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Kiel Stresstest für Stimme und Nerven
Kiel Stresstest für Stimme und Nerven
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13:59 19.04.2012
Von Jürgen Küppers
„Lions of Nebraska“ spielten ihre Nervosität einfach weg: Christian Hackbarth (Bass), Sebastian Gröning (Schlagzeug) und Patrick Wilkens (Gitarre) haben durch einige Auftritte – auch in der Kieler Pumpe – schon Bühnenerfahrung. Quelle: Foto: fpr
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Uwe Klügel reibt sich nervös die Hände. Dabei muss er selber gar nicht singen, aber seine Lebensgefährtin. „Viel zu leise“, murmelt er enttäuscht, als Veronika Thiefoldt den Andrea-Berg-Hit „Dich soll der Teufel holen“ anstimmt. Doch der Kloß im Hals der 61-Jährigen schnürt ihr Luft und Stimme ab angesichts der ungewohnten Kameras, Mikrofone und Fotografen im TV-Studio. Dabei singt die Rentnerin aus Schacht-Audorf seit 20 Jahren fast täglich in ihrem Zimmer, nimmt dort sogar CDs für den privaten Gebrauch auf.

Auch die drei Kieler Jungs von „Lions of Nebrasca“ müssen sich erst einmal auf die Studio-Situation einstellen. „Wir dachten, da sitzen nur paar Leute am Tisch und hören zu“, erklärt Gitarrist Patrick Wilkens, der noch am Abend zuvor im Fernsehen das Schleswig-Holstein-Magazin sah: „Und jetzt stehen wir in genau diesem Studio. Unfassbar.“ Doch das Trio fängt sich schnell, swingt mit seinem selbst geschriebenen Lied. Die Studioleute nicken sich anerkennend zu. Situation professionell gemeistert.

Eine gewisse Stressfestigkeit müssen die acht Finalisten schon mitbringen, die in den fünf NDR-Landesstudios bis zum 15. Mai ihr Können für den „Schleswig-Holstein Hammer“ unter Beweis stellen. Schließlich werden die besten acht Kandidaten des Castings am Dienstag,19. Juni, auf der NDR-Bühne am Ostseekai vor tausenden Besuchern – inklusive einer prominent besetzten Jury – ihre Nerven erst recht im Griff haben müssen. So entscheiden unter anderem Sänger Klaus Lage, Musicalstar Alexander Klaws und NDR-Moderatorin Verena Püschel, wer am Schluss den Siegerhammer in die Luft recken darf.

Jörg Müller-Lornsen schätzt seine Chancen auf eine Finalteilnahme nach seinem Casting auf „fifty-fifty“. Auch der Pädagogik-Student an der Kieler Uni muss sich zuvor erst einmal den Angstschweiß von der Stirn wischen, murmelt etwas über „vergessenen Text“ und vom „nicht gerade besten Sound“ seines Keyboards, das in der Tat wie ein Kinderklavier klingt. Doch als der 28-Jährige sein selbst geschriebenes Lied „Tagein tagaus“ anstimmt, wird es plötzlich ganz still im Studio. Eindruck machte der etwas ungelenk wirkende junge Mann schon bei Stefan Raabs Castingshow „Unser Star für Baku“, dort kam er immerhin unter die letzten 20. Ein eigenwilliger, intimer Stil, der unter die Haut geht, bescheinigten ihm dort die Juroren – die vom NDR könnten es auch tun. Grund dazu hätten sie.

Staunen dürfte das NDR-„Hammer“-Entscheidungsteam auch über Bastian Patzer alias „BastBeat“. Denn der hat gleich eine ganze Band in Mund und Hals. Daraus gurgeln, scheppern, knallen, brummen, pfeifen und ploppen hochkomplexe Rhythmen in aberwitzigem Tempo. „Beatbox“ nennt sich das in der Fachsprache der Mundrapper. Fast täglich trainiert der 18-jährige Eutiner mit der schräg aufgesetzten Basecap neue Sounds – anfangs nicht immer zum Vergnügen seiner Familie. „Jetzt haben sie sich aber dran gewöhnt. Und Opa ist mittlerweile sogar ein richtiger Fan von mir.“

Selbst wenn es für eine Finalteilnahme nicht reichen sollte, bleibt den Nachwuchskünstlern immerhin eine kleine Chance, ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. Denn auf NDR 1 Welle Nord und im Schleswig-Holstein-Magazin werden Ausschnitte der Castings gesendet.

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