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Kiel So lief der Gottesdienst an Heiligabend in der Ansgarkirche in Kiel
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So lief der Gottesdienst an Heiligabend in der Ansgarkirche in Kiel

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13:56 25.12.2021
Von Thomas Eisenkrätzer
"Schön, dass Sie sich aufgemacht haben!" Pastor Dr. Jochen Hose begrüßte beim Heiligabend-Gottesdienst für Familien in der Ansgarkirche in Kiel eine überschaubare Zahl an Besuchern.
"Schön, dass Sie sich aufgemacht haben!" Pastor Dr. Jochen Hose begrüßte beim Heiligabend-Gottesdienst für Familien in der Ansgarkirche in Kiel eine überschaubare Zahl an Besuchern. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

Drei junge Männer der Kieler Wach- und Sicherheitsgesellschaft kontrollieren am Eingang die Impfzertifikate und Personalausweise der Erwachsenen und die Testzertifikate der Kinder und Jugendlichen. Später wird gesungen – mit Mund-Nasen-Schutz. Und die wenigen Kinder, die mit ihren Eltern gekommen sind, lassen sich nur zögerlich motivieren, als Mäuse, Katzen und Bären beim Krippenspiel mitzuwirken.

Platz ist genug in den Reihen, so lässt es sich gut auf Abstand sitzen. Es ist ein eher stiller Familiengottesdienst am Freitagnachmittag in der Kieler Ansgarkirche an der Holtenauer Straße – der Citykirche der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Heiligengeist.

2G (geimpft oder genesen) für Erwachsene, frische Tests bei den Kindern, Mund-Nasen-Masken und Abstand halten beim Heiligabend-Gottesdienst für Familien in der Ansgarkirche in Kiel die Gefahr von Übertragungen gering. An der Tür kontrollierten drei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes die Zertifikate. Gesungen wurde mit Maske. Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kirchen haben ihre Türen geöffnet

Was wäre für Christen der Heilige Abend und Weihnachten ohne Gottesdienste? Ohne gemeinsames Gebet? Ohne Predigt? Ohne Orgelspiel und Gesang? Ohne Jesu Geburt zu feiern? Die Kirchen haben ihre Türen geöffnet, haben die Menschen hereingelassen, sich wieder mit der durch die Coronapandemie bedingten Situation arrangiert.

Für die Heiligengeist-Kirchengemeinde, zu der neben der Ansgar- auch die Pauluskirche im Niemannsweg gehört, heißt das: Alle sieben Gottesdienste zu Heiligabend finden statt – eben nur unter strengen Auflagen. In diesem Fall: 2G für Erwachsene und ein gültiger Negativ-Test für Schülerinnen und Schüler, lediglich die ganz kleinen Kinder dürfen ohne Nachweis in die Kirche.

"Schön, dass Sie sich aufgemacht haben!" Pastor Dr. Jochen Hose beim Heiligabend-Gottesdienst für Familien in der Ansgarkirche in Kiel. Quelle: Thomas Eisenkrätzer

„Mit diesen Maßnahmen können wir das Risiko schwerer Krankheitsverläufe klein halten und eine entspannte Situation für unsere Besucherinnen und Besucher gewährleisten“, sagt Dr. Jochen Hose, der Pastor, der Heiligabend diesen und zwei weitere Gottesdienste übernimmt. Er rechne damit, dass „weniger Leute kommen als sonst“ - und so ist es dann auch. „Schön, dass Sie sich aufgemacht haben“, begrüßt er diejenigen, die gekommen sind.

„Wir fühlen uns wohl und sicher“

Und die vollstes Verständnis für die Maßnahmen haben. „Es ist gut, dass dieser Gottesdienst so unkompliziert und ohne Anmeldung möglich ist, und wir fühlen uns wohl und sicher“, sagt Lillet Goltalab, eine 23-jährige Frau, die mit zwei Kindern und einer Freundin die Kontrollen am Eingang passiert hat.

2G (geimpft oder genesen) für Erwachsene, frische Tests bei den Kindern, Mund-Nasen-Masken und Abstand halten beim Heiligabend-Gottesdienst für Familien in der Ansgarkirche in Kiel die Gefahr von Übertragungen gering. An der Tür kontrollierten drei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes die Zertifikate. Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Evelyn, eine andere Besucherin, wartet vor der Kirche, sie hat ihren Personalausweis vergessen, ihr Mann ist mit den Kindern schnell nochmal nach Hause gefahren, um ihn zu holen. „Das ist völlig in Ordnung so, bin ja selbst Schuld, wenn ich meinen Ausweis vergesse“, sagt sie. 2G in der Kirche sei vernünftig, der richtige Ansatz.

So werden die Weihnachtslieder zu den Klängen der Orgel eben nur leise hinter den Masken gesungen, und bei der abgespeckten Version des Krippenspiels sind Maria und Jesus allein mit den Mäusen, Katzen und Bären. Gottesdienstbesucherin Silke Tiedemann: „Für mich ist das völlig in Ordnung so. Ich freue mich, dass es nicht so voll ist, würde gar nicht so gern eng auf eng sitzen, zumal die Omikron-Variante auf dem Vormarsch ist.“

Am Schluss erinnert Pastor Hose daran, dass nicht vergessen werden darf, dass es auf dieser Welt noch andere Sorgen gibt als die Corona-Pandemie – die Kollekte wird für die 63. Brot-für-die-Welt-Aktion gesammelt, die unter dem Motto „Eine Welt. Ein Klima. Eine Zukunft.“ steht.

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