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Kiel Spuren nach Steinwurf-Serie gesichert
Kiel Spuren nach Steinwurf-Serie gesichert
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18:54 26.03.2019
Von Niklas Wieczorek
Die Polizei hatte die A 215 gesperrt. Ein Fahrzeug wurde von einem Gegenstand getroffen. Quelle: Daniel Friedrichs
Kiel

Die Polizei geht derzeit davon aus, dass der vermutlich faustgroße Stein gegen 11.15 Uhr von einer Brücke auf die Fahrbahn der A215 geflogen ist. Er soll zwischen dem Kreuz Kiel-West und Blumenthal von der Straße nach oben geprallt und im Beifahrerbereich gegen die Windschutzscheibe geschlagen sein. Splitter landeten im Auto. "Beide Insassen wurden aber nicht verletzt", sagte Sönke Petersen von der Polizeidirektion Neumünster.

Insassen aus Kiel unverletzt

Der Tatort ist bisher allerdings nicht klar: Der Fahrer des schwarzen Ford Focus gab an, am Ende der Baustelle kurz hinter dem Autobahnkreuz Kiel-West ein Überholmanöver gestartet zu haben. Beim Passieren eines Lkw sah er dann den Stein fallen. Vermutlich war das auf Höhe Mielkendorf.

Im Wagen saßen ein Mann und eine Frau aus Kiel. Entgegen ersten Informationen ist der Mann 60, die Frau lediglich 51 Jahre alt. Sie setzten ihre Fahrt zum nächsten Parkplatz fort und informierten die Polizei. Die schätzt den Sachschaden am Fahrzeug auf etwa 2000 Euro.

Die Ermittler suchten dem Sprecher zufolge die Fahrbahn nach Hinweisen auf den Gegenstand und einen möglichen Werfer ab. Der Verkehr wurde über die A 210 Richtung Rendsburg und anschließend auf die A 7 umgeleitet. Beobachtern zufolge bildeten sich dort und auf den Nebenstrecken lange Staus.

Die Suchaktion und die Sperrung waren gegen 18 Uhr beendet worden. Polizeisprecher Matthias Felsch sagte im Nachhinein: "Wir haben ein paar Steine sichergestellt. Ob sie für die Tat relevant sind, muss sich aber noch zeigen."

Jugendliche Werfer in Heikendorf

Die Polizei Kiel informierte am Dienstag außerdem über zwei weitere Vorfälle, bei denen die Ermittler inzwischen Steinwürfe vermuten: Im Bereich Hegeholz in Heikendorf sind am Nachmittag drei Personen gesehen worden, die in der Nähe des Golfplatzes drei bis vier Zentimeter große Steine von einer Brücke auf die K 51 geworfen haben sollen.

Ein Zeuge, dessen Wagen nicht getroffen wurde, beschrieb sie als männliche Jugendliche, die Kapuzen vor ihre Gesichter gezogen hatten. Wer zu dem Vorfall gegen 12.25 Uhr Angaben machen kann, sollte sich bei der Kriminalpolizei Plön melden unter Tel. 0431/160-3333.

Hinweisportal zu Vorfall in Schwentinental

Bereits am vergangenen Donnerstag dagegen sei ein VW Bus in Schwentinental vermutlich durch einen Stein von einer Brücke über der B 76 an der Frontscheibe beschädigt worden, so Sprecher Oliver Pohl.

Die 61-jährige Fahrerin lenkte den Wagen nach dem Einschlag an den Fahrbahnrand und informierte die Polizei. Diese suchte das Gebiet ab. Details hierzu werden derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht, so die Behörde. Die Kriminalpolizei hat dazu ein Hinweisportal eingerichtet. Hier können Bürger Foto- und Videomaterial hochladen, das zur Aufklärung führen kann.

Serie mehrerer Fälle in und um Kiel

Die Vorfälle scheinen eine Serie in der Kiel-Region fortzusetzen: Im Februar gab es einen ersten Fall am Ostring in Kiel. Eine Sperrung der Straße und umfangreiche Suchmaßnahmen folgten.

Ende Februar wurde die A 215 noch im Stadtgebiet zur Suche gesperrt. Bekannte Ergebnisse gab es bisher allerdings nicht.

Anfang März flogen in Schwentinental Steine. Zunächst fasste die Polizei im Rahmen der Fahndung zwei Kinder, die aber wieder frei gelassen wurden.

Nach den am Dienstag bekannt gewordenen Vorfällen sagte Polizeisprecher Oliver Pohl: "Ob ein Zusammenhang zwischen den Taten besteht, kann noch nicht gesagt werden."

Derzeit ermitteln die Kriminalpolizei-Dienststellen sowie die Staatsanwaltschaft Kiel in den diversen Fällen. Insbesondere der Lkw-Fahrer auf der A 215 könnte zur Aufklärung des Falles am Dienstagmittag beitragen. Dem Opfer zufolge soll es sich um einen 40-Tonner mit dunkler Fahrerkabine und gelber Plane gehandelt haben.

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