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Kiel Stadt „beschlagnahmt“ früheres C&A-Haus
Kiel Stadt „beschlagnahmt“ früheres C&A-Haus
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21:09 18.10.2015
Von Martina Drexler
Das ehemalige C&A-Gebäude in Kieler Innenstadt wurde von der Stadt Kiel sichergestellt. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Etwa 300 bis 350 Flüchtlinge finden seit Wochen Unterschlupf in der leeren Markthalle, bevor sie nach einer Übernachtung auf die Fähren nach Schweden kommen. Doch in der Nacht zu Sonnabend kamen nach Angaben von Wohnungsdezernent Gerwin Stöcken insgesamt 348 Erwachsene mit 122 Kindern und zwölf Säuglingen. Fünf Menschen mussten notärztlich versorgt werden, unter anderen wegen Herzinfarkten und schweren Infektionen. Etwa 91 Flüchtlinge wurden ins Jugenddorf Falckenstein gefahren, wo sie die Nacht verbrachten. Andere kamen durch die Vermittlung ehrenamtlicher Helfer privat unter.

Immer mehr Transitflüchtlinge, immer häufiger Familien: Die Situation hat sich in Kiel so zugespitzt, dass die Stadt am Sonnabendnachmittag die Notbremse zog und das frühere Kaufhaus C&A in der Innenstadt zumindest bis Montag „beschlagnahmte“. Juristisch handelt es sich um eine Sicherstellung zur Abwendung von Gefahr.

„Wir wollen sicherstellen, dass die Leute keine Nacht bei Regen draußen campieren müssen“, begründete Oberbürgermeister Ulf Kämpfer die Notmaßnahme. Etwa 50 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und Freiwilligen Feuerwehr richteten in der ersten Etage des früheren Kaufhauses 300 weitere Schlafplätze ein und organisierten zusammen mit dem Technischen Hilfswerk die zusätzliche Versorgung mit Essen und Betreuung in der Nacht. Mobile Heizungen sollen für Wärme sorgen.

Wie viele Flüchtlinge in den nächsten Tagen zu erwarten sind, kann die Stadt nicht abschätzen. Deshalb werde man mit den früheren und künftigen Eigentümern des Gebäudes eine Vereinbarung über eine längere Nutzung treffen, kündigte Kämpfer an.

Während des KN-Talks wurden viele Fragen gestellt, die vorher in der Redaktion eingegangen waren. Nach der Veranstaltung haben wir die Chance genutzt, noch mehr Leserfragen an Innenminister Stefan Studt weiterzureichen.

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