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Kiel Räder blockieren die Reventloubrücke
Kiel Räder blockieren die Reventloubrücke
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08:00 13.08.2019
Von Niklas Wieczorek
Das Abstellen von Fahrrädern ist auf der Reventloubrücke in Kiel untersagt. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Arne Gloy, Sprecher der Stadt Kiel, kündigt an, dass die Räder künftig abtransportiert werden.

Schon vor der Kieler Woche hatte die Stadt alle Radfahrer ermahnt, sich an das Verbot zu halten. An dort abgestellte Räder wurde zu dem Zeitpunkt ein Aufkleber angebracht, der die Halter daran erinnerte. Doch der Effekt verpuffte, wie die Stadt bestätigt: „Der Eigenbetrieb Beteiligungen (EBK) und die Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK) beobachten, dass weiterhin viele Fahrräder auf der Reventloubrücke parken“, sagt Stadtsprecher Arne Gloy.

Hilfsmittel zur Rettung sind nur schwer zugänglich

Die Reventloubrücke sei keine öffentliche Fläche wie beispielsweise die benachbarte Kiellinie, erläutert Gloy. Vielmehr gehöre die Anlegerkonstruktion dem Eigenbetrieb Beteiligungen der Landeshauptstadt Kiel – und sie habe den Zweck, dass dort Fördefähren anlegen. „Daher kann der EBK andere Nutzungen wie Fahrradparken untersagen und auch ahnden“, sagt Gloy. „Noch ist auf der Reventloubrücke von der Stadt kein Fahrradschloss geknackt und das Fahrrad abtransportiert worden. Das wird sich aber ändern.“

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Warum ist das Durchgreifen dort notwendig? Vor allem die an der Brücke angebrachten Hilfsmittel zur Rettung seien durch parkende Fahrräder immer wieder schwer zugänglich, erläutert Gloy. Rettungsring und Rettungsstange müssten schlichtweg immer frei erreichbar sein. „Wenn jemand ins Wasser fällt, kann man ja nicht stundenlang warten, bis ein Radfahrer sein illegal abgestelltes und angeschlossenes Rad dort wegbewegt und endlich den Zugang zum Rettungsring frei macht“, wird Gloy deutlich.

Reventloubrücke Kiel: Fahrradverbot schon zur Kieler Woche 2019

Notfälle auf den Fähranlegern seien glücklicherweise extrem selten, räumt SFK-Sprecherin Andrea Kobarg zwar ein – aber „für die SFK steht die Sicherheit ihrer Fahrgäste an allererster Stelle“. Aus diesem Grund sei es immens wichtig, dass die auf dem Fähranleger angebrachten Rettungsmittel frei zugänglich sind. „Im Notfall entscheiden oft Sekunden über die Rettung eines Menschen“, so Kobarg.

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Die Wasserschutzpolizei teilt außerdem mit, dass sie zwar nicht die Rettungsmittel an Land überwache – aber immer wieder Vandalismus an anderen Ringen und ähnlichen Einrichtungen im Bereich der Kiellinie beobachte, so Sprecher Matthias Arends. Ganz generell gelte übrigens auch Paragraf 145 des Strafgesetzbuches, wonach jemand beispielsweise für den Diebstahl eines Rettungsringes auch wegen „Missbrauch von Notrufen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln“ bestraft werden könne.

Beschwerden von Sehbehinderten

Ein weiterer Faktor seien wiederkehrende Beschwerden von Sehbehinderten: Auf dem Boden der Brücke ist ein für sie gedachtes Blindenleitsytem angebracht. Dessen Effekt wird aber durch darauf parkende Fahrräder im wahrsten Wortsinne verstellt. „Schon aus diesen beiden Gründen – Sicherheit und Barrierefreiheit – müssen die Fahrräder anderswo abgestellt werden und nicht auf einer Anlegebrücke der Fördefähren“, sagt Gloy.

Fahrradständer an der Reventlouwiese fehlen

Die Stadt verweist dabei auf die inzwischen kostenfreie Mitnahme von Fahrrädern auf der Schwentinefähre, was bis Ende Juni nur für Studenten galt. Ob auf dem Weg zur Fachhochschule oder nicht – nun sollte niemand mehr gezwungen sein, das Fahrrad am Anleger anzuschließen, um beispielsweise die Fähre gerade noch zu erreichen. Außerdem gibt es zahlreiche Radstellplätze an der Bushaltestelle Reventloubrücke – warum allerdings die Ständer an der Reventlouwiese nach der Kieler Woche nicht sofort wieder aufgestellt worden sind, konnte Gloy nicht beantworten.

Ähnlich hatte die Stadt sich schon zum Thema Baden in der Förde verhalten: Nachdem im vergangenen Hochsommer zu viele illegal Badende in der Förde den Schiffsbetrieb und damit auch sich selbst gefährdeten, richtete die Verwaltung vor Kurzem eine kostenlose, aber begrenzte Badefläche ein.

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