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Kiel Gas trat in einem Betrieb aus
Kiel Gas trat in einem Betrieb aus
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14:40 06.09.2019
Von Niklas Wieczorek
Mit Schutzanzügen ausgestattet, kontrollierte die Feuerwehr Kiel die Messwerte im Betrieb in Kiel-Pries.
Mit Schutzanzügen ausgestattet, kontrollierte die Feuerwehr Kiel die Messwerte im Betrieb in Kiel-Pries. Quelle: Feuerwehr Kiel
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Kiel

Der Feuerwehr-Leitstelle zufolge wurde gegen 10.15 Uhr Alarm ausgelöst: In der Friedrichsorter Straße sitzt ein Betrieb, der mit Mikroorganismen arbeitet. Um diese zu versorgen, werden der Feuerwehr zufolge Gase eingesetzt.

Eines davon, Trichlorethylen, trat kurzzeitig unkontrolliert aus einem defekten Schlauch aus und ein Mitarbeiter atmete es ein. Er konnte aber selbst noch aus dem Gebäude gehen.

Keine Gefahr mehr für Menschen nach Gasaustritt in Kiel-Pries

Die Feuerwehr rückte mit Großbesetzung an, der Rettungsdienst versorgte den verletzten Mitarbeiter und brachte ihn inzwischen ins Krankenhaus. Eine akute Gefahr für andere Menschen oder die Umwelt war nicht gegeben, hieß es von der Leitstelle.

Dennoch maßen Spezialisten der Feuerwehr anschließend, wie hoch die Belastung in dem Gebäude war. Um die Dekontaminierung zu organisieren, sperrten die Retter die Friedrichsorter Straße voll.

Weiterer Einsatz in Schilksee

Gegen 12.15 Uhr konnten sie den Einsatz wieder beenden. Insgesamt 45 Kräfte der Berufsfeuerwehr sowie der Freiwilligen Wehren Schilksee, Suchsdorf und Elmschenhagen hatten mit angepackt.

Um 11.55 Uhr, gegen Ende des Gefahrgut-Einsatzes, ertönte gleich der nächste Alarm: In Schilksee hatte ein Bagger eine Gasleitung durchtrennt. Die konnte aber so schnell verschlossen werden, dass die Kräfte nicht langfristig eingreifen mussten.

Trichlorethylen: Was ist das für ein Gas?

Dem "Lexikon für Chemie" zufolge können nach der Inhalation höherer Konzentrationen von Trichlorethylen Schädigungen des Zentralnervensystems, der Lunge, Leber und Niere auftreten. Akute Vergiftungen mit Trichlorethylen könnten zum Tode führen. Als Gegenmaßnahme nennt das Lexikon Sauerstoffbeatmung. Die Europäische Union geht davon aus, dass Trichlorethylen auch Krebs verursachen kann.

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