Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Hämmern ist der Hit
Kiel Hämmern ist der Hit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:41 28.06.2014
Von Anne Steinmetz
Jon (5) testet für die Kieler Nachrichten das Spielangebot auf der Krusenkoppel. Quelle: fpr
Anzeige
Kiel

Jon ist bestens vorbereitet: Seine Mutter hat Regenhose, Gummistiefel und Wechselsachen eingepackt. „Ich ziehe aber keine Gummistiefel an“, stellt unser Tester gleich zu Beginn klar. Dann muss es also ohne gehen.

 Wir betreten das 57000 Quadratmeter große Areal. Ein riesiger Donnervogel begrüßt die Besucher. Innerhalb einer Woche soll sich die Grünanlage an der Kiellinie in eine Indianerlandschaft verwandeln, „Die Kinder des Manitu“ lautet dieses Jahr das Motto. Die Auswahl an Spiel- und Bastelmöglichkeiten ist groß. Springen auf der Hüpfburg, Rollbahn fahren oder Malen: Womit also starten? „Ich will zuerst hämmern“, entscheidet der Spiellinien-Experte.

Anzeige

 Also geht es den Berg hinauf. Auf dem Gipfel entstehen hölzerne Tipis. Bevor gehämmert werden kann, muss sich jedes Kind seine Latten selbst zurechtsägen – ein bisschen Hilfe gibt es aber. Aber Jon ist Fachmann: „Das habe ich schon mal gemacht“, sagt der Fünfjährige. Das Brett ist deshalb schnell durchgesägt. Und Jon kann zum eigentlichen Test kommen: dem Hämmern. Nägel und einen Hammer leiht er sich vor Ort aus. Hoch konzentriert hämmert er die Holzlatte zwischen die Seitenbalken des Tipis. Nur drei Nägel braucht der Spielexperte, bis die Latte hält. Denn auch das hat Jon schon mal gemacht. „Gut“, lautet das Urteil des Fachmannes für diese erste Teststation. Er würde noch mal wiederkommen.

 Unsere nächste Station soll die Rollbahn sein, entscheidet der Fünfjährige. In einer Plastikkiste können die Kinder auf Rollschienen einen Hügel heruntersausen. Vier Mal hintereinander fährt Jon runter und rennt wieder hoch – dann reicht es ihm: „Ich will jetzt lieber woanders hin.“ Das Urteil: mittel, ein bisschen zu langsam war unserem Tester die Fahrt.

 Malen mit selbst gemachten Fingerfarben ist da eher nach seinem Geschmack. Mit Schwung tunkt Jon seine Hände in die Farbschälchen. Grüne, blaue und rote Handabdrücke bringt er zu Papier, in die Ecke malt er noch ein gelbes Herz mit Gesicht. Auch wenn die klebrige Konsistenz der Farben ihm einige Schwierigkeiten bereitet, hat der Profi hier sichtlich Spaß. Stolz hängt er sein Bild an den Irrgarten auf den „Zeremonienplatz“.

 Danach geht es weiter zur Hüpfburg. Schnell zieht Jon seine Schuhe aus und klettert auf die aufblasbare Fläche. Ein paar Mal hüpft er hin und her, dann reicht es ihm. Etwas zu voll sei es, räumt der Spielexperte auf Nachfrage ein.

 Nach einer kurzen Pause machen wir uns auf den Weg zu unserer letzten Teststation: Zwischen einem Wald aus Kakteen können die Kinder Stöcke mit Federn und Wolle umwickeln. Jon sucht sich einen großen Ast und zwei verschiedene Farben Wolle aus. Konzentriert läuft er mit dem Knäuel in der Hand um den Stock. Penibel achtet unser Tester darauf, dass der Faden straff sitzt und keine Lücken entstehen. „Ich würde das gerne mitnehmen“, sagt der Fünfjährige, nachdem er fertig ist. Das geht leider nicht. Das Expertenurteil: trotzdem gut.

 Das Fazit des Krusenkoppel-Kenners: „Das Hämmern ist das Beste.“ Sicherlich eine Einzelmeinung. Aber die Geräuschkulisse auf der Spielline lässt erahnen, dass der eine oder andere vielleicht zustimmen würde.