Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel So war der Hoëcker-Auftritt in Kiel
Kiel So war der Hoëcker-Auftritt in Kiel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
15:38 07.03.2020
Von Thorben Bull
Bernhard Hoëcker ist am Freitagabend in Kiel aufgetreten – in einem mit 280 Gästen gut gefüllten Max Nachttheater. Quelle: Björn Schaller
Anzeige
Kiel

Auch wenn Bernhard Hoëcker den Abend mit einem Loblied auf die Vergangenheit beginnt, relativiert der Comedian doch flugs im Anschluss, denn schließlich haben früher „die Kinder im Auto mitgeraucht.“ Mit seiner aufgeweckten, flippigen und nicht zuletzt charmant-sympathischen Art wehrt sich Bernhard Hoëcker entschieden dagegen, dass der bekannte Sehnsuchtsausspruch „Früher war alles besser“ eine unumstrittene Gültigkeit besitzt.

Alsbald kristallisiert sich Hoëckers Kernaussage heraus: Anstatt sich allzu sehr an blumige Erinnerungen zu klammern, sollen wir uns „lieber auf die Zukunft freuen, die noch viele schöne Sachen für uns bereithält.“

Bernhard Hoëcker ein erfahrener Bühnenmann

Und wie mischt man alteingesessene Muster auf? Richtig, mit Humor. Ein erfahrener Bühnenmann wie Bernhard Hoëcker weiß, wie er in der Interaktion mit den Gästen Kurzweil zu Tage fördert. Ein Ehepaar aus Heide steht kurz vor dem 50. Hochzeitstag. Selbstredend gratuliert Hoëcker höflich und wünscht weiterhin nur das Beste, erinnert im selben Zuge aber auch daran, dass man Erinnerungen schöner im Gedächtnis behält, als sie es tatsächlich waren.

Ein Heiratsantrag fand eventuell nicht in einer lauen Sommernacht am Strand samt romantischem Kniefall statt. „Es war November und man ist aus Versehen auf die Fresse gefallen“, witzelt Hoëcker.

Hoëcker erklärt in Kiel die Moderne

Die Errungenschaften der Moderne bekommen ebenfalls ihr Fett weg. Kurzerhand erklärt Hoëcker den jungen Gästen eine Videothek: „Das ist wie Netflix, nur zum Reinrennen.“ Weiter zieht er Versuche das Retro-Gefühl zu konservieren durch den Kakao, etwa das Foto-Auslöse-Geräusch in Handy-Kameras. „Das stammt von Spiegelreflexkameras - so etwas ist da gar nicht drin.“

In Irland, weiß Hoëcker, gebe es an beliebten Selfie-Spots Sicherheitslinien. Zurückzuführen auf die Steilküsten: „Die sind so hoch, da kann man im Fallen noch schnell bei Instagram hochladen.“ Sowieso nimmt man heutzutage für das Fotoarchiv „die Cloud und nicht wie früher den Keller.“ Der Bonner Komiker zeigt seinem Publikum nur zu gerne die Kontraste zwischen Gegenwart und Vergangenheit auf.

Hoëcker beweist Improvisationstalent

Hoëcker ist mittlerweile warmgelaufen, die Lacher folgen in zunehmender Schlagzahl. „Weiß noch jemand, was ein Schniepel ist?“ Auflösung vorweg: Frack. Als dann jemand aus dem Publikum lauthals „Penis“ ruft, kommt Hoëckers Improvisationstalent zum Tragen: „Ja, baumelt auch, aber auf der anderen Seite.“ Genauso sorgen die alten Wörter für Tante (Muhme) oder Onkel (Oheim) für Heiterkeit, insbesondere als für Erstere irrtümlich der Begriff Base fällt. „Das ist die Cousine“, so Hoëcker, „aber im ländlichen Raum nimmt man das nicht so genau, da ist der Stammbaum ein Adventskranz.“ Früher kann tatsächlich nicht alles besser gewesen sein.

Hunde retten die Welt: Dass die Geschichten der TV-Serie für Kinder nicht nur auf dem Bildschirm, sondern auch auf der Bühne fesseln, bewies am Sonnabend "Paw Patrol" gleich zweimal in der Sparkassen-Arena Kiel. Jeweils 2500 Besucher ließen sich von der bunten Show begeistern.

Niklas Wieczorek 07.03.2020

Es war dem Bauausschuss am Donnerstag fast unheimlich: Das Gremium beriet abschließend über einen Marathon-Antrag – ein Gründachprogramm für Kiel hatte die "Fraktion" erstmals im August 2018 gefordert. Erst jetzt ist sich die Kommunalpolitik darüber einig geworden.

Niklas Wieczorek 07.03.2020

Feuerwehreinsatz im Kleingartengelände "Schwarzlandwiese" in Kiel-Gaarden: Eine Gartenlaube stand in der Nacht zum Sonnabend in Flammen. 24 Einsatzkräfte waren vor Ort.

07.03.2020