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Kiel Werft will Schiff als Pfand zurückhalten
Kiel Werft will Schiff als Pfand zurückhalten
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17:32 17.06.2019
Das Marine-Segelschulschiff "Gorch Fock" liegt in einem Dock der Bredo-Werft. Im Debakel bei der Sanierung des Schulschiffs "Gorch Fock" kommen die Gläubiger der insolventen Elsflether Werft am Montag in Nordenham zu ihrer ersten Versammlung zusammen. Quelle: Mohssen Assanimoghaddam
Bremerhaven/Nordenham

Überschattet von Streit über das Ausdocken der „Gorch Fock“ hat in Nordenham an der Weser die erste Gläubigerversammlung der insolventen Elsflether Werft begonnen. Die Bredo-Werft in Bremerhaven, einer der Hauptgläubiger, forderte 5,1 Millionen Euro brutto von der Marine oder der Elsflether Werft.

Sonst werde die Werft das Segelschulschiff nicht wie geplant am Freitag ausdocken, teilte sie am Montag mit. Dagegen besteht die Marine darauf, dass der sanierte Rumpf des Schiffs nach mehr als drei Jahren erstmals wieder ins Wasser gelassen werden soll. Dieser Termin steht durch das geltend gemachte Rückhaltungsrecht der Bredo-Werft in Frage.

Die Elsflether Werft ist Generalunternehmer bei der Sanierung der „Gorch Fock“, deren Kosten völlig aus dem Ruder gelaufen sind. Statt 10 Millionen Euro sind bereits mehr als 70 Millionen Euro ausgegeben worden. Als Endsumme werden 135 Millionen Euro erwartet.

Das Debakel bei der "Gorch Fock"-Sanierung beschäftigt mittlerweile die Staatswaltschaft und mehrere Gerichte und ist politisch eine Belastung für Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Wie kann der Fortbetrieb der Elsflether Werft gesichert werden?

Bei der Versammlung im Amtsgericht Nordenham sollte es darum gehen, den Fortbetrieb der insolventen Elsflether Werft zu sichern. Die frühere Werftführung hat viel Geld in Nebengeschäfte gesteckt, das nun zur Bezahlung der Zulieferer fehlt.

Hier sehen Sie aktuelle Bilder der "Gorch Fock"

Vor der Sitzung stellte sich der Bund in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, hinter die neue Werftleitung und deren Pläne. Der Bund will aber kein Geld außerhalb des Insolvenzverfahrens zahlen.

Bredo-Werft ist in finanziellen Schwierigkeiten

Die Bredo-Werft ist selbst in finanzielle Schwierigkeiten geraten, weil für die „Gorch Fock“ in ihrem Dock lange nicht gezahlt worden ist. Er sei als Geschäftsführer verpflichtet, die Interessen seines Unternehmens zu wahren, sagte Werft-Chef Dirk Harms der dpa vor der Sitzung. Man hoffe aber weiter auf eine Einigung mit der Marine.

Die Bredo-Werft ist einer der wichtigsten Subunternehmer und sitzt nach eigenen Angaben auf 10,5 Millionen Euro Außenständen wegen der „Gorch Fock“. Bei ihr liegt das Schiff im Dock.

Bredo-Geschäftsführer Dirk Harms sieht sich durch ein Rechtsgutachten gestärkt. Er verlangte nach früheren Angaben netto 4,3 Millionen Euro Abschlag. Die Marine will aber keine Zahlungen außerhalb des Insolvenzverfahrens der Elsflether Werft leisten.

Von der Leyen zeigt sich zurückhaltend

Unterdessen hat sich Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zurückhaltend über das anstehende Ausdocken des Marine-Segelschulschiffes geäußert. "Wir müssen noch ein paar Tage warten. Das ist etwas, wo wir jeden Tag ganz genau monitoren müssen", sagte sie am Montag am Rande der Indienststellung der neuen Fregatte "Baden-Württemberg" in Wilhelmshaven. "Da steckt harte Arbeit drin." Gerade nach der Vorgeschichte der «Gorch Fock» komme es auf jeden Tag an. "Ich bitte um Verständnis, dass wir noch bis Freitag hart an der Sache arbeiten."

Das muss repariert werden:

Hier sehen Sie, was alles an der "Gorch Fock" erneuert werden muss.

Mehr Nachrichten zur Gorch Fock finden Sie hier.

Von KN/dpa

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