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Kiel Der Vergangenheit auf der Spur
Kiel Der Vergangenheit auf der Spur
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16:30 03.01.2020
Von Karin Jordt
In der Kruppallee, die auch ein Infoschild zur Geschichte der Straße bekommen soll, präsentiert der Vorstand des Kommunalvereins Elmschenhagen das neue Faltblatt „Auf den Spuren der Stadtteilgeschichte“: Klaus Gotsch, Lydia Schmock, Elke Bührsch und Rüdiger Kirkskothen (von links) möchten an die historische Entwicklung erinnern. Quelle: Karin Jordt
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In dem Faltblatt werden Rundgänge auf den Spuren der Vergangenheit vorgeschlagen  – eine Fleißarbeit als Ergebnis jahrelanger Recherchen. 19 Häuser und Plätze haben bereits Informationstafeln erhalten, die auf Spaziergängen durch Elmschenhagen und Kroog entdeckt werden können. Außerdem beschreibt der Faltplan weitere interessante Gebäude und öffentlich zugängliche Kunstwerke, die zum Teil kaum bekannt sind. Elmschenhagen war lange Zeit nicht nur Kirchspiel, sondern auch Sitz einer Amtsverwaltung des Kreises Plön. Der „historische Wanderweg“ kann zum Beispiel am ehemaligen Ortskern bei der Maria-Magdalenen-Kirche starten, die 1865/66 anstelle eines kleineren und älteren Gotteshauses errichtet wurde. Als eine der ersten Kirchen in Schleswig-Holstein war der 48 Meter lange Bau mit dem 56 Meter hohen Turm im neugotischen Stil konzipiert. Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile des Backsteinbaus zerstört, aber bis 1949 wieder aufgebaut.

Vom Dorf zum Stadtteil

In näherer Umgebung informieren Tafeln über die Kirche, über das Dorf Elmschenhagen rund um den ehemaligen Dorfteich, über den Hof Wörpel von 1735 in der Dorfstraße 38 und über das ehemalige Spritzenhaus von 1907, Im Dorfe 4a, das die Freiwillige Feuerwehr nutzte, bis 1979 ein neues Gerätehaus an der Rüsterstraße gebaut wurde. Der weitere Rundgang kann zum ehemaligen Rathaus von 1922 im Jettkorn 3 führen. Auch hier erläutert eine Tafel die Hintergründe: Für das Gebäude wurde Material eines Waschhauses verwendet, das zuvor bei den Deutschen Werken abgerissen worden war. 1939 wurde Elmschenhagen nach Kiel eingemeindet. Bis 1969 befand sich im Haus eine Verwaltungsstelle, 1972 zog ein städtisches Kindertagesheim ein.

Häuser mit Tradition

Auf der weiteren Route liegt ein prachtvoller Altbau im Schlehenkamp 1 aus dem Jahr 1904. Dort befand sich bis 1922 der Verwaltungssitz des Kreises Plön für Elmschenhagen, Klausdorf, Raisdorf, Rönne und Schlüsbek. In der Dorfstraße 4 steht die ehemalige Volksschule Elmschenhagen von 1902, heute Matthias-Claudius-Grundschule. Ein Haus mit Tradition und Hinweistafel ist auch das Hotel und Restaurant Reimers in der Dorfstraße 2. Gastwirt Friedrich Reimers stellte im Jahr 1900 den Bauantrag für ein Wohnhaus, einen Tanzsaal, eine Kegelbahn und eine Durchfahrt zum Ausspannen der Pferde. „Reimers“ wurde Haltepunkt der Pferdekutschen von Gaarden nach Elmschenhagen und ist bis heute ein beliebtes Restaurant mit Hotelbetrieb und Kegelbahn.

„Friede sei mit dir“ am Krooger Sportheim

Auch die Gartenstadt rund um den Andreas-Hofer-Platz, der Bebelplatz und die Siedlung bei der Teplitzer Allee laden zur Erkundung ein. Von der Heilig-Kreuz-Kirche an der Marienbader Straße 44 und der Stephanuskirche, Allgäuer Straße 1, könnte man weiter zur früheren Friedenskapelle an der Berchtesgadener Straße 25 spazieren. Das schlichte Backsteingebäude von 1925 trägt die Inschrift „Friede sei mit dir“. Es war nicht nur Quartier des Krooger Feuerwehrlöschzugs – mit einem Schlauchturm in der Mitte, sondern auch Werkstatt, evangelische Kapelle, Gemeindehaus und Kindergarten, bis es schließlich Sportheim wurde.

Großes ehrenamtliches Engagement und viele hundert Stunden Eigenleistung für Umbauten stecken auch im benachbarten Sängerheim, das der Männergesangverein Kroog seit 1962 nutzt. Gebaut wurde das Haus 1929 für den Landwirtschaftlichen Bezugsverein, der die Siedler mit Baumaterial, Brennstoffen und Viehfutter versorgte. Eine interessante Geschichte haben auch das ehemalige Atelier des Malers Willi Langbein am Rönner Weg 45, das Anneliese-Pinn-Haus auf dem Krooger Waldhof, Rönner Weg 75, und der Luftschutzstollen unter dem Elmschenhagener Friedhof. Den Faltplan gibt es kostenlos bei Mitgliedern des Kommunalvereins. Die Veröffentlichung wurde aus Mitteln des Fonds „Gemeinsam Kiel gestalten“ gefördert.

Nächstes Infoschild: Kruppallee

Der Kommunalverein Elmschenhagen plant unterdessen weitere Hinweistafeln, zum Beispiel an der Kruppallee. 1906 kauften sieben Ingenieure und zwei Bürovorsteher der Friedrich Krupp Germaniawerft eine Koppel für Villenbauplätze. In der nach Alfred Krupp benannten Allee entstanden 34 Häuser mit Villencharakter, wie Rüdiger Kirkskothen, Vorsitzender des Kommunalvereins, herausfand. Einige Villen sind bis heute erhalten. Die Straße sei zunächst Privatweg gewesen, abgesperrt durch eine Schranke auf Höhe Kruppallee 3. Erst 1915 habe man die Allee öffentlich gewidmet, erläutert der Vorsitzende. Der Vorstand hofft, dass sich ein Anlieger findet, auf dessen Grundstück das Hinweisschild zur Geschichte aufgestellt werden kann. Informationen gibt Rüdiger Kirkskothen unter Tel. 0431/781775.  

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