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Kiel Scherben verderben Skatern den Spaß
Kiel Scherben verderben Skatern den Spaß
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12:05 27.09.2019
Von Martin Geist
Ärger um Scherben auf der Skate-Anlage im Sportpark Gaarden: Diese jungen Sportler machen immer mal wieder selbst sauber. Quelle: Martin Geist
Kiel

Wer in Schleswig-Holstein eine attraktivere Skate-Anlage als die im Sportpark Gaarden finden will, muss schon ziemlich weit fahren. Dennoch gibt es auch Klagen über den Zustand der Sportstätte, denn neben Skatern und BMX-Radlern fühlen sich von ihr offenbar auch Zeitgenossen angezogen, die es eher mit Kiffen und Alkohol haben. Das führt zu Konflikten.

„Die Sportanlage wird leider null gepflegt“, kritisiert eine Mutter, die sich an unsere Zeitung gewandt hat. Ihre Schilderung: „Am Rande der Bahn hängen tagsüber und wahrscheinlich auch abends und nachts, wenn unsere Sportler längst in Bett sind, viele Jugendliche und junge Erwachsene herum. Diese konsumieren Alkohol, es wird geraucht und gekifft.“

Verletzungsgefahr für die Sportler in der Skater-Anlage in Kiel-Gaarden

Eigentlich pflegen die so unterschiedlichen Gruppen ein „ruhiges Miteinander“, findet die Frau, deren neun und zwölf Jahre alte Kinder fast täglich in Gaarden BMX fahren. Allerdings sei es zuletzt immer wieder vorgekommen, dass nach nächtlichen Gelagen Glasscherben in der Anlage zu finden waren. Was nach Angaben unserer Leserin nicht nur regelmäßig zu kaputten Fahrradreifen führt, sondern auch erhebliche Verletzungsgefahren birgt.

Zudem sind die Zustände aus Sicht der Mutter grundsätzlich misslich für die sportliche Jugend. Nicht nur, dass eine aus Steuergeldern errichtete Anlage schmählich behandelt werde, der Vandalismus blockiere zugleich Bestrebungen, einen BMX-Verein zu gründen, um den Nachwuchs besser zu fördern.

Präventionsteam des Sportparks Gaarden will sich kümmern

„Wir nehmen das ernst“, bekundet Georges Papaspyratos von der TuS Gaarden Verständnis für die Klage der KN-Leserin. Der Integrationsbeauftragte des Sportvereins fühlt sich angesprochen, weil er auch für das Präventionsteam des Sportparks zuständig ist.

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Die dort beschäftigten Frauen und Männer verstehen sich als Ansprechpartner, wollen Unterstützung gewähren und zugleich auf Sicherheit und Sauberkeit achten. Genau unter diesem Aspekt werde man künftig die Skate-Anlage genauer ins Visier nehmen, verspricht Papaspyratos.

Steffen Simon vom städtischen Jugendamt findet die Vorwürfe bei allem Verständnis ein Stück weit ungerecht. „Es stimmt nicht, dass wir uns nicht kümmern“, betont er. Einmal pro Woche werde die Anlage wie alle Spielplätze einer Sichtkontrolle unterzogen, einmal im Monat einer Funktionskontrolle und einmal im Jahr einer großen Inspektion. Dennoch hat die Stadt dasselbe Problem wie das Präventionsteam, sagt Steffen: „Wir können keinen 24-Stunden-Service an sieben Tagen in der Woche bieten.“

Sportler sollen sich Besen und Schaufel leihen

Der Mann aus dem Rathaus gibt dabei zu, dass er sich einen pfleglicheren Umgang mit der Anlage wünschte. Um zumindest die Folgen des Tuns der Rücksichtslosen zu mindern, sind aus seiner Sicht auch die Nutzer selbst gefordert. Sein Tipp: In der Service-Station des Sportparks oder im Jugendtreff Besen samt Schaufel ausleihen und bei Notwendigkeit in eigener Regie saubermachen. „Das funktioniert teilweise ganz gut“, findet Simon und meint damit auch die beiden BMX-Kids, deren Mutter sich beschwert hat. Die greifen tatsächlich immer wieder von sich aus zum Besen.

Konflikte gibt es unterdessen auch innerhalb der Jugendszene. Das Reizthema heißt Graffiti. Einerseits ist das im Idealfall kunstvolle Hantieren mit der Sprühdose Teil derselben Jugendkultur, zu der das Skaten gehört. Andererseits leiden gerade die ambitionierten Skater darunter, wenn in der sogenannten Bowl gesprüht wird. In dieser überdimensionalen Badewanne macht der Lack die Wände glatt, sodass Grip und im Zweifel auch Sicherheit verloren gehen.

Obwohl sich die Fachwelt durchaus streitet, wie gravierend dieses Problem ist, bemühte sich die Stadt zwei Jahre lang, die Anlage frei von Graffiti zu halten. Einmal pro Woche wurde saubergemacht, nachgelassen haben die Sprühereien in keiner Weise. Jetzt wurden die entsprechenden Bemühungen eingestellt, wobei zumindest die BMX-Szene damit ganz gut leben können müsste. Auf Fahrradreifen hat Graffiti nach allgemeiner Einschätzung keinen negativen Effekt.

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