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Kiel Ortsbeirat will zwei Fahrradstraßen
Kiel Ortsbeirat will zwei Fahrradstraßen
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10:32 22.11.2019
Von Martin Geist
Vor allem wegen der vielen parkenden Autos wird es für Radler in der Spreeallee immer wieder sehr eng. Ein Teil der Allee soll jetzt wie der Redderkamp zur Fahrradstraße werden. Quelle: Martin Geist
Kiel-Russee

Damit nicht genug: Darüber hinaus regt der Ortsbeirat an, auch den Redderkamp in eine Fahrradstraße zu verwandeln.

Initiative kam von einer CDU-Ortsbeirätin

Bemerkenswert ist auch, dass die Initiative nicht etwa von den Grünen ausging, sondern von CDU-Ortsbeirätin Nina Lehmann. Konkret soll nach ihrem Antrag in der Spreeallee zwischen der Einmündung des Radwegs an der Struckdieksau und der Straße Rutkamp Vorrang für Radfahrer gelten. Auf diese Weise, so argumentierte sie, lasse sich die Sicherheit für die schwächeren Verkehrsteilnehmer wirkungsvoll und sehr kostengünstig erhöhen. Die Spreeallee sei in diesem Bereich durch parkende Autos sehr eng, sodass es immer wieder zu gefährlichen Situationen komme, wenn Fahrzeuge Radler überholen.

Grüne werfen Autofahrern mangelnde Rücksicht vor

Genau damit begründete Dagmar Hirdes (Grüne) ihre Zustimmung, denn auch aus ihrer Sicht mangelt es eindeutig an der Rücksichtnahme der Autofahrer: „Es ist so, dass viele es nicht einsehen, auch mal hinter einem Rad herzufahren, wenn es zu knapp wird.“ Ihr Parteikollege Guido Ostendorp verwies darauf, dass die Spreeallee als Schulweg besonders sensibel sei, und Lothar Wegner (Die Fraktion) äußerte sein Unverständnis über rücksichtslose Autofahrer: „Ich verstehe nicht, warum man in einer Sackgasse schnell fahren muss.“

Zuhörer haben Zweifel am Sinn der Neuregelung

Zweifel am Sinn der beantragten Neuregelung wurden dagegen bei einigen Zuhörern laut. Radfahrer seien keineswegs durchweg „Gutmenschen“, hieß es. Und zwei ältere Besucher klagten, dass vielen Pedaltretern das Sicherheitsbedürfnis der Senioren schnurzegal sei. Auf die beliebte Gut-Böse-Diskussion ließ sich der Ortsbeirat mit Verweis darauf, dass schlechtes Benehmen keineswegs an ein Verkehrsmittel gebunden sei, allerdings nicht ein. Stattdessen stimmte er dem Antrag von Nina Lehmann geschlossen zu.

Auch der Redderkamp soll Fahrradstraße werden

Genauso fiel das Ergebnis zum Antrag der CDU-Vertreterin aus, den Redderkamp zwischen Achterwehrer Straße und Rutkamp als Fahrradstraße auszuweisen. Gut sei das nicht nur für die Sicherheit, sondern auch für den Klimaschutz, verwies sie darauf, dass bessere Bedingungen für den Radverkehr dazu führen könnten, dass die Leute das Auto öfter mal stehen lassen. Was Michael Wagner von den Fahrradfreunden Russee ganz ähnlich sieht. „Wir unterstützen das sehr“, lobte er die Beschlüsse des Ortsbeirats.

Fußgänger bekommen Querungshilfen

Starkgemacht hat sich das Gremium in seiner jüngsten Sitzung auch für die Fußgänger. Auf Vorschlag der Stadt sollen an der Uwe-Jens-Lornsen-Schule, in der Grunewaldstraße und im Rutkamp Querungshilfen angelegt werden, und dafür gab es einmütige Zustimmung. Außerdem unterstützt der Ortsbeirat die Anregung der Russeer Grundschulleiterin Birkheid Torff, einen Fußweg von der Johann-Heuck-Straße über die Otto-Rehder-Straße bis zur Schule anzulegen. Damit soll den Kindern der nicht ganz ungefährliche Weg entlang der Rendsburger Landstraße erspart werden. „Das wäre super“, meinte nicht nur Sarah Gürtler (FDP), sondern auch der Rest des Ortsbeirats. Ob der einstimmige Beschluss zum Erfolg führt, ist allerdings ungewiss. Exakt diese Idee scheiterte schon vor einigen Jahren, weil es nicht gelang, alle nötigen Grundstücke zu kaufen.

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