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Kiel Startet der Umbau Ende 2020?
Kiel Startet der Umbau Ende 2020?
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19:16 23.06.2019
Von Martin Geist
Die Technische Fakultät in Gaarden soll erweitert werden. Die formalen Voraussetzungen dafür sind voraussichtlich im kommenden September erfüllt. Quelle: Martin Geist
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Kiel

2600 Studenten, 370 Mitarbeiter, zehn Millionen Euro Drittmittel – und das alles bei steigender Tendenz. Dekan Prof. Hermann Kohlstedt betonte am Freitag beim traditionellen Sommerfest der Fakultät, dass seine Einrichtung in fast jeder Hinsicht auf einem guten Weg sei. Wie viel sich tut, zeigt sich besonders an der Entwicklung der Drittmittel. Über Beteiligungen aus der Wirtschaft oder von Institutionen wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) holte die jüngste Fakultät der CAU im Jahr 2007 gerade mal drei Millionen Euro herein, inzwischen hat sich die Summe mehr als verdreifacht.

Baubedarf in Gaarden

Nicht mitgehalten hat derweil die bauliche Hülle am Standort Gaarden der im Jahr 1990 gegründeten Technischen Fakultät. Während sich das Institut für Informatik auf dem Campus an der Olshausenstraße befindet, sind die Institute für Elektrotechnik und Informationstechnik sowie für Materialwissenschaften mit ihren zusammen gut 1000 Studenten auf dem Ostufer untergebracht. Und das in Gebäuden, die vielfach weder energetisch noch von ihrer Eignung für Forschungszwecke her auf zeitgemäßem Stand sind.

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Jetzt aber, so verkündete Dekan Kohlstedt auf dem Sommerfest, werde man den Campus „von links auf rechts drehen“. Geplant sind unter inhaltlicher Regie von Prof. Martina Gerken ein Zentrum für vernetzte Sensorsysteme sowie zur Norddeutschen Straße hin ein neues Hörsaalgebäude. Zu dem 30-Millionen-Euro-Projekt ist ein städtebaulicher Wettbewerb bereits gelaufen, noch nicht perfekt ist aber die sogenannte Finanzunterlage Bau. Das Papier bildet bei der Landesregierung die Grundlage, um Geld für die Bauarbeiten bereitzustellen. Bis September soll die Unterlage auf dem Tisch liegen, hat Prof. Gerken erfahren. Die Vorbereitungen für den Start werden derweil bereits engagiert betrieben, berichtet Fakultätsgeschäftsführer Dr. Frank Paul. „Trivial ist das nicht“, betont er. Die größte Herausforderung besteht nach seinen Angaben darin, mehr oder weniger gleichzeitig den Abbruch und den Neubau von Gebäuden zu bewerkstelligen, ohne den Lehr- und Forschungsbetrieb zum Erliegen zu bringen.

Neubau in Gaarden bis 2022

Losgehen mit dem Baugeschehen könnte es in der Kaiserstraße 2 an der Ecke zur Werftstraße nach derzeitigem Stand Ende 2020, schon Ende 2022 soll das Projekt nach Angaben von Prof. Kohlstedt abgeschlossen sein. Eile ist dabei nicht zuletzt unter dem finanziellen Aspekt geboten. Die zugesagte Förderung aus Töpfen der Europäischen Union ist mit der Vorgabe verbunden, dass Anfang 2023 alles gelaufen ist.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) als prominentester Gast des Sommerfestes lobte besonders die Forschungsbemühungen der Technischen Fakultät in zukunftsträchtigen Feldern rund um die Energiewende. Wirkungsvolle Lösungen zu entwickeln, um regenerativ erzeugte Energie zu speichern und effektiv zu nutzen, bedeute eine „wahnsinnige Chance“ für Schleswig-Holstein. Nicht zuletzt gilt das aus Sicht des Ministers für die vom Bund ausgeschriebene erste Batteriezellen-Forschungsfabrik in Deutschland. Schon wegen des reichlich vorhandenen Öko-Stroms sei eine solche schätzungsweise 550 Millionen Euro teure Anlage „in Schleswig-Holstein am besten aufgehoben“, argumentierte Buchholz.

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