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Kiel Norbert Bezikofer verabschiedet sich
Kiel Norbert Bezikofer verabschiedet sich
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17:20 29.08.2014
Von Christoph Jürgensen
Pfarrer Norbert Bezikofer will sich künftig in Hamburg in der Asylarbeit engagieren. Quelle: C. Jürgensen
Kiel

Der 67-Jährige möchte sich in den nächsten Jahren in Hamburg in der Asylarbeit engagieren.

 In der Hansestadt Hamburg geboren wächst Norbert Bezikofer als Spross einer katholisch geprägten Familie auf. Er selbst ist schon in jungen Jahren in der Kirche aktiv. Nach dem Studium der Theologie in Frankfurt, Rom und Regensburg wird er 1975 in Osnabrück geweiht. Seine ersten Einsätze als Kaplan hat er im Osnabrücker Land, dann wechselt er ins Emsland. In Ahrensburg bekommt er seine erste Stelle als Pfarrer und bleibt 16 Jahre.

 Vor dreizehneinhalb Jahren dann wird er nach Kiel berufen. Auch wenn die hiesige Kirchengemeinde St. Heinrich anfangs noch seinem pensionierten Vorgänger „nachtrauert“, schafft es Bezikofer bald, die Menschen für sich zu gewinnen. Dazu trägt auch seine offene und menschliche Art bei. „Man sollte den Menschen stets zugewandt sein und jeden nehmen, wie er ist“, so der Pfarrer. An sieben Tagen die Woche ist er im Dienst und hat ein offenes Ohr für alle Generationen. Besonders die sozialen Projekte der Gemeinde, wie der Speisesaal für Obdachlose und Menschen in schwierigen Lebenssituationen, liegen ihm am Herzen.

 Schon ein halbes Jahr nach Bezikofers Ankunft bekommt St. Heinrich großen Zuwachs: Die ehemalige Dreieinigkeitsgemeinde kommt als neuer Gemeindeteil hinzu. Heute hat St. Heinrich rund 5500 Mitglieder zwischen Kiel-Nord und Krusendorf. Ende 2014 werden nun die katholischen Gemeinden der Landeshauptstadt zu einer großen Pfarrei zusammengefasst, für Bezikofer der richtige Zeitpunkt zu gehen. Natürlich werde er die offene, große Gemeinde vermissen, sagt Bezikofer, „die Menschen, die mich mitgetragen haben.“ Auch der schöne Kirchenraum, die frisch renovierte Orgel, die Zusammenarbeit mit dem pastoralen Team oder die Gespräche mit den Gästen des Speisesaals werden ihm fehlen.

 Doch macht sich der scheidende Pfarrer bereit für einen ganz neuen Abschnitt seines Wirkens: „Ich träume davon, in den nächsten Jahren noch einmal etwas Neues zu beginnen“, so der 67-Jährige. Ab September hospitiert er zwei Monate beim Jesuiten-Flüchtlingsdienst in Berlin. Mit diesen Eindrücken möchte Bezikofer in seiner Geburtsstadt Hamburg aktiv werden. Sein Ziel ist es, Gemeinden bei der Arbeit mit Asylsuchenden zu unterstützen und sich auch selbst in der Betreuung zu engagieren.

 Am Sonnabend um 16 Uhr verabschiedet sich Pfarrer Norbert Bezikofer mit einem Gottesdienst und anschließendem Beisammensein im Gemeindehaus von der St. Heinrichgemeinde.