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Kiel „Das Problem ist hausgemacht“
Kiel „Das Problem ist hausgemacht“
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08:00 22.08.2018
Von Karen Schwenke
Das soziale Gefälle in Kiel ist sehr hoch.  Quelle: Frank Peter
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Kiel

Sie habe „über Jahrzehnte allen Warnungen der Mettenhofer Bevölkerung zum Trotz den Ausstieg aus ihrer Ballungsraumpolitik verpasst“, argumentierten die CDU-Ratsmitglieder Stefan Kruber und Madina Assavea. Immer weiter seien Grundstücke für den Bau von Hochhäusern verkauft worden: „So entstanden immer mehr preiswerte Wohnungen, die die Stadt gerne für Sozialhilfeempfänger nutzte, geballt auf immer enger werdendem Raum.“

Auch in Gaarden hätten die SPD-geführten Mehrheiten im Rathaus zu lange der Negativentwicklung vom Arbeiterquartier zum sozialen Brennpunkt tatenlos zugesehen. Forderungen nach mehr Sicherheit und Sauberkeit im Stadtteil seien ignoriert worden. Die CDU hingegen setze sich seit Jahren für eine soziale Durchmischung der Stadtteile ein und für mehr Arbeitsplätze, „denn gute Arbeit sei der sicherste Weg aus der Armut und der sozialen Isolation“. Die CDU-Fraktion fordert „endlich sichtbare, effektive Taten statt sinn- und erfolgloser Texte eines sozialdemokratisch geprägten Kooperationsvertrages“.

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Ganz anders sieht es die neue Kooperation im Kieler Rathaus: SPD, Grüne und FDP fühlen sich durch die Studienergebnisse bestätigt: „Die meisten Punkte finden sich in unserer Kooperationsvereinbarung und müssen jetzt zügig umgesetzt werden.“ Nach Ansicht der Ratsmitglieder Anna-Lena Walczak (SPD), Verena Heimann (Grüne) und Ralf Meinke (FDP) zeige die Studie eine besorgniserregende Entwicklung auf: „Dass Kiel bei den westdeutschen Städten eine negative Spitzenstellung bei der sozialen Kluft zwischen Arm und Reich einnimmt, dürfen wir nicht hinnehmen.“ Es brauche einen Dreiklang aus Wohnungsbau-, Sozial- und Bildungspolitik, um die Trennung von Arm und Reich in Kiel umzukehren.

Mietobergrenzen als Ursache

Der Eigentümerverein Haus & Grund Kiel vermutet die Ursache der sozialräumlichen Spaltung in den städtischen Mietobergrenzen: Die Stadt dränge Wohngeldempfänger dadurch in bestimmte Quartiere. „Das Problem ist hausgemacht“, so Geschäftsführer Sönke Bergemann. „Die Mietobergrenzen verhindern, dass Mieter in der gesamten Stadt Wohnraum finden. Das ist nicht gut für die Menschen, die aus ihrem sozialen Umfeld herausgerissen werden, und nicht gut für die Stadt.“ Die Folgekosten seien erheblich. Die Abschaffung der Mietobergrenzen würde das Angebot für die Zielgruppe in der ganzen Stadt erhöhen.

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