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Kiel Wagengruppe Schlagloch will bleiben
Kiel Wagengruppe Schlagloch will bleiben
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10:42 25.04.2019
Von Niklas Wieczorek
Die Bauwagen-Aktivisten sind jetzt auf einen Parkplatz im Gewerbegebiet in Gaarden-Süd gerollt. Das erste Wochenende haben sie hier nach eigener Darstellung "entspannt" verbracht. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

So ist das Gelände in Privatbesitz der Firma Glüsing aus Cuxhaven, wie diese Zeitung aus mehreren Quellen erfuhr. Dort ist man aber eher kritisch gegenüber dem unerwarteten Besuch eingestellt, ist zu vernehmen. "Wir hatten ein recht entspanntes Wochenende", beschrieb eine der Aktivistinnen am Montag. Einige Nachbarn, die auch schon häufiger auf der Fläche Zeit verbracht hatten, seien vorbeigekommen. Auch ein erstes Gespräch mit den Besitzern habe es inzwischen gegeben. "Wir haben angeregt, eine gemeinsame Lösung zu finden", sagte sie.

Protest gegen "Kool Kiel"

Zuletzt hatten die als Besetzer einer Möbel-Kraft-Ausgleichsfläche bekannt gewordenen Aktivisten an der Werftbahnstraße gestanden, inzwischen ein symbolträchtiger Ort. Denn während den Alternativen über den Winter das Parken an dieser Stelle gestattet wurde, laufen Vorbereitungen für das "Kool-Kiel"-Projekt. Es soll ein architektonisch herausragendes Hotel mit einem Aufsehen erregenden Turm entstehen. Den Aktivisten zufolge ist das aber genau der falsche Weg, um Gaarden als Stadtteil weiterzuhelfen.

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Stadt Kiel verweist auf den Aubrook

Wie es am neuen Standort aussieht, werden die kommenden Tage zeigen. Nach Angaben der Wagengruppe hatte die Stadt erst wieder Gesprächsbereitschaft für den Mai gezeigt. Das sei angesichts des vorher festgelegten Abfahrtdatums am 15. April von der Werftbahnstraße nicht machbar gewesen. Die Stadt verweist darauf, dass allgemeines Wohnen in einem Gewerbegebiet nicht zulässig ist – und auf einen fehlenden politischen Auftrag. "Der Wagengruppe Schlagloch steht nach wie vor ein im Flächennutzungsplan ausgezeichneter Standort zur Verfügung – der Aubrook", sagt Sprecherin Kerstin Graupner. Der Aubrook sei für alternative Wohnformen etabliert. Die Wagengruppe hatte ihn jedoch stets abgelehnt. Jetzt wünscht sie sich, auch zum zweiten Geburtstag am 27. April noch in der Stormarnstraße zu stehen.

Das ist die Wagengruppe Schlagloch

Das ist die Wagengruppe Schlagloch

Im April 2017 hatte die Wagengruppe Schlagloch erstmals für Aufsehen gesorgt, als die Aktivisten eine Möbel-Kraft-Ausgleichsfläche besetzten. Erst im Zuge eines Polizeieinsatzes zogen sie nach mehreren Wochen wieder ab. Es entwickelte sich ein Kontakt zur Stadt und Verhandlungen mit dem Büro des Oberbürgermeisters über einen dauerhaften Standort. Die Aktivisten warben für ihr alternatives Wohnen in den Wagen und kritisierten die aus ihrer Sicht Investoren-freundliche Politik der Stadt. Nach einer Winter-Übergangsstellfläche an der Edisonstraße in Kiel-Wellsee waren Plakate der Wagengruppe auch Gegenstand eines mutmaßlichen Brandanschlags auf den linken Szenetreff Li(e)ber Anders in Gaarden im Dezember 2018. Über den jüngsten Winter kamen die Aktivisten an der Werftbahnstraße, wo künftig das "Kool-Kiel"-Hotelprojekt entstehen soll. Nicht nur diesbezüglich sind die jungen Wagenbewohner anderer Meinung.

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