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Kiel Energydrinks beeinflussen den Schulalltag
Kiel Energydrinks beeinflussen den Schulalltag
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11:11 03.09.2019
Von Heike Stüben
Solche Energy Drinks können sich Schüler problemlos beim Discounter kaufen. Jetzt fordern Ärzte und Prof. Reiner Hanewinkel vom IFT Nord eine Verkaufsverbot an Minderjährige. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand
Kiel

Für die Studie für den DAK-Präventionsradar wurde im Schuljahr 2018/9 unter anderem Schüler der Klassen fünf bis zehn in Schleswig-Holstein befragt. Ergebnis: Jedes fünfte Schulkind (19 Prozent) konsumiert mindestens einmal pro Monat Energydrinks. Sechs Prozent trinken diese wöchentlich, drei Prozent sogar täglich.

Energydrinks: Viel Koffein, viel Zucker, viele Zusatzstoffe

„Gerade für Heranwachsende sind aufputschende Softdrinks bedenklich“, warnt Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit und Auftraggeber der Studie. Die Drinks enthielten viel Koffein. Damit sie nicht bitter schmecken, würden sie extrem gesüßt und enthielten zahlreiche synthetische Zusatzstoffe.

Storms Fazit: „Die sogenannten Energydrinks verleihen keinen Power-Schub, sondern können zu massiven Gesundheitsproblemen führen.“

Risiko für Übergewicht und Schlafprobleme

Die Studie belege diesen negativen Einfluss des stark Koffeinhaltigen Softdrinks. Es reiche schon, wenn die Kinder und Jugendlichen regelmäßig einmal im Monat zu dem Drink greifen. Grundsätzlich gelte: Je häufiger die Softdrinks konsumiert werden, desto deutlicher werden die Folgen spürbar.

„Wir sehen insbesondere bei Schlafproblemen, Übergewicht und Hyperaktivität einen Zusammenhang“, erklärt Studienleiter Prof. Reiner Hanewinkel vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel.

So berichten fast zwei Drittel (63 Prozent) der Jungen und Mädchen, die täglich Energydrinks trinken, von Problemen beim Ein- oder Durchschlafen. Wer nie oder nur selten zu den Getränken greife, habe diese Probleme signifikant seltener. Demnach leiden 16 Prozent der Vieltrinkenden unter Übergewicht – doppelt so viele wie bei den Nichtkonsumenten.

Dabei scheinen Jungen besonders anfällig für die als cool beworbenen Getränke zu sein. Von den täglichen Konsumenten sind fast zwei Drittel männlich. 

Energydrinks wirken sich auch auf die Schule aus

Die Studie zeigt auch, dass sich die Getränke negativ auf den Schulalltag auswirken. Von den Schülern in Schleswig-Holstein, die täglich zu den stark koffeinhaltigen Drinks greifen, kann sich ein Fünftel nur schwer konzentrieren und lässt sich leicht ablenken.

Von solchen Problemen, die auf Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsprobleme hinweisen, berichten bei den Nichttrinkenden nur sechs Prozent.

DAK fordert Warnhinweise

Die DAK kritisiert, dass die Hersteller bisher nur zu den Hinweise „Erhöhter Koffein-Gehalt" und „Für Kinder und schwangere und stillende Frauen nicht geeignet" verpflichtet sind. Über konkrete Risiken, etwa für Konzentrations- und Schlafstörungen und die Entstehung von Übergewicht, müsse nicht informiert werden.

Storm fordert deshalb „eine bessere Kennzeichnung von Energydrinks, die klar vor den Gesundheitsrisiken warnen, um insbesondere Minderjährige zu schützen.“

Ärzte wollen Engergy-Drinks-Verkaufsverbot an Minderjährige

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und auch Prof. Hanewinkel gehen weiter. Sie halten ein Verkaufsverbot von Aufputsch-Drinks an Kinder und Jugendliche für notwendig. Denn diese Altersgruppe spreche besonders auf die Werbung an.

Die Wahrscheinlichkeit, Energydrinks zu probieren, steige mit dem Kontakt zur Werbung deutlich an. „Bei niedrigem Werbekontakt beginnt etwa jedes dritte Schulkind im Verlauf von zwei Jahren mit dem Konsum von Energydrinks - bei hohem Kontakt ist es aber mehr als jedes zweite. Das ist ein Plus von 42 Prozent“, erklärt Reiner Hanewinkel.

„Ähnlich wie Tabakwaren sollten Energydrinks deshalb Erwachsenen vorbehalten sein.“ Sein Tipp:  Eltern sollten selbst auf Energydrinks verzichten, denn die Vorbildfunktion der Eltern sei belegt.

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