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Kiel Parkplatzpflicht soll flexibler werden
Kiel Parkplatzpflicht soll flexibler werden
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07:01 07.05.2018
Alternative Mobilitätskonzepte sollen gefördert werden: Durch den Nachweis von Carsharing-Plätzen, hier am Rathaus, reduziert sich die Anzahl der nachzuweisenden Stellplätze für Bauherren. So ersetzt ein Carsharing-Stellplatz fünf reguläre Stellplätze Quelle: Ulf Dahl
Kiel

In Zukunft sollen pro Wohneinheit weniger Stellplätze geschaffen werden müssen. „Wir wollen die Vorgaben flexibler gestalten“, sagte Birgit Kulgemeyer, Leiterin des Amtes für Bauordnung, Vermessung und Geoinformation, kürzlich im Bauausschuss, wo sie die Pläne vorstellte. Die Richtzahlen für die Stellplätze seien ein essenzieller Bestandteil im Baugenehmigungsverfahren. Die Bauherren müssten entsprechende Zahlen nachweisen. Das sei gerade bei sogenannten Nachverdichtungsprojekten, also Bauvorhaben beispielsweise in Hinterhöfen, besonders schwierig. Dabei will die Landeshauptstadt gerade solche Projekte vorantreiben. Auch deshalb habe man sich für eine Veränderung der Richtzahlen entschieden.

Viele Pkw stehen im öffentlichen Raum

„Bei der Erarbeitung der neuen Richtzahlen ging es darum, einen Mittelweg zu finden“, so Kulgemeyer. Schon jetzt stehen mehr als 40 Prozent der Pkw im öffentlichen Raum. Eine Abschaffung der Stellplatzrichtzahlen wie beispielsweise in Hamburg oder Berlin sei deshalb nicht infrage gekommen.

„Wir wollen mit der Änderung aber auch einen Beitrag zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum leisten“, so Kulgemeyer. Denn die Anzahl der Stellplätze trage nicht unerheblich dazu bei, ob kostengünstiger Wohnraum für den Bauherren auch wirtschaftlich sei.

Außerdem soll die Reduzierung der Stellplatzzahlen ein Beitrag für den Umweltschutz und zum Masterplan „100 Prozent Klimaschutz“ sein. Denn in der neuen Tabelle werden alternative Mobilitätskonzepte gefördert. Durch den Nachweis von Carsharing-Plätzen oder eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr reduziert sich die Anzahl der nachzuweisenden Stellplätze. So ersetzt ein Carsharing-Stellplatz fünf reguläre Stellplätze.

Entscheidung im Ausschuss vertagt

Nach der neuen Tabelle sollen im Geschosswohnbau zukünftig pro Wohnung 0,7 Stellplätze zur Verfügung gestellt werden. Bei sozial geförderten Wohnbau sogar 0,3, bei Studentenwohnheimen nur 0,25. Bei Einfamilienhäusern solle dagegen weiterhin gelten: ein Stellplatz für eine Wohneinheit.

Der Vorschlag stieß auf ein gemischtes Echo in der Politik. Zwar waren sich die Parteien einig, dass die Stellplatzrichtzahl dringend nachgebessert werden muss, trotzdem konnten die Bauausschussmitglieder der Vorlage noch nicht zustimmen. Die Entscheidung wurde vertagt.

Von Anne-Kathrin Steinmetz

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