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Kiel Ostufer macht auch bei Regen mobil
Kiel Ostufer macht auch bei Regen mobil
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16:53 18.08.2019
Von Annette Göder
Geschmackssache: Die sechsjährige Hope Destiny Engel mag "keinen Fisch, nur Fischstäbchen", aber den großen Heilbutt und die Königskrabbe fanden sie und ihre Mutter Melanie-Engel-Neumann trotzdem interessant. Quelle: Annette Göder
Kiel-Wellingdorf

Zum Auftakt wurde ein Open-Air-Gottesdienst gefeiert. Pastorin Margret Laudan aus der Andreas-Gemeinde Wellingdorf wechselte ihren Standort stetig vom Rednerpult in die Riege des Posaunenchors, um dort mitzuspielen. In ihrer Predigt griff sie das Thema Demokratie auf: „Demokratie und Freiheit sind ein hohes Gut. Fundamentalisten können keine andere Meinung ertragen, weil ihr Fundament nicht fest genug ist.“

Letztes Jahr wurde erstmals eine Demokratie-Ecke auf dem Lunaplatz eingerichtet, wo die Besucher notieren konnten, was sie schon immer den Kieler Politikern sagen wollten. Dieses Mal gab es sogar eine Demokratiemeile. „Das Thema kam im letzten Jahr gut an“, sagte Mitorganisatorin Madleen Bergmann vom Stadtteilbüro Ost. Auf der Meile präsentierten unter anderem einzelne Parteien, der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein und Amnesty International ihre Arbeit.

Die Tram für Kiel war Gesprächsstoff

Mobilität spielte ebenfalls eine wichtige Rolle auf dem Fest. Am Stand des Vereins „Tram für Kiel“ kamen Besucher ins Gespräch über die aktuelle Studie, die im Auftrag der Stadt verfasst wurde. Sie empfiehlt eine Straßenbahn oder ein Schnellbussystem. „Gibt es hier eine Unterschriftensammlung für die Tram?“‘, wollte Jürgen Waldner vom Vereinsvorsitzenden Jan Niemeyer wissen. „Das haben mich schon viele gefragt“, antwortete Niemeyer, der angenehm überrascht über das große Interesse war. Er wies auf die Umweltfreundlichkeit einer Tram hin. Der Senior, der seit 1954 in Ellerbek wohnt, sagte: "Ich kenne noch die Straßenbahn. Ihr Abbau war die größte Fehlentscheidung der Stadt.“ Auch Helmut Wagner und sein 15-jähriger Enkel Benedikt plädierten für eine Tram. „Für das Umland könnte ich mir zusätzlich ein schnelles, schienenfreies Bussystem vorstellen“, meinte der Senior, der kein Auto mehr besitzt.

Wer wollte, konnte am Fahrradsimulator des ACE (Autoclub Europa) testen, wie schnell er bei Gefahren reagiert. Die Besucher traten auf einem Rad in die Pedale und bestimmten damit ihr Tempo, während auf einem zugeschalteten Monitor brenzlige Situationen in ihr Blickfeld kamen, zum Beispiel ein Auto, das unvermittelt aus einer Einfahrt fuhr. „Man muss beim Fahrradfahren ganz schön aufpassen“, stellte die zehnjährige Lena nach ihrer Fahrt fest.

Am Stand der Flotten-Sprotte konnten Gäste sich darüber informieren, wie das Fahrrad-Leihsystem funktioniert. Sie erfuhren zum Beispiel, dass sie ein Rad unter anderem am Hauptbahnhof, an der Uni und dem Anleger Dietrichsdorf leihen können, und zwar per App, Webseite oder Hotline.

Filme, Ausstellungen, Vorträge und Aktionen im Geomar

Geomar öffnete seine Pforten und präsentierte moderne Meerestechnik in Vorträgen und Projekten. Das Zentrum zeigte in einer Art kleinem Mediendom Filme über Fahrten mit dem Tauchboot zu Kaltwasserkorallen bei Norwegen. Jüngere Besucher verfolgten die Aufnahmen an der Kuppel im Liegen. Ausgestellt war außerdem ein Tiefseeroboter. Eine Ahnung davon, wie ein solches Fahrzeug funktioniert, erhielten Kinder, die einen Minitauchroboter steuern konnten. „Viele meinen, dass das Geomar hauptsächlich mit Delfinen, Walen und Fischen zu tun hat“, sagte Geomar-Sprecher Andreas Villwock. „Beim Tag der offenen Tür möchten wir die Vielfalt der Felder vorstellen.“ Klima, Ressourcen am Meeresboden, Veränderungen im Meer, seien einige der gesellschaftlich relevanten Themen der Forschung.

Die Veranstalter des Festes, das Zentrum für maritime Technologie und Seefischmarkt, das Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, der Verein zur Förderung von Kunst und Kultur sowie das Stadtteilbüro Ost hatten auch dieses Mal wieder so viele Aktive ins Boot geholt, dass Besucher ein reichhaltiges Programm mit Spiel, Spaß und Information erleben konnten.

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