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Kiel Kita in Kiel setzt auf Recycling
Kiel Kita in Kiel setzt auf Recycling
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15:15 10.10.2019
Von Martin Geist
Mal sehen, was dabei herauskommt: Erzieherin Lisa Wulf und die fünfjährige Joleene beim Sägen in der Kita Sternschnuppe in Kiel-Gaarden. Quelle: Martin Geist
Kiel

Genau dort gibt es nach Überzeugung von Einrichtungsleiterin Zekija Cengiz viele gute Gründe dafür.

Papier, Stoff, Holz, Eierpappe, Kunststoff: Für die 98 Kinder in der „Sternschnuppe“ gibt es nichts, aus dem sich nicht noch etwas machen ließe. Zum Beispiel: Bücher, Bilder, Raumschiffe, Schachteln, Bilderrahmen, einen fliegenden Drachen – und Manni: „Ich bin ein Sprachanlass“ heißt es auf einem Etikett der Figur, die im Foyer der Kita steht und so groß ist wie ein Kind. „Kein Witz“ sei das mit dem Sprachanlass, betont Cengiz. Der komplett aus Weggeworfenem gebastelte Geselle dient tatsächlich immer wieder dazu, dass die Kinder erzählen, was sie gerade ärgert, worüber sie sich freuen, was sie bewegt. 

Mehr als 80 Prozent der fast 100 Kinder in der Hügelstraße kommen aus zugewanderten Familien, entsprechend ist die Sprache ein Dauerthema. Geübt werden soll sie so beiläufig und alltagsnah wie möglich. Manni regt zum Reden an, weil er so putzig ist. Und beim Basteln, Nähen oder Sägen muss darüber gesprochen werden, was man auf welche Weise machen will. 

„Dass Abfall auf Gehwege und Grünflächen geschmissen wird, bekommen leider alle mit“

Erzieherin Britta Behrens hat sich in diversen Fortbildungen für dieses pädagogische Konzept der kreativen Nachhaltigkeit gewappnet. Ausgangspunkt ist dabei im Idealfall die Lebenswelt der Kinder. Die sieht zwar in jeder Familie anders aus, aber manche Aspekte gleichen sich. „Dass Abfall auf Gehwege und Grünflächen geschmissen wird, bekommen leider alle mit“, nennt Britta Behrens ein Beispiel.

Unter diesem Aspekt ist die Kreativwerkstatt nicht nur dazu da, Talente zur Entfaltung zu bringen, sondern sie soll auch das Problem bewusst machen: Abfall ist oft ein Wertstoff, und wenn nicht, gehört er wenigstens ordentlich beseitigt. Sogar Sperrmüll findet sich in der städtischen Kindertageseinrichtung, beispielsweise in Form von wunderhübsch aufbereiteten kleinen Kommoden oder Tischen. 

„Mal sehen, was dabei rauskommt“, lautet in der Werkstatt oft die Devise, erzählt Lisa Wulf. Manchmal entstehen aus Holzresten hübsche Hocker, manchmal ist es eher abstrakte Kunst, aber ein bisschen stolz auf das Geschaffene sind die Kinder nach Erfahrung der Erzieherin eigentlich immer. Den allgegenwärtigen Müll wird diese Pädagogik nicht aus der Welt schaffen, gibt Einrichtungsleiterin Cengiz zu. Aber sie ist sich ziemlich sicher, dass ihre Schützlinge auch als Erwachsene nicht zu denen gehören, die das Problem verursachen.

In der Kita in Gaarden spielt auch die Küche eine große Rolle

Ein Umfeld schaffen, in dem man sich selbst wohlfühlt und das nicht auf gedankenlosem Konsum fußt, darum geht es im Grundsatz. „Da spielt auch die Küche eine große Rolle“, versichert die stellvertretende Einrichtungsleiterin Pia Bokemüller. Aus Kostengründen haben zwar nicht alle, aber doch etwa 50 Prozent der verarbeiteten Lebensmittel Bio-Standard. Wann immer möglich wird zudem Ware aus der Region bezogen. Vom einst viel diskutierten Veggie-Day haben sich die Gaardener zudem längst verabschiedet: Einmal im Monat gibt es eine ganze Woche ausschließlich vegetarisches Essen.

Als Glücksfall erweisen sich dabei Maren Janson und ihr Küchenteam, denn ihre Kreativität lässt kleine wie große Hungrige immer wieder mit der Zunge schnalzen. Der Spiegeleierauflauf ist in der Hügelstraße ein Hit und die mit Resten vom Vortag gefüllten Kartoffeln lassen darüber staunen, wie schmackhaft sein kann, was andere wegwerfen. Ganz nach dem Geschmack von Cengiz ist das Konzept der kreativen Bildung bei aller Bedeutung der Inhalte noch aus einem anderen Grund: „Es ist wirklich toll, wie sehr sich unser Personal jeden Tag neu engagiert.“

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