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Kiel Sportplätze reichen nicht mehr aus
Kiel Sportplätze reichen nicht mehr aus
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00:17 25.04.2013
Von Karin Jordt
Um bessere Spiel- und Trainingsbedingungen kämpft die SSG Rot-Schwarz Kiel. Zahlreiche Ballsportmannschaften müssen sich die Plätze in Meimersdorf teilen, so gibt es im Verein allein 23 Fußballmannschaften, davon 17 im Jugendbereich. Quelle: dt
Meimersdorf/Moorsee

Jedes Jahr treten rund 100 neue Mitglieder bei Rot-Schwarz ein. „Die Leute rennen uns die Bude ein“, berichtete Thomas Christian, zweiter Vorsitzender der SSG Rot-Schwarz Kiel, „die Spielfläche ist viel zu klein.“ Von 1300 Mitgliedern seien 700 Kinder und Jugendliche; rund 150 ehrenamtlich Aktive engagierten sich im Verein. „Das ist höchste Sozialarbeit, was wir hier leisten“, sagte der zweite Vorsitzende. In einigen Sparten, so bei Karate und beim Kinderturnen, gibt es inzwischen lange Wartelisten. Aber auch bei den Ballsportarten prägen Engpässe den Spiel- und Trainingsbetrieb. Im Verein dribbeln 23 Fußballmannschaften, davon 17 im Jugendbereich, über die strapazierten Rasenplätze. Dazu kommen etliche Base- und Softballteams, die überaus erfolgreich sind.

 „Es muss etwas passieren“, fasste Thomas Christian das Anliegen der Hobbysportler im Ortsbeirat Meimersdorf/Moorsee zusammen: Da der Platz in Kronsburg zurzeit saniert werde und gesperrt sei, spiele sich alles auf dem Meimersdorfer Grün ab, wo sich der Rasen nicht erholen könne: „In sechs bis acht Wochen werden die Plätze so weit durch sein, dass wir da Kartoffeln oder Mais pflanzen können“, meinte Thomas Christian. „Wir haben auch um Ausweichzeiten bei anderen Vereinen gebeten, aber ohne Erfolg“.

 Während die Zahl der Einwohner im Stadtteil ständig stieg, sei der Sportverein bei den städtischen Planungen nicht berücksichtigt worden, kritisierte Christian. Die Forderung des Vereins aus dem Jahr 2009, die Plätze zu erweitern, sei abgelehnt worden. Auch für einen Kunstrasenplatz stehe kein Geld zur Verfügung. „Ich werfe unseren Kommunalpolitikern ein Versagen auf allerhöchster Ebene vor. Hier wurde nicht langfristig geplant“, erklärte das Vorstandsmitglied. „Man kann nicht ein Haus nach dem anderen bauen, mit dem Sportverein werben und die Bewohner ihrem Schicksal alleine überlassen.“

 Der Wunsch, weitere Flächen für die Ballsportarten zur Verfügung zu stellen, war auch vom Ortsbeirat unterstützt worden. Benachbarte Felder, die dafür geeignet wären, werden nun jedoch als Baugebiet vermarktet. Diskutiert werden jetzt weitere Vorschläge, etwa am Bustorfer Weg einen weiteren Sportplatz anzulegen oder auf den Gewerbeflächen am Radewisch eine ausreichend große, neue Sportanlage zu schaffen und dafür das Sportgelände am Kieler Weg für Wohnbebauung oder für die Erweiterung der Grundschule zu nutzen. Das Vorhaben, einen strapazierfähigen Kunstrasenplatz zu verlegen, bleibt ebenfalls ein wichtiges Ziel, für das der Verein Spenden sammelt.

 Rot-Schwarz Kiel entstand 2004 durch eine Fusion des SC Meimersdorf und des SV Kronsburg. Große Einsatzbereitschaft zeigt der Verein auch bei Umbauten der Sportheime in Kronsburg und Meimersdorf, bei der Platzpflege und Gestaltung der Außenanlagen. „Jetzt ist aber die Landeshauptstadt gefordert. Man kann nicht mehr länger wegschauen und so tun, als ob es uns nicht gäbe“, betonte Thomas Christian.

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