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Kiel Für die Gesundheit der Athleten
Kiel Für die Gesundheit der Athleten
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12:01 09.05.2018
Von Christian Trutschel
Die Special Olympics in Kiel werden wie die Spiele in Hannover vor zwei Jahren - auf dem Foto lässt sich Christoph Kleymanns (li.) zahnärztlich beraten - von einem umfangreichen Gesundheitsprogramm begleitet. Quelle: Julia Krüger
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Kiel

Seit 2004 sind bei Veranstaltungen von Special Olympics Deutschland (SOD) mehr als 45000 Beratungen und Untersuchungen gemacht worden – mit Unterstützung von 3000 ehrenamtlich aktiven Ärzten, Zahnärzten, Optometristen, Physiotherapeuten, Podologen, medizinischen Fachkräften und Studenten. Dabei sei nach SOD-Angaben klar geworden, „dass ein noch größeres Augenmerk auf die Gesundheit der Athleten gerichtet werden muss“. Fast 40 Prozent von ihnen seien übergewichtig. Fast jeder dritte Teilnehmer am Gesundheitsprogramm benötige eine Weiterbehandlung beim Hörspezialisten oder HNO-Facharzt und jeder zweite Teilnehmer eine zahnärztliche Behandlung.

Täglich werden an die 300 Ärzte im Einsatz sein

Auch die Special Olympics Kiel werden von einem umfangreichen Gesundheitsprogramm begleitet. SOD rechnet vom 14. bis 17. Mai mit etwa 4500 Untersuchungen und Beratungen in sieben medizinischen Bereichen: Fußdiagnostik („Fit Feet“), physiologisches Bewegungsverhalten („Funfitness“), Beratung zur gesunden Ernährung und Lebensweise („Health Promotion“), Untersuchungen des Hörvermögens („Healthy Hearing“), Untersuchungen der Sehkraft („Special Olympics-Lions Club International Opening Eyes“), zahnärztliche Untersuchungen und Anleitung zur Zahnpflege („Special Smiles“ – in Deutschland gefördert durch die Wrigley Foundation und durch die Stiftung Innovative Zahnmedizin) sowie Stärkung der Kompetenzen zum Bewältigen und Verbessern der Widerstandsfähigkeit („Strong minds“). Engagierte Unterstützer aller Angebote im Rahmen von „Healthy Athletes“ sind die Ärzte- und die Zahnärztekammer Schleswig-Holstein, das UKSH, Campus Kiel, die Kieler Universität sowie medizinische Fach- und Berufsschulen. Täglich werden etwa 300 Ärzte, Zahnärzte, Psychologen, medizinische Fachangestellte, Studierende und Auszubildende im Einsatz sein.

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Dr. Thomas Schreiber, Zahnarzt in Kiel, ist einer von ihnen. Er hat eine Schwester mit einer angeborenen geistigen Behinderung und behandelte schon während seiner Ausbildung, unter anderem bei Dr. Volker Holthaus in Bad Segeberg, Menschen mit Behinderung. Aus jener Zeit kennt Schreiber auch Dr. Imke Kaschke, heute SOD-Leiterin Gesundheit und Medizin, die ihn im Vorfeld der Special Olympics Kiel 2018 fragte, ob er die Aufgabe des örtlichen Ansprechpartners übernehmen wolle.

Alle Untersuchungen und Beratungen sind kostenfrei

Schreiber wird nun an allen vier Tagen ab 9 Uhr mit zwei zahnmedizinischen Fachangestellten und einer Auszubildenden im SOD-Einsatz sein. Den Praxisbetrieb sichert während der „Healthy Athletes“-Tage sein Vater Dr. Siegbert Schreiber mit dem verbleibenden Fachpersonal. Insgesamt zehn Zahnärztinnen und Zahnärzte mit ihren Angestellten, unterstützt von Wrigley-Helfern, werden die Athleten in einem Zelt auf dem Nordmarksportfeld untersuchen. „Wir machen Mundhygiene-Instruktion und ein Prophylaxe-Training, erklären, wie man richtig die Zähne putzt, und geben Ernährungshinweise“, sagt Schreiber. „Wenn Betreuer dabei sind, werden auch sie instruiert.“ Eine Anmeldung beziehungsweise Einverständniserklärung der Betreuer müsse vorliegen. „Wir führen keine Zahnreinigung und keine Behandlung durch.“ Alle Untersuchungen und Beratungen sind kostenfrei. Anders als im Alltag: Dort stellen die Kosten häufig ein Problem dar. Gerade Menschen mit geistiger Behinderung, meint Schreiber, bräuchten häufiger eine Prophylaxe als Menschen ohne Behinderung. „Aus meiner Sicht ist eine professionelle Zahnreinigung notwendig, zweimal jährlich zu empfehlen und sinnvoll zur Verhinderung von Parodontitis und Folgeschäden.“ Menschen mit Behinderung, sofern sie gesetzlich versichert sind, müssen diese selbst bezahlen. Der Kieler Zahnarzt begrüßt deshalb, dass ab Juli dieses Jahres ein Gesetz in Kraft tritt, das einen verbindlichen Rechtsanspruch auf zusätzliche zahnärztliche Vorsorgemaßnahmen für Menschen mit Behinderung und Pflegebedarf sichert, einschließlich der Aufklärung ihrer Betreuer.

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