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Kiel Schlechte Karten für Dauerparker
Kiel Schlechte Karten für Dauerparker
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07:10 27.03.2014
Von Günter Schellhase
Hier kostet es jetzt schon: Die Dammstraße am Exerzierplatz wird bewirtschaftet. Quelle: fpr
Kiel

Der bisher bewirtschaftete Bereich wird erheblich erweitert: „Dazu kommen sollen klinikumsnahe Standorte, der Parkplatz Stephan-Heinzel-Straße und der Bereich um das künftige Zentralbad“, sagte Bürgermeister Peter Todeskino. Das Umfeld der Holtenauer Straße und nicht bewirtschaftete Bereiche nördlich des Dreiecksplatzes und der Uni-Klinik werden herausgenommen. Derzeit erhebt die Stadt von 9 bis 18 Uhr Gebühren, sonnabends von 9 bis 14 Uhr. Nach der Neuregelung soll es grundsätzlich von 10 bis 20 Uhr kosten. Der Grund sind die veränderten Geschäftszeiten. Am Hauptbahnhof muss – wie auch bereits jetzt – rund um die Uhr bezahlt werden. Nur im Zob und am Ostseekai-Süd darf bis zu einer halben Stunde kostenfrei geparkt werden.

 Die Stadt hat beobachtet, dass die Straßenparkplätze in der Altstadt und auch in anderen Bereichen der Innenstadt gut ausgelastet sind. „Das gilt aber bei Weitem nicht für die zentral gelegenen, gut anfahrbaren Parkhäuser, die überwiegend an ein Rückerstattungssystem der Gebühren angeschlossen sind“, sagte Todeskino. Nach einer Erhebung sind die älteren Garagen nur zu etwa 50 Prozent belegt. Die neuen Parkhäuser in den Altstadt sind besser ausgelastet. Hier hinein will die Verwaltung die Dauerparker locken, die jetzt Bewohnern und Besuchern in der Nähe ihrer Wohnung oder in der Nähe der Geschäfte oftmals die Stellflächen blockieren. Die Folge: Anwohner und Kunden stellen Geh- und Radwege zu oder halten in zweiter Reihe.

 Der Einzelhandel ist wegen dieser Fehlentwicklung in Sorge, dass die Kunden ausbleiben, weil sie lieber die großen Einkaufszentren mit den Stellflächen vor der Tür aufsuchen. Der Wunsch der Geschäftsleute ist daher, dass die Parkplätze im öffentlichen Raum für eine schnelle Erledigung in Preis und Dauer bewirtschaftet werden. „Dazu soll auf Straßenparkplätzen die Parkdauer im engeren Innenstadtbereich grundsätzlich auf maximal zwei Stunden begrenzt werden“, erklärte der Bürgermeister. Somit soll bei längeren Aufenthalten der öffentliche Raum gegenüber den Parkgaragen nicht mehr wesentlich begünstigt werden, womit die Stadt eine höhere Fluktuation auf der Straße erreichen will.

 Um den ruhenden Verkehr besser zu überwachen, soll das Personal im Ordnungsamt um zusätzlich drei Kräfte aufgestockt werden. Der verstärkte Einsatz wird wegen des dann größeren Gebietes und der längeren Kontrollzeiten notwendig. Auch der höhere Umschlag und die Verfolgung der Falschparker können sonst nicht gewährleistet werden. Mindestens 15 Parkscheinautomaten werden zusätzlich benötigt. „Die Kosten für die Erweiterung und die Umrüstung der vorhandenen Automaten und Beschilderung schätzen wir auf etwa 200000 Euro“, sagte Todeskino. Wiederbeleben wollen Stadt und Kiel-Markting, dass die Gebühren für Straßenparkplätze rückerstattet werden.

 Künftig sollen 1,50 Euro pro Stunde (jetzt ein Euro) erhoben werden. Wo Langzeitparken erlaubt ist, beträgt der Tagestarif zehn Euro. In den Parkhäusern wird pro Stunde 1,50 Euro verlangt. Nach Angaben der Stadt sind die Tarife in Magdeburg und Erfurt mit je ein Euro pro Stunde vergleichsweise günstig. Braunschweig, Göttingen und Osnabrück verlangen 1,50 Euro je Stunde. Lübeck hat die Grundgebühren zum Teil auf zwei Euro die Stunde gesetzt. „Kiel würde im Vergleich mit anderen Städten dieser Größenordnung und Zentralität auch künftig ein attraktives Angebot vorhalten“, sagte der Bürgermeister. Das Thema wird in der kommenden Woche die Ausschüsse beschäftigen.