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Kiel Der Trubel gehört einfach dazu
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07:58 20.06.2018
Von Christin Jahns
Die Schwestern Hedda (10, v. li.), Hava (5) und Hilja (12) haben sich mit vielen bunten Farben gegenseitig geschminkt. Quelle: Frank Peter
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Nagel anhalten, ansetzen und dann erst einmal vorsichtig anschlagen, bevor mit voller Kraft losgehämmert werden kann. „Wir bauen eine ganz große Gießkanne“, erklärt Kjell (5), der mit Schwester Lotta (3) ganz oben auf dem etwa 1,50 Meter hohen Holzgerüst sitzt.

Ein zauberhafter Wundergarten

Auch nebenan wird fleißig gebastelt. Anna (6) und Frida (6) nutzen die Zeit zwischen Schminken und Kasperletheater, um bunte Stoffbänder an die Metallstreben des stetig wachsenden Irrgartens zu knoten und sorgen so gemeinsam mit tausenden anderen Kindern dafür, dass sich die Hügel und Täler der Krusenkoppel in ein riesiges Abenteuerland verwandeln.

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Das Motto in diesem Jahr: ein zauberhafter Wundergarten. Und damit dieser während der Woche wächst und gedeiht, wird überall auf dem Gelände gehämmert, gesägt, gebaut und gebastelt. 4000 Latten, 100 Fichtenstämme, 500 Liter Farbe, 400 Bettlaken sowie jede Menge Nägel und Wolle warten darauf, von den jungen Besuchern zu einem Gesamtkunstwerk verarbeitet zu werden. Neben Bäumen aus Draht, entstehen mit viel Farbe und Kreativität bunte Blumenwiesen, Geschichten wachsen in Gartenhäuschen auf Stelzen, und zwischen alledem wird nach Herzenslust getobt, gesprungen, geklettert und getanzt.

Hier herrschen andere Regeln

Doch während Szenen wie diese Erwachsenen im Alltag schon mal den Schweiß auf die Stirn treiben können, reagieren sie hier gelassen. „Ich bin mindestens einmal im Jahr mit meinen Enkelkindern an der Spiellinie“, erzählt Ulrike Höpner, während Hedda (10), Hava (5) und Hilja (12) nebenan eine ausführlichen Schmink-Session veranstalten, bei der Hilja ihre Schwester Hava mit viel Pink und Gold in einen Schmetterling verwandelt. Dabei landet der ein oder andere Farbklecks statt im Gesicht gern auch mal auf dem T-Shirt. Aber auch das ist hier kein Problem. „Die Farbe kann man auswaschen, das haben wir schon ein paar Mal getestet. Die einzige Vorkehrung, die wir treffen ist, dass die Kinder meine Telefonnummer zur Sicherheit auf dem Arm stehen haben. Bisher haben wir die aber noch nie gebraucht und uns immer wieder gefunden“, erzählt Ulrike Höpner während Hedda, Hava und Hilja schon wieder auf dem Weg zum Basteln sind.

Doch nicht nur Kinder und Eltern sind zufrieden, auch die Veranstalter laufen selig grinsend über die Hügel und Täler der Krusenkoppel. Damit das große Kinderfest gelingt, plant und arbeitet die VHS-Kunstschule das ganze Jahr über. „Es macht Spaß zuzuschauen, wie kreativ alle sind und wie schnell der Garten wächst“, sagt Maike Wiechmann vom VHS-Spiellinien-Team.

Sonja Paar 19.06.2018
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