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Kiel Silvester: Stadt verzichtet auf Verbotszonen
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Silvester 2021: Kiel erlässt keine Verbotszonen für Feuerwerk

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16:36 29.12.2021
Von Rieke Beckwermert
Silvester-Feuerwerk über der Kieler Hörn: In diesem Jahr gibt es in Kiel, anders als 2020, keine besonderen Feuerwerksverbotszonen.
Silvester-Feuerwerk über der Kieler Hörn: In diesem Jahr gibt es in Kiel, anders als 2020, keine besonderen Feuerwerksverbotszonen. Quelle: Frank Peter
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Im vergangenen Jahr gab es zu Silvester in Kiel vier Feuerwerksverbotszonen, etwa rund um den Hauptbahnhof sowie an der Kiellinie. Dieses Jahr sehen Stadt und Polizei keine Notwendigkeit dafür. Das teilte die Sprecherin der Stadt, Kerstin Graupner, am Mittwoch auf Anfrage mit. In Kiel gilt demnach die Landesverordnung, eine eigene Allgemeinverfügung werde es nicht geben.

Polizei sieht keine besondere Gefährdung durch Böller an bestimmten Plätzen in Kiel

„Die Polizeidirektion Kiel hat die Lage analysiert. Sie hat abgefragt, wo Veranstaltungen stattfinden werden. An keiner Stelle konnte sie herleiten, dass es irgendwo zu größeren Menschenansammlungen kommen wird und damit zu einer besonderen Gefährdung durch Böller an bestimmten Plätzen“, sagte Graupner. Diese Gefahr bestehe gleichermaßen an jedem anderen Ort in Kiel. „Hätte man das komplett ausschließen wollen, hätte das Land in der Verordnung das Böllern komplett untersagen können. Insofern sieht die Polizei keinen Grund für eine Allgemeinverfügung.“ Auch die Erfahrung aus dem Vorjahr habe zur Entscheidung beigetragen, 2021 keine zusätzlichen Verbotszonen einzurichten.

Gleichwohl will die Pressesprecherin diese Entscheidung nicht als Aufforderung an die Kielerinnen und Kieler verstanden wissen, nun verstärkt in der Silvesternacht Feuerwerk zu zünden. Sie appelliert an das Bewusstsein in der Bevölkerung, in der Corona-Pandemie grundsätzlich Vorsicht und Zurückhaltung walten zu lassen – auch im Hinblick aufs Böllern. „Wir appellieren an die Vernunft der Kielerinnen und Kieler“, sagt auch Ordnungsdezernent Christian Zierau.

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Eine Lärmbelästigung durch Knallerei zum Jahreswechsel außerhalb der üblichen Zeiten sei ohnehin nicht erlaubt, erinnerte die Stadt. In der Nähe von Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen soll in der Silvesternacht aus Lärmschutzgründen gar nicht geknallt werden, heißt es. Und weiter: „Zum Schutz von Wasservögeln ist die Knallerei in städtischen Parks mit Wasserflächen wie dem Schrevenpark verboten.“

Außerdem darf in Kiel Pyrotechnik der Klasse II wie zum Beispiel Raketen, Schwärmer, Knallkörper und Batterien nicht in einer Entfernung unter 200 Metern zu brandempfindlichen Häusern mit Stroh- oder Reetdächern gezündet werden. Auch in der Nähe von landwirtschaftlichen Gebäuden und Stallungen ist es verboten, Feuerwerkskörper abzubrennen.

Jeder, der in Kiel böllert, muss Reste selbst beseitigen

Wie zu jedem Jahreswechsel gelte zudem: Wer die Kieler Straßen und Gehwege durch Feuerwerkskörper verschmutzt, muss die Reste von Böllern und Raketenbatterien auch unaufgefordert wieder wegräumen. Die Straßenreinigung des Abfallwirtschaftsbetriebs Kiel beseitigt die von den Feiernden nicht ordentlich beseitigten Überreste der Silvesternacht lediglich im Rahmen der üblichen Straßenreinigung.

Im Fall von Problemen auf den Straßen ist in der Silversternacht die Polizei der richtige Ansprechpartner. Der Kommunale Ordnungsdienst ist am Freitag nämlich nur von 8 bis 15.30 Uhr erreichbar und am Neujahrstag von 12 bis 19.30 Uhr.

Kritik an der Entscheidung, keine Feuerwerksverbotszonen einzurichten, gab es am Mittwoch umgehend vom SSW. „Örtliche Feuerwerksverbote hätten ein klares Signal der Vernunft und des Umwelt- und Gesundheitsschutzes gesetzt. Stattdessen wir eine Böller Botschaft gesendet“, moniert Fraktionschef Marcel Schmidt.