Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Hasselfelde bleibt Provisorium
Kiel Hasselfelde bleibt Provisorium
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:21 10.05.2019
Von Michael Kluth
Der Strand Hasselfelde in Dietrichsdorf liegt unweit des Gasmotorenkraftwerks. Quelle: Frank Peter
Kiel-Dietrichsdorf

Nun werden einstweilen die provisorischen Maßnahmen aus dem vorigen Jahr wieder aufgelegt: drei mobile Toiletten, einige Abfallbehälter, freigesperrte Rettungswege, abgesperrte Gefahrstellen – im Wasser mit Bojen und an Land mit Zäunen und Schildern.

„Mit diesen Maßnahmen kann für die Badesaison 2019 eine naturverträgliche Erholungsnutzung mit Baden gewährleistet werden“, heißt es in einer Mitteilung der verantwortlichen Stadträtin Doris Grondke. Ihrem Vorschlag hat nach dem Bauausschuss nun abschließend der Innen- und Umweltausschuss des Rats zugestimmt.

Mehr als ein Geheimtipp

Der Strand Hasselfelde ist schon lange mehr als ein Geheimtipp am Ostufer – erst recht, seit im benachbarten Mönkeberg Parkgebühren erhoben werden. Allerdings sind die Parkprobleme in Hasselfelde insbesondere an der Straße Zum Kesselort einer der Gründe, warum die Fläche bislang nicht als offizieller Badestrand ausgewiesen worden ist. Dann müsste es gesicherte Rettungswege geben. Weitere Hemmnisse: Naturschutz und unklare Altlasten. Das Areal war laut Stadt bis zum zweiten Weltkrieg Militärdepot mit chemisch-physikalischer Versuchsanstalt, danach Gewerbestandort, Schiffsabwrackplatz und Materiallager der Bundeswehr.

Irritation über Gefährdungen

Vor der Zustimmung hatte es in beiden Ausschüssen Irritationen über eine Passage in der Verwaltungsvorlage gegeben: Es gebe „Unwägbarkeiten, durch die sich insbesondere auch Gefährdungen von Strandnutzenden nicht ausschließen lassen“, heißt es darin. Das führte zu besorgten Nachfragen in den Ausschüssen.

„Der Strand wird ja schon genutzt“, sagte die Bauausschussvorsitzende Sigrid Schröter (CDU) und zeigte sich verwundert, dass die Verwaltung jetzt noch notwendige „Kampfmitteluntersuchungen, Kampfmittelräumungen und Altlastensondierung“ anmerkt. Schröter: „Es liegt dort viel – ich wusste nicht, dass das auch gefährlich sein kann.“ Ähnliche Töne im Umweltausschuss: Der CDU-Ratsherr Robert Vollborn fragte nach dem Gefahrenpotenzial, sein Parteifreund Rainer Kreutz nach einer möglichen Haftungspflicht der Stadt bei Verletzungen.

Amt zerstreut Bedenken

Die Chefin des Grünflächenamtes, Petra Holtappel, zerstreute alle Bedenken. Die meisten Kampfmittel seien ungefährlich oder nur dann ein Risiko, wenn sie gezielt angesteuert würden, sagte sie im Bauausschuss. Allenfalls könnten Rückstände wie Öl zu finden sein. Im Umweltausschuss versicherte sie, alle Gefahrenstellen seien ausgeschildert, umzäunt, mit Bojen versehen oder abgedeckt. Zur Haftungsfrage sagte sie, der Strand Hasselfelde sei „ein Strand, aber keine Badestelle“ und „kein Badestrand“. Die Ausschussmitglieder verstanden das offenbar als eine Art „Baden auf eigene Gefahr“ und stimmten dem Provisorium zu.

Warten auf drei Gutachten

„Nicht vor Ende des Jahres“ soll ein dauerhaftes Nutzungskonzept mit konkreten Planungsvorschlägen fertig sein, teilte Grondke mit. Zunächst müssten drei Fachgutachten abgewartet werden: die Expertise des Kampfmittelräumdienstes, eine Überprüfung des aktuellen Naturschutz-Statusses und eine Begutachtung der Erosion.

Weitere Nachrichten aus Kiel finden Sie hier

Die erste Landstromanlage für große Passagierschiffe in Kiel ist am Norwegenkai in Betrieb. Sie versorgt die Oslo-Fähren der Reederei Color Line täglich während der Liegezeiten mit Energie. Die Dieselmotoren bleiben ausgeschaltet. Die "Color Fantasy" machte am Donnerstag den Anfang.

Michael Kluth 09.05.2019

Das Schwesterschiff der „Gorch Fock“ kommt. Das Segelschulschiff „Eagle“ wird Freitag gegen 12 Uhr in die Kieler Förde einlaufen und um 13 Uhr an der Tirpitzmole des Marinestützpunktes festmachen. Am Sonntag lädt die Crew zum „Open Ship“.

Frank Behling 09.05.2019

Ihre Mischung war bunt, ihre Botschaft klar: Etwa 100 Demonstranten haben am Donnerstagnachmittag am Ostseekai in Kiel gegen Kreuzfahrtschiffe und deren Auswirkungen protestiert. Junge Aktivisten von TKKG, Greenpeace, aber auch ältere Vertreter von Die Partei oder Piraten waren dem Aufruf gefolgt.

Niklas Wieczorek 09.05.2019