlepper „Kitzeberg“ mit Ponton „Hörn 20“ im Schlepptau längsseits zur Color-Fähre. Quelle: Behling
Kiel

Rettungseinrichtungen müssen auf Schiffen regelmäßig überprüft werden. Früher wurde dies während der jährlichen Werftzeit gemacht. Die neuen Kreuzfahrtfähren der Color Line müssen jedoch nicht mehr jedes Jahr ins Dock, weil Farbanstrich, Ruder- und Antriebsanlagen inzwischen länger als zwei Jahre ohne Wartung auskommen. Das gilt aber nicht für die Rettungsinseln und das Evakuierungssystem des Typs Viking VEC.

 Was früher im Dock geschah, muss deshalb nun im laufenden Betrieb erfolgen. Während der Liegezeit am Norwegenkai werden die Inseln unter Einsatz eines Mobilkrans abgebaut. Damit der Kran auch auf der Wasserseite ans Deck kommt, bediente sich die Reederei der Kieler Hafeninfrastruktur und charterte nicht nur die Kranfirma Wille, sondern auch noch den Ponton „Hörn 20“ und den Schlepper „Kitzeberg“. Der Schlepper schob den Ponton mitsamt Mobilkran an die Bordwand, so dass die Rettungsinseln vom Hauptdeck abmontiert werden konnten. Die Überprüfung übernimmt ein Spezialbetrieb der Herstellerfirma. Bis das erledigt ist, bekommen die Fähren im Austausch andere Inseln.

 Überwacht werden die Arbeiten und der Zustand von der norwegischen Klassifikationsgesellschaft Det Norske Veritas (DNV). Alle sechs Jahre werden die Anlagen dann komplett durch neue ersetzt. Die unter norwegischer Flagge fahrende „Color Magic“ wurde 2007 in Dienst gestellt und ist drei Jahre jünger als die „Color Fantasy“. Die Schiffe haben jeweils rund 1000 Kabinen für bis zu 2700 Passagiere. An Bord sind für den Notfall 34 Rettungsinseln, sechs Rettungsboote und zwei schnelle Speedboote.