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Kiel Sollte Kiel Graffiti entspannter sehen?
Kiel Sollte Kiel Graffiti entspannter sehen?
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17:44 20.09.2018
Von Niklas Wieczorek
Luise Amtsberg und André Seemund diskutierten über Graffiti - und wie ein Umgang mit der jungen Kunst entspannter gestaltet werden könnte. Quelle: Niklas Wieczorek
Kiel

Deutschlandweit, aber auch in Kiel wird viel zu wenig für einen sinnvollen Umgang mit Street-Art und Graffiti, junger Kunst und Kultur im öffentlichen Raum getan. So lautete zumindest die These von Luise Amtsberg und André Seemund auf ihrem Spaziergang entlang einer inzwischen vielfältig gewachsenen Graffiti-Galerie – die hatte sich hier bereits gebildet, als die Veloroute noch Güterzugtrasse war.

Es fehlen Anerkennung und Mittel

Seemund, 37, kennt sich aus in der Szene und betreibt den Online-Blog "Streetart Kiel". Er ist seit etwa sechs Jahren im Austausch mit der Verwaltung, um sich bei der Stadt für legale Wände zum Graffiti-Sprühen einzusetzen. Seemund teilt die Künstler grundsätzlich in zwei Typen: Es gebe jene, die ausschließlich legale Werke sprühen – also dort, wo sie die Erlaubnis haben. Um im Austausch zu bleiben, sei daher wichtig, dass offizielle Ansprechpartner Graffitis nicht grundsätzlich kriminalisieren. Doch sehe auch ein Teil der Szene das illegale Sprühen als elementaren Bestandteil.

"Der Austausch mit der Stadt hat sich als zäh herausgestellt", berichtet Seemund. Der größte Erfolg für den legalen Teil der Szene sei die Freigabe der unteren Schwentinebrücke gewesen. Daran müsse die Stadt jetzt viel unverkrampfter anknüpfen und mehr Flächen freigeben. Warum beispielsweise nicht Zäune am Rande der Veloroute mit Platten versehen? "Hier würde es niemanden stören", so Seemund. Er räumt aber auch ein: Legale Wände würden den illegalen Teil der Szene nicht erreichen.

Amtsberg: Akzeptanz und Unterstützung angebracht

Luise Amtsberg forderte generell mehr Akzeptanz für Graffiti und Street-Art als Kunstformen: "Es gibt viel zu wenig Unterstützung für junge Kultur", findet sie. Warum also neben mehr Flächen nicht einen städtischen Ansprechpartner für Graffitis schaffen? Sie forderte hier nicht andere Kunstformen mit einer vermeintlich größeren Lobby und junge Kultur gegeneinander auszuspielen. Es müsse für alle Formen Unterstützung bereit stehen: "Man muss es ja nicht mögen", fasst sie zusammen. "Aber reicht es nicht, wenn eine Szene sagt ,Das ist Kunst.'?"

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