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Kiel Streit um Plaza-Umbaupläne
Kiel Streit um Plaza-Umbaupläne
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18:20 21.03.2019
Von Jürgen Küppers
Viele Läden unter einem Plaza-Dach: Die Stadt will jetzt zumindest die Sortimente, die es auch in der Innenstadt gibt, auf maximal zehn Prozent begrenzen. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Kernpunkt dabei: Das Unternehmen, das seit 2018 zu den Hauptförderern der Kieler Woche zählt, will den Sky-XXL-Supermarkt deutlich von aktuell fast 11000 um 3900 Quadratmeter verkleinern.

Die damit freiwerdenden Flächen sollen künftig vom französischen Sportartikelhersteller und -händler Decathlon (3000 Quadratmeter) sowie vom niederländischen Sonderpostenmarkt Action (900) genutzt werden. Darin sieht die Stadt allerdings eine unmittelbare Bedrohung von Innenstadtgeschäften.

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Auf Nachfrage teilt die Verwaltung mit, aktuell gebe es in der Innenstadt rund 20 Geschäfte mit Sport- und Outdoorartikeln. Aus Sicht von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer bedeutet das: „Es ist zu befürchten, dass diese Geschäfte Schwierigkeiten hätten, ihr Angebot zu halten, wenn sich der Magnetbetrieb Decathlon im Plaza-Center ansiedelt.“

Rat stimmt über Veränderungssperre ab

Da der Einzelhandel immer noch den Markenkern einer attraktiven Innenstadt bilde, müsse dieser laut OB auch „besonders gepflegt und geschützt“ werden. Damit das geschieht, bringt die Verwaltung in der nächsten Ratsversammlung (Donnerstag) zwei Beschlussvorlagen zur Abstimmung ein: die Änderung des Bebauungsplanes sowie eine Veränderungssperre zum Plaza-Center.

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Hauptziele dieser „innenstadtverträglichen Steuerung der Sortimentsstruktur“: Nur auf maximal zehn Prozent der bislang für Warensortimente „undifferenzierten“ Gesamtverkaufsfläche dürfen künftig Waren verkauft werden, die es auch in der Innenstadt gibt. Und: Es dürfen keine Geschäfte mehr mit Innenstadtsortimenten hinzukommen.

Zwei Jahre lang könnte Stillstand herrschen

Unmittelbare Folgen für die Eigentümer der Immobilie (Coop e.G.) hätte der Beschluss einer Veränderungssperre. Heißt im Klartext: Maximal zwei Jahre muss auf dem Plaza-Gelände alles so bleiben, wie es ist – also keine Umbauten und kein Decathlon.

Das wiederum erzürnt den Supermärkte-Nord-Geschäftsführer Martin Czoske: „So lange können und wollen wir nicht warten. Wir müssen jetzt handeln, um den hochdefizitären Standort wieder wettbewerbsfähig zu machen.“

Seit neun Jahren sucht Decathlon einen Kieler Standort

Dafür sei es nötig, die nicht mehr zeitgemäße Größe des Supermarktes deutlich zu reduzieren, um Flächen zu vermieten. Bereits seit neun Jahren versuche Decathlon in Kiel Fuß zu fassen, rund 80 Standorte seien geprüft worden – ohne Erfolg: „Warum sollte Kiel auf so ein Unternehmen verzichten, das zieht?“

Den mittlerweile nicht nur von der Stadt, sondern auch von IHK und Handelsverband Nord vorgetragenen Bedenken zu weiterem Kaufkraftverlust in der Innenstadt durch den Umbau hält Czoske folgende Rechnung entgegen: Im XXL-Supermarkt fielen nach der Verkleinerung rund 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche mit innenstadtrelevanten Non-Food-Waren weg.

Zudem biete Decathlon nur maximal auf der Hälfte seiner 3000 Quadratmeter Sportartikel an, die es so auch in der Innenstadt gebe. Ansonsten benötige Decathlon die Fläche für Sportaktionen sowie zur Ausstellung großer Trainingsgeräte oder Boote.

Am Ende entscheiden die Fraktionen

Czoske ist nach eigener Aussage zwar „sehr interessiert“ an Verhandlungen mit der Stadt: „Allerdings habe ich noch keine Bereitschaft erkennen können, dass die Verwaltung mit mir sprechen möchte.“ Der OB zeigte sich auf Nachfrage zwar zuversichtlich, „eine Lösung zu finden“. Am Ende entscheiden würden aber die Ratsfraktionen.

Wann sie welche Entscheidung fällen, ist aber völlig offen. So wie es aussieht, wird das Plaza-Thema heute in der Ratsversammlung in den Bauausschuss verwiesen, käme damit frühestens im Mai wieder in den Rat.

Als Grund dafür gaben die Fraktionsspitzen Beratungsbedarf an. Das Thema sei zu komplex und facettenreich. Zum Hintergrund: Eingereicht wurde der Plaza-Bauantrag bei der Verwaltung am 12. November 2018.

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